Deutsch-Israelische Gesellschaft Rhein-Neckar, Mannheim

Deutsch-Israelische Gesellschaft Rhein-Neckar, Mannheim Wir machen uns stark für die deutsch-israelischen Beziehungen in der Region Rhein-Neckar.

Wasser als strategische Ressource: Kooperationen zwischen Israel und seinen Nachbarn im Nahen OstenDie Wasserfrage gehör...
20/06/2026

Wasser als strategische Ressource: Kooperationen zwischen Israel und seinen Nachbarn im Nahen Osten

Die Wasserfrage gehört zu den zentralen strukturellen Herausforderungen des Nahen Ostens. Kaum eine andere Region der Welt ist zugleich so stark von Wasserknappheit geprägt und gleichzeitig so eng in grenzüberschreitende hydrologische Systeme eingebunden. Besonders deutlich wird dies in den Beziehungen zwischen Israel und Jordanien sowie in den jüngeren Kooperationsformaten zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Beide Fälle zeigen, dass Wasserpolitik längst nicht mehr nur Umwelt- oder Entwicklungspolitik ist, sondern ein Kernbereich regionaler Stabilität, Diplomatie und sicherheitspolitischer Zusammenarbeit.

Israel und Jordanien: Wasserkooperation zwischen Knappheit und politischer Fragilität

Die wasserpolitischen Beziehungen zwischen Israel und Jordanien reichen weit in die Zeit vor dem Friedensvertrag von 1994 zurück. Bereits in den 1950er-Jahren wurde mit dem sogenannten Johnston-Plan versucht, eine technische und regionale Ordnung für die Nutzung des Jordan- und Yarmuk-Flusssystems zu etablieren. Obwohl dieser Plan politisch scheiterte, prägten seine technischen Grundannahmen spätere bilaterale Regelwerke.

Mit dem Friedensvertrag von Wadi Araba im Jahr 1994 wurde Wasser erstmals umfassend völkerrechtlich geregelt. Der Vertrag legt detaillierte Wasserzuweisungen fest und etablierte einen Gemeinsamen Wasser-Ausschuss, der bis heute als institutionelles Rückgrat der Kooperation fungiert. Trotz wiederkehrender politischer Spannungen gilt diese Zusammenarbeit als bemerkenswert stabil, nicht zuletzt weil Jordanien zu den wasserärmsten Staaten der Welt zählt und gleichzeitig stark von verlässlichen Lieferungen abhängig ist, während Israel ein strategisches Interesse an der Stabilität seines östlichen Nachbarn hat.

In der Praxis umfasst die Kooperation regelmäßige Wasserlieferungen Israels an Jordanien sowie technische Abstimmungen über gemeinsame Ressourcen. Gleichzeitig zeigt sich jedoch auch die Fragilität solcher Arrangements, da sie stark von der politischen Gesamtlage in der Region beeinflusst werden.

Klimadiplomatie und der „Water–Energy Swap“

Ein bedeutender qualitativer Schritt in der regionalen Wasser- und Energiekooperation wurde am 22. November 2021 im Rahmen der COP26 in Glasgow politisch angestoßen. Israel, Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate einigten sich auf das Konzept eines sogenannten „Water–Energy Swap“. Dieses trilaterale Klimadiplomatie-Modell basiert auf einem Austauschsystem, bei dem Jordanien große Mengen Solarenergie erzeugt und teilweise an Israel liefert, während Israel im Gegenzug entsalztes Wasser nach Jordanien bereitstellt.

Dieses Modell gilt als paradigmatisch für eine neue Form regionaler Kooperation, in der nicht mehr klassische Friedensverträge allein im Mittelpunkt stehen, sondern funktionale Interdependenzen zwischen Energie- und Wasserinfrastruktur. Gleichzeitig zeigt sich auch hier, dass solche Projekte zwar technisch innovativ und politisch visionär sind, ihre Umsetzung jedoch anfällig für regionale Spannungen bleibt.

Israel, die VAE und neue Formen technologischer Wasserpolitik

Die Zusammenarbeit zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten hat sich insbesondere seit den Abraham-Abkommen von 2020 dynamisch entwickelt. Sie umfasst heute ein breites Feld von Energie-, Klima- und Wasserprojekten, in denen die VAE zunehmend eine vermittelnde und investierende Rolle einnehmen.

