24/02/2026
Der Heidelberger Paläontologe Prof. Otto Schoetensack beschäftigte sich ausführlich mit der Entwicklungsgeschichte des Homo sapiens und den Sedimentgesteinen in den Sandgruben der Region, darunter der Grube Grafenrain bei Mauer. Am 21. Oktober 1907 barg Daniel Hartmann hier einen fossilen menschlicher Unterkiefer in einer geologisch sehr alten Schicht. Schoetensack, am nächsten Tag darüber unterrichtet, nannte das Fossil der Spezies als Reminiszenz an den Fundort Homo heidelbergensis. Zusammen mit dem Anatom Hermann Klaatsch entstand die berühmte Monografie „Der Unterkiefer des Homo Heidelbergensis aus den Sanden vom Mauer. Ein Beitrag zur Paläontologie des Menschen.“
Das Werk, mit dem Schoetensack weltweit bekannt wurde, gilt noch heute als vorbildliche Fundbeschreibung. Schoetensack ließ die Fundstelle von einem Geometer auf den Zentimeter genau vermessen. Damit ist er ein Vorbild für frühes interdisziplinäres Forschen: Er greift erstmalig zurück auf Erkenntnisse unter anderem von Biologen, Anatomen, Zahnärzten, Radiologen (erstmalige Verwendung von Röntgenbildern in einer wissenschaftlichen Arbeit), Geografen, Landvermessern.
Ihm ist der Schoetensack-Preis gewidmet, den die Stiftung Urmensch von Mauer seit sechs Jahren für den besten Abiturienten/die beste Abiturientin im Schulfach Biologie an allgemeinbildenden Gymnasien im Rhein-Neckar-Kreis vergibt. Der Preis wird nicht ausschließlich für die beste Note, sondern für die Gesamtleistung und auch für besondere Leistungen im Fach Biologie (zum Beispiel „Jugend forscht“) vergeben. Die Preisträger/innen sollen so zur Beschäftigung mit den Naturwissenschaften, speziell der Biologie und der Paläontologie, angeregt werden. Mit dem Preis möchte die Stiftung die Forschung um die Humanevolution unterstützen und den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.
Weitere Informationen zum Preis und das Anmeldeformular stehen auf der Webseite https://stiftung-urmensch-mauer.de/?page_id=177.
Schoetensack-Preis Otto Schoetensack (1850 – 1912)auf einem Foto von 1882 (Quelle: Wikipedia) 1888 zog Otto Schoetensack mit seiner Familie nach Heidelberg. Auf dem zweiten Bildungsweg erreichte er das Abitur und schlug danach eine Universitätslaufbahn ein. Schoetensack beschäftigte zunehmend di...