28/04/2025
🦯🏘 🚦Wie fühlt es sich an, als Blinder durch eine belebte Innenstadt zu gehen, ohne Orientierung, ohne Leitsystem? 🤔 "Wie auf einer Eisfläche mit geschlossenen Augen" – so beschreibt Bernhard Claus seinen Alltag in der Münchner Innenstadt.
In der BR Reportage "München - Zu wenig Orientierungshilfen für Blinde": https://www.br.de/nachrichten/bayern/bayerns-innenstaedte-huerden-fuer-sehbehinderte-menschen,Uibsc9U tastet er sich durch die Münchner Innenstadt – teilweise ohne ordentliches Leitsystem, ohne Sicherheit.
Dabei leben über 90.000 sehbehinderte Menschen in Bayern. Warum der barrierefreie Umbau stockt – und was auch schon gut läuft.
90.000 Betroffene – und kein Standard
Laut aktuellem Stand des Sozialministeriums leben in Bayern über 90.000 Menschen mit einer festgestellten Sehbehinderung. Rund 10.600 von ihnen gelten als blind, über 300 als taubblind. Und trotzdem: Der barrierefreie Umbau bayerischer Innenstädte kommt nur schleppend voran.
Was versteht man unter Barrierefreiheit?
Barrierefreiheit ist in Deutschland im Behindertengleichstellungsgesetz gesetzlich verankert. Vereinfacht formuliert heißt Barrierefreiheit laut BGG zum einen, dass Gebäude und öffentliche Plätze, Arbeitsstätten und Wohnungen sowie Verkehrsmittel so gestaltet werden, dass sie für jeden Menschen ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Bei Barrierefreiheit geht es jedoch nicht nur um barrierefreie Zugänge im baulichen Sinne. Aus dem BGG lässt sich ebenso ableiten, dass Gebrauchsgegenstände, Dienstleistungen und Freizeitangebote dergestalt sein sollen, dass Menschen mit und ohne Behinderung sie nutzen können. Vor allem, aber nicht nur im Bereich Verwaltung und Medien ist außerdem dafür Sorge zu tragen, dass Informationen, Kommunikation und Internetpräsenzen frei von Barrieren und Hindernissen sind. Da immer mehr Teile des gesellschaftlichen Lebens im digitalen Raum stattfinden, wird die digitale Barrierefreiheit immer wichtiger.
Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht und in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben. Von ihr profitieren jedoch nicht nur Menschen mit einer Behinderung, sondern alle, die zum Beispiel nur temporär in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Bernhard Claus tastet sich durch die Münchner Innenstadt – teilweise ohne ordentliches Leitsystem, ohne Sicherheit. Dabei leben über 90.000 sehbehinderte Menschen in Bayern. Warum der barrierefreie Umbau stockt – und was auch schon gut läuft.