In diesem Kontext gewinnt auch der Einsatz technologischer Verfahren zur Wassergewinnung und Wetterbeeinflussung an Bedeutung. Neben großskaligen Entsalzungsanlagen und Infrastrukturprojekten spielt dabei auch das sogenannte Cloud Seeding eine Rolle, also die künstliche Anregung von Niederschlägen in bestehenden Wolkensystemen durch das Einbringen von Partikeln wie Silberiodid oder Salzen. Dieses Verfahren kann unter bestimmten meteorologischen Bedingungen die Regenwahrscheinlichkeit leicht erhöhen, erzeugt jedoch keinen Regen aus trockener Luft und wirkt nur innerhalb bestehender Wolkenformationen.

Israel gehörte historisch zu den Pionieren in der Anwendung dieses Verfahrens, insbesondere im Einzugsgebiet des Sees Genezareth. Langzeitstudien führten jedoch zu einer Ernüchterung, da die tatsächlich nachweisbaren Effekte gering und statistisch nur begrenzt signifikant waren. Aus diesem Grund wurde das operative Cloud Seeding in Israel in den letzten Jahren weitgehend eingestellt. Die Vereinigten Arabischen Emirate hingegen investieren weiterhin in diese Technologie und kombinieren sie mit modernen Wettermodellen und KI-gestützter Analyse, betrachten sie jedoch ausdrücklich nur als Ergänzung zu Entsalzung und nicht als Ersatz.

Wissenschaftlich besteht heute weitgehend Konsens darüber, dass Cloud Seeding keine großräumigen klimatischen Effekte erzeugt und insbesondere keine Verlagerung von Niederschlägen in dem Sinne bewirkt, dass es anderswo Dürre verursachen würde. Vielmehr handelt es sich um eine begrenzte Optimierung natürlicher Prozesse mit regional und situativ variabler Wirkung.

Zwischen Stabilität und Fragilität regionaler Kooperation

Die genannten Beispiele zeigen insgesamt zwei Entwicklungslinien: einerseits eine historisch gewachsene, institutionalisierte Wasserkooperation zwischen Israel und Jordanien, andererseits eine neue, innovationsgetriebene und klimadiplomatisch geprägte Zusammenarbeit zwischen Israel und den Golfstaaten, insbesondere den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der Water–Energy Swap, der 2021 in Glasgow angekündigt wurde, steht dabei symbolisch für einen neuen Typ internationaler Politik im Nahen Osten, in dem Wasser- und Energiefragen zunehmend miteinander verschränkt werden. Gleichzeitig machen sowohl die Erfahrungen mit klassischen Wasserabkommen als auch mit technologischen Lösungen wie Cloud Seeding deutlich, dass technische Instrumente allein keine politische Stabilität garantieren können.

Die Zukunft der Wasser- und Klimapolitik im Nahen Osten wird sich nicht entlang einzelner Projekte entscheiden, sondern entlang der Fähigkeit der Region, funktionale Kooperationen trotz politischer Spannungen aufrechtzuerhalten und auszubauen. Die Beispiele Israel–Jordanien und Israel–VAE zeigen, dass im Kontext des Klimawandels keine einzelne Nation in der Lage ist, Wasser- und Energieknappheit isoliert zu bewältigen. Langfristige Stabilität wird daher nur durch regionale, geopolitisch eingebettete Zusammenarbeit erreichbar sein, in der technologische Innovation, Ressourcenmanagement und politische Verständigung untrennbar miteinander verbunden sind.








https://meetingorganizer.copernicus.org/EGU25/EGU25-16698.html?pdf

https://unanswered.io/guide/does-israel-still-practice-cloud-seeding-why-stopped

https://gulfnews.com/uae/weather/how-cloud-seeding-works-to-enhance-rainfall-in-the-uae

https://ui.adsabs.harvard.edu/abs/2025EGUGA..2716698L/abstract

(Bild: EQ - 2021 Jordanien, VAE und Israel unterzeichnen „Water and Solar Swap“)

20/06/2026

Wenn reale Krisen auf Verschwörungstheorien treffen

Mehr und mehr kursieren in sozialen Medien Behauptungen, Dürren, Überschwemmungen oder andere Wetterereignisse würden nicht durch natürliche oder menschengemachte Umweltfaktoren verursacht, sondern seien das Ergebnis geheimer Wettermanipulationen durch Staaten, Geheimdienste oder internationale Konzerne.

Und natürlich Israel.

Gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf die tatsächlichen Ursachen der Wasserkrise im Nahen Osten – und darauf, warum viele der kursierenden Behauptungen einer sachlichen Überprüfung nicht standhalten.

In den sozialen Medien wird behauptet, der Iran habe während des Krieges einen Firmenkomplex in den Vereinigten Arabischen Emiraten zerstört, der angeblich „Cloud Seeding“ betrieben habe. Dieses Unternehmen soll dafür verantwortlich gewesen sein, dass es seit Jahren im Iran und in der gesamten Levante nicht mehr regne. Die dortige Dürre sei demnach künstlich erzeugt worden – angeblich durch Israel und die USA. Nun sei die Anlage zerstört worden und deshalb kehre plötzlich der Regen zurück.

Für diese weitreichenden Behauptungen werden natürlich keinerlei Belege vorgelegt. Zwar existiert Cloud Seeding tatsächlich, doch nach dem Stand der Wissenschaft kann damit weder das Klima ganzer Regionen kontrolliert noch eine mehrjährige Dürre über mehrere Länder hinweg erzeugt werden. Die Ursachen der Wasserkrise im Iran sind deutlich besser dokumentiert – und leider wesentlich weniger spektakulär.

Tatsächlich sprechen selbst zahlreiche iranische Wissenschaftler und ehemalige Regierungsberater von einer Wasser-Insolvenz des Landes. Über Jahrzehnte wurden unter der Islamischen Republik hunderte Staudämme gebaut, Flüsse umgeleitet und wasserintensive Landwirtschaft selbst in trockenen Regionen gefördert. Gleichzeitig wurden zahllose Tiefbrunnen gebohrt, wodurch die Grundwasserspiegel landesweit dramatisch abgesunken sind.

Besonders problematisch ist die staatlich geförderte Landwirtschaft. Rund 90% der iranischen Süßwasserressourcen werden in diesem Sektor verbraucht. Der Anbau wasserintensiver Produkte in klimatisch ungeeigneten Regionen hat dazu beigetragen, dass Flüsse austrocknen, Feuchtgebiete verschwinden und Seen wie der einst riesige Urmia-See einen Großteil ihrer Fläche verloren haben.

Wer die Wasserkrise des Iran verstehen will, muss daher nicht nach geheimen Wetterwaffen Israels oder Anlagen in den Emiraten suchen. Die Ursachen liegen in jahrzehntelangem Missmanagement, Fehlplanung, Übernutzung von Wasserressourcen und den Auswirkungen des Klimawandels.

Ein Blick auf die Nachbarländer macht dies noch deutlicher. Jordanien gehört zu den wasserärmsten Staaten der Erde. Das Land kämpft seit Jahrzehnten mit Wassermangel, geringen Niederschlägen und einer stark wachsenden Bevölkerung. Dennoch wird dort nicht behauptet, ausländische Mächte würden den Regen stehlen. Stattdessen setzt Jordanien auf technologische Lösungen und internationale Kooperation.

Gerade hier spielt Israel eine wichtige Rolle. Israel selbst liegt in einer trockenen Region und hat erhebliche Fortschritte bei Meerwasserentsalzung, Wasserrecycling und effizienter Bewässerung erzielt. Heute stammt ein großer Teil des israelischen Trinkwassers aus Entsalzungsanlagen, während gereinigtes Abwasser in großem Umfang für die Landwirtschaft wiederverwendet wird.

Diese Technologien kommen nicht nur Israel zugute. Seit dem Friedensvertrag von 1994 arbeiten Israel und Jordanien bei Wasserfragen zusammen. Israel liefert regelmäßig Wasser nach Jordanien und hat die Liefermengen in den vergangenen Jahren mehrfach erhöht. Darüber hinaus existieren gemeinsame Projekte zur Wasserwirtschaft, Entsalzung und regionalen Infrastruktur.

Die Vorstellung, Israel würde gezielt eine Dürre im Nahen Osten verursachen, steht daher in einem bemerkenswerten Widerspruch zur Realität. Während Verschwörungstheorien von Wettermanipulation und künstlich erzeugter Trockenheit sprechen, investiert Israel seit Jahrzehnten Milliarden in Technologien, die Wasserknappheit bekämpfen und die Versorgung in der Region verbessern sollen.

Doch damit nicht genug.

Im selben Atemzug wird behauptet, wir würden auf einem „satanischen Gefängnisplaneten“ leben. Unsere Regierungen würden Menschen hassen und stattdessen Maschinen bevorzugen, weshalb Künstliche Intelligenz gefördert werde. Die Entwicklung moderner Technologien wird dabei als Teil einer finsteren Verschwörung dargestellt. Außerdem wird über angebliche globale Pläne und weitere Verschwörungserzählungen spekuliert.

In diesen aktuellen Diskursen zeigt sich die Verschiebung einer alten Erzählung: Früher war „der Jude“ an allem schuld, heute ist es der Staat Israel, der alles kontrolliert - die Banken, die Medien, die Wirtschaft, die Politik - und jetzt das Wetter und das Wasser.

Willkommen im Mittelalter.

Der Nahostkonflikt ist komplex genug. Er braucht keine Wetterwaffen, keine satanischen Geheimpläne von Eliten und keine Science-Fiction-Erzählungen über „Gefängnisplaneten“.

Wer ernsthaft über die Zukunft des Nahen Ostens sprechen möchte, sollte sich an Fakten orientieren – nicht an Verschwörungserzählungen, die jede überprüfbare Realität durch Fantasie ersetzen.








Vielen Dank an Free Palestine Ffm für die Belehrung über das Grundgesetz und das Versammlungsrecht.Wir sehen uns in Fran...
19/06/2026

Vielen Dank an Free Palestine Ffm für die Belehrung über das Grundgesetz und das Versammlungsrecht.

Wir sehen uns in Frankfurt.




Während die Welt fordert, Israel soll sich bitte an den Waffenstillstand halten, feuert die Hezbollah weiter Drohnen und...
19/06/2026

Während die Welt fordert, Israel soll sich bitte an den Waffenstillstand halten, feuert die Hezbollah weiter Drohnen und Raketen auf den Norden Israels.





18/06/2026




Das iranischen Raumfahrtprogramm - Nicht nur Wetter und LandwirtschaftDas aktuell wieder anlaufende iranische Raumfahrtp...
18/06/2026

Das iranischen Raumfahrtprogramm -
Nicht nur Wetter und Landwirtschaft

Das aktuell wieder anlaufende iranische Raumfahrtprogramm ist längst nicht mehr als rein wissenschaftlich-ziviles Vorhaben zu betrachten. Vielmehr fügt es sich in eine umfassende Strategie ein, die konventionelle Raketenentwicklung, unbemannte Luftsysteme, regionale Stellvertreterstrukturen und zunehmend auch weltraumgestützte Fähigkeiten miteinander verknüpft. Die aktuelle Entwicklung von Erdbeobachtungssatelliten wie „Pars-2“ sowie der Aufbau einer Kommunikationskonstellation unter der Bezeichnung „Shahid Soleimani“ wird dabei als Teil einer schrittweisen Erweiterung iranischer „Battlefield Awareness“ und Führungsfähigkeit verstanden.

Operative Bedeutung von Pars-2 im sicherheitspolitischen Kontext

Der Satellit Pars-2 ist offiziell als Erdbeobachtungssystem zur zivilen Nutzung deklariert und soll Anwendungen in den Bereichen Landwirtschaft, Umweltbeobachtung und Infrastrukturplanung unterstützen. Diese Einordnung ist jedoch nur bedingt trennscharf von möglichen militärischen Nutzungsprofilen. Erdbeobachtungskapazitäten dieser Art ermöglichen grundsätzlich eine systematische optische Erfassung der Erdoberfläche, die Analyse von Veränderungen im Gelände sowie die zeitversetzte Bewertung von Infrastruktur- und Bewegungsmustern.

In einem regionalen Konfliktszenario kann dies operative Relevanz entfalten, insbesondere im Hinblick auf die Identifikation militärischer Infrastruktur, die Beobachtung logistischer Bewegungen sowie die Auswertung von Schadensbildern nach kinetischen oder nicht-kinetischen Operationen. Auch wenn die derzeitige technische Leistungsfähigkeit iranischer Erdbeobachtungssysteme im internationalen Vergleich als begrenzt einzustufen ist, ergibt sich aus israelischer Perspektive dennoch ein qualitativer Sprung in der iranischen Fähigkeit zur eigenständigen Lagebeurteilung. Dieser Umstand reduziert die Abhängigkeit von externen Informationsquellen und erschwert klassische Formen der operativen Täuschung.

Kommunikationsarchitektur der „Shahid Soleimani“-Konstellation

Noch größere strukturelle Bedeutung wird der geplanten Satellitenkonstellation zugeschrieben, die unter der Bezeichnung „Shahid Soleimani“ entwickelt wird. Im Unterschied zu klassischen Erdbeobachtungssatelliten handelt es sich hierbei konzeptionell um ein Netzwerk aus mehreren Satelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen, das primär Kommunikations- und Datenübertragungsfunktionen erfüllen soll.

Für die israelische Analyse ist hierbei weniger die einzelne technische Leistungsfähigkeit entscheidend als vielmehr die potenzielle Systemwirkung. Eine robuste satellitengestützte Kommunikationsinfrastruktur kann im militärischen Kontext insbesondere die Koordination verteilter Kräfte, die Datenübertragung zwischen sensorischen Plattformen und Führungseinheiten sowie die Resilienz gegen elektronische Kampfführung verbessern. Dies betrifft nicht nur reguläre iranische Streitkräfte, sondern potenziell auch mit Iran verbundene nichtstaatliche Akteure, deren Operationsfähigkeit durch verlässliche Kommunikationskanäle signifikant gesteigert werden könnte.

Strategische Symbolik und die Rolle Qassem Soleimanis

Die politische Benennung der Konstellation nach Qassem Soleimani ist aus israelischer Perspektive nicht als rein symbolischer Akt zu verstehen, sondern als bewusstes strategisches Narrativ. Qassem Soleimani war als Kommandeur der Quds-Einheit der Iranischen Revolutionsgarden eine zentrale Figur der iranischen Regionalpolitik. Er koordinierte über Jahre hinweg iranische Einflussstrukturen im Irak, in Syrien, im Libanon sowie in weiteren Teilen der Region und gilt als Architekt eines transnationalen Netzwerks staatlich unterstützter Milizen.

Seine Tötung im Jahr 2020 durch einen US-Drohnenangriff hat ihn innerhalb der iranischen politischen und militärischen Kultur zu einer symbolischen Leitfigur erhoben. Die Verwendung seines Namens für ein weltraumgestütztes Kommunikationssystem ist daher als bewusste Verbindung von technologischer Modernisierung und ideologisch-militärischer Selbstverortung zu interpretieren. Aus israelischer Sicht deutet dies darauf hin, dass das Raumfahrtprogramm nicht nur funktional, sondern auch narrativ in die iranische Sicherheitsdoktrin eingebettet wird.

Systemische Bewertung im israelischen Bedrohungsmodell

Die sicherheitspolitische Relevanz des iranischen Raumfahrtprogramms ergibt sich aus israelischer Sicht nicht aus einzelnen Plattformen, sondern aus deren potenzieller Integration in ein zunehmend kohärentes militärisches Gesamtsystem. Die Kombination aus Erdbeobachtung, Kommunikationsvernetzung und bestehenden Fähigkeiten im Bereich ballistischer Raketen und unbemannter Systeme bildet die Grundlage für eine potenziell geschlossene operative Kette von Aufklärung, Entscheidungsfindung und Wirkung.

In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Verkürzung von Informations- und Entscheidungszyklen von Bedeutung. Verbesserte Aufklärungskapazitäten durch Satelliten wie Pars-2 können die Zielerfassung präzisieren, während Kommunikationskonstellationen die Weiterleitung und Synchronisierung von Daten in nahezu Echtzeit ermöglichen. Dies könnte im Konfliktfall zu einer erhöhten Reaktionsgeschwindigkeit iranischer Kräfte führen und gleichzeitig die Effektivität von Gegenmaßnahmen gegen iranische oder iranisch unterstützte Operationen reduzieren.

Einschränkungen und bestehende strukturelle Grenzen

Trotz dieser Entwicklungen bleibt aus israelischer Perspektive festzuhalten, dass die iranischen Raumfahrtfähigkeiten weiterhin signifikante strukturelle Einschränkungen aufweisen. Dazu zählen im Vergleich zu führenden Raumfahrtnationen begrenzte Auflösungskapazitäten, eine geringere Satellitendichte, eingeschränkte Wiederholraten bei der Erdbeobachtung sowie potenzielle Vulnerabilitäten gegenüber elektronischer und cyberbasierter Störung.

Darüber hinaus bleibt die Effektivität solcher Systeme stark abhängig von der Integration in hochentwickelte Analyse-, Führungs- und Waffensysteme. Ohne eine entsprechend ausgereifte Gesamtarchitektur bleiben Satelliten in ihrer operativen Wirkung begrenzt und entfalten primär unterstützende Funktionen.

Strategische Einordnung

Aus israelischer Sicht stellt das iranische Raumfahrtprogramm derzeit keine unmittelbare strategische Verschiebung des regionalen Kräfteverhältnisses dar. Gleichwohl wird es als Teil eines langfristigen Modernisierungsprozesses verstanden, der die iranische Fähigkeit zur eigenständigen Aufklärung, Kommunikation und militärischen Koordination graduell erweitert.

Die eigentliche sicherheitspolitische Relevanz liegt dabei nicht in der isolierten Leistungsfähigkeit einzelner Satelliten, sondern in der möglichen zukünftigen Integration dieser Systeme in eine vernetzte militärische Infrastruktur. In diesem Sinne ist das iranische Raumfahrtprogramm weniger als kurzfristige Bedrohung, sondern vielmehr als schrittweiser Aufbau zusätzlicher operativer Resilienz und Informationsfähigkeit zu bewerten, dessen langfristige Entwicklung im Rahmen israelischer Sicherheitsplanung kontinuierlich beobachtet und in bestehende Bedrohungsmodelle integriert werden muss.








Quelle:
https://en.irna.ir/news/86185292/Threats-cannot-stop-Iran-s-space-program-Pars-2-launch-preparations

Wieland Hoban und die Abrechnung mit dem Zionismus auf Kosten der historischen RealitätWer das Interview von Wieland Hob...
18/06/2026

Wieland Hoban und die Abrechnung mit dem Zionismus auf Kosten der historischen Realität

Wer das Interview von Wieland Hoban, dem Vorsitzenden der „Jüdischen Stimme“ auf NachDenkSeiten liest, gewinnt schnell den Eindruck, hier spreche ein Vertreter einer jüdischen Tradition. Tatsächlich präsentiert Hoban jedoch vor allem eine politische Anklage gegen den Zionismus, den Staat Israel und die besondere Verantwortung Deutschlands gegenüber dem jüdischen Staat. Dabei fällt auf, wie selektiv er mit Geschichte umgeht und wie konsequent er jene Erfahrungen ausblendet, die den Zionismus überhaupt erst notwendig gemacht haben.

Hoban verweist mehrfach auf jüdische Strömungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die den Zionismus ablehnten. Was er dabei verschweigt: Diese Juden lebten vor Auschwitz. Sie lebten vor Bergen-Belsen. Sie lebten vor Treblinka. Sie lebten vor dem größten Massenmord an Juden der Menschheitsgeschichte. Viele dieser Juden glaubten, sie könnten durch Anpassung, Integration und Loyalität gegenüber ihren Heimatstaaten dauerhaft Sicherheit erlangen. Deutsche Juden betrachteten sich als Deutsche. Französische Juden betrachteten sich als Franzosen. Österreichische Juden betrachteten sich als Österreicher.

Die Geschichte hat über diese Hoffnung allerdings immer wieder ein vernichtendes Urteil gesprochen.

Gerade deshalb wirkt Hobans Argumentation wie eine Geschichtsbetrachtung, die das Ende der Geschichte dort einfriert, wo sie seiner politischen These nützt. Die entscheidende Frage lautet nicht, warum manche Juden 1880 gegen den Zionismus waren. Die entscheidende Frage lautet, warum nach 1945 die überwältigende Mehrheit des jüdischen Volkes die Notwendigkeit eines jüdischen Staates anerkannte.

Auf diese Frage bleibt Hoban eine überzeugende Antwort schuldig.

Stattdessen entsteht der Eindruck, als sei der Zionismus eine bedauerliche ideologische Fehlentwicklung gewesen, und keine Konsequenz aus einer Erfahrung, die sich durch fast 3.000 Jahre jüdischer Geschichte zieht. Von den Vertreibungen im Mittelalter über die Pogrome Osteuropas bis hin zur Shoah zeigt die jüdische Geschichte eben nicht die Zuverlässigkeit der Assimilation, sondern ihre Grenzen.

Besonders bemerkenswert ist, dass Hoban über jüdische Selbstbestimmung oft in einer Sprache spricht, die bei keinem anderen Volk akzeptiert würde. Kaum jemand würde das Selbstbestimmungsrecht der Polen, Armenier, Kurden oder Aborigines grundsätzlich in Frage stellen. Beim jüdischen Volk scheint dies für ihn jedoch legitim zu sein.

Genau hier offenbart sich das Kernproblem seiner Argumentation: Der Zionismus wird nicht als nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes betrachtet, sondern als ein Sonderfall, der sich ständig rechtfertigen muss. Dabei war die Gründung des Staates Israel keine historische Anomalie, sondern die Wiederherstellung jüdischer Souveränität im historischen Kernland des jüdischen Volkes nach fast zwei Jahrtausenden politischer Ohnmacht.

Ebenso auffällig ist die Leerstelle des 7. Oktober 2023. Nach dem größten Massaker an Juden seit der Shoah müsste jede Debatte über Zionismus eigentlich mit einer simplen Frage beginnen: Hat dieses Ereignis die Notwendigkeit eines jüdischen Staates widerlegt oder bestätigt?

Die Antwort liegt auf der Hand.

Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem jüdische Gemeinden weltweit einen historischen Anstieg antisemitischer Vorfälle erleben und Israel mit offenem Vernichtungswillen konfrontiert ist, präsentiert Hoban eine Argumentation, die letztlich auf die politische Entwertung des Zionismus hinausläuft. Das wirkt nicht wie eine Lehre aus der jüdischen Geschichte, sondern wie eine Weigerung, ihre zentralen Erkenntnisse anzuerkennen.

Man kann die israelische Regierung kritisieren. Man kann einzelne politische Entscheidungen kritisieren. Man kann über Grenzen, Siedlungen oder Sicherheitsmaßnahmen streiten. Was man jedoch nicht tun sollte, ist so zu tun, als hätte die Geschichte des 20. Jahrhunderts die anti-zionistischen Argumente des 19. Jahrhunderts nicht grundlegend erschüttert.

Genau das tut Wieland Hoban in diesem Interview. Und genau deshalb ist seine Argumentation nicht nur politisch fragwürdig, sondern historisch bemerkenswert unvollständig.







Quelle:
https://www.nachdenkseiten.de

18/06/2026

Wieder einmal ein klassischer Fall von „Cut it until it fits“.

Die Tour im Otef Gaza ist ein Bildungs- und Landwirtschaftsprogramm im israelischen Grenzgebiet, dass Beduche in Erdbeerfarmen, Klimaprojekte, das Sderot Visitor Center beinhaltet, und dadurch Einblicke in die Realität einer Region geben soll, die massiv vom Konflikt betroffen ist.

Gaza wird dabei nicht „besucht“ oder als Schauobjekt genutzt, sondern
man sieht den Sicherheitszaun, die dahinter liegende militärische Pufferzone und die Mauer, sowie teilweise zerstörte und verlassene Strukturen auf israelischer Seite. Dies soll die geografische Realität des Grenzgebiets zeigen.

Was im Video fehlt?

Wie immer der ganze Rest.

Aus der Tour wird im Kommentar ein "indoktrinierender zionistischer Summercamp - Ausflug ins Konzentrationslager Gaza, das beim Marmelade machen ethno-Supremacy propagiert und Gewalt normalisiert".

Eine maximale emotionale Eskalation.

Man kann die politische Situation diskutieren. Aber wer absichtlich zusammengeschnittene Inhalte nutzt, um Realität in ein Extrem-Narrativ zu pressen, betreibt keine Aufklärung, sondern anti-israelische Propaganda.





18/06/2026
Versailles - München - VersaillesDie ewige Kette politischer SelbsttäuschungenWer Versailles als Symbolort für Friedensa...
18/06/2026

Versailles - München - Versailles
Die ewige Kette politischer Selbsttäuschungen

Wer Versailles als Symbolort für Friedensabkommen wählt, sollte sich bewusst sein, dass die Geschichte dieses Ortes nicht nur von Erfolgen, sondern vor allem von folgenschweren Fehleinschätzungen geprägt ist. Bereits 1919 glaubte Präsident Woodrow Wilson, durch den Versailler Vertrag eine neue Ära des Friedens schaffen zu können. Die Vorstellung, politische Spannungen und ideologische Konflikte durch diplomatische Dokumente dauerhaft befrieden zu können, erwies sich jedoch als Illusion. Nur zwanzig Jahre später versank Europa erneut in einem noch verheerenderen Krieg.

Noch deutlicher wurde die Gefahr solcher Illusionen im Jahr 1938. Der britische Premierminister Neville Chamberlain kehrte nach dem Münchner Abkommen mit Adolf Hi**er nach London zurück und verkündete seinen Landsleuten „Peace for our time“. In der Hoffnung, einen größeren Krieg zu verhindern, akzeptierten die westlichen Demokratien die Annexion des Sudetenlandes durch das nationalsozialistische Deutschland. Das Ergebnis ist bekannt: Das Entgegenkommen wurde nicht als Grundlage für Frieden verstanden, sondern als Zeichen der Schwäche. Weniger als ein Jahr später begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg.

Natürlich ist die Islamische Republik Iran nicht das nationalsozialistische Deutschland, und historische Vergleiche dürfen nie schematisch gezogen werden. Die grundlegende Lehre bleibt jedoch dieselbe: Autokratische und ideologisch motivierte Regime ändern ihre strategischen Ziele nicht allein deshalb, weil ein Dokument unterzeichnet wird. Verträge können Konflikte kurzfristig entschärfen, aber sie ersetzen weder Abschreckung noch eine realistische Einschätzung der Absichten des Gegenübers.

Was in vielen Analysen zu kurz kommt: Der Kern des Konflikts ist nicht nur geopolitisch, sondern auch ideologisch stark aufgeladen – und Israel steht dabei im Zentrum.

Der Iran erkennt das Existenzrecht Israels nicht an und hat wiederholt eine extrem konfrontative Rhetorik gegenüber dem Land verwendet. Dazu gehören auch Aussagen aus dem politischen Führungskreis, in denen Israel als „Krebsgeschwür“ bezeichnet wird, das aus der Region entfernt werden müsse. Vor diesem Hintergrund ist es schwer vorstellbar, dass nachhaltige Stabilität entstehen kann, wenn sicherheitsrelevante Vereinbarungen getroffen werden, ohne dass der unmittelbar betroffene Akteur Israel substantiell eingebunden ist. Absprachen, die zentrale Konfliktgründe ausklammern, bleiben politisch fragil. Denn langfristiger Frieden entsteht nicht durch das Ausblenden solcher Grundkonflikte, sondern nur durch deren ehrliche und vollständige Einbeziehung.

Gerade deshalb wirkt die Entscheidung, ein weiteres historisch bedeutsames Abkommen ausgerechnet in Versailles zu unterzeichnen, bemerkenswert. Der Ort erinnert daran, wie oft politische Führer glaubten, mit feierlichen Unterschriften dauerhafte Sicherheit schaffen zu können – und wie oft sich diese Hoffnung als Trugschluss erwies.

Wer Geschichte ernst nimmt, sollte nicht nur die Zeremonie betrachten, sondern auch die Lehren aus Versailles 1919 und München 1938. Beide Episoden zeigen, dass Frieden nicht durch Symbolik entsteht, sondern durch die tatsächliche Veränderung von Machtverhältnissen, Interessen und politischen Zielen.

Wer diese Lektion ignoriert, riskiert, alte Fehler an historischen Orten zu wiederholen.










(Bild: KI)

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Mannheim
68309

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