Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.

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Der länderübergreifende Bundesverband Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie unterstützt und koordiniert die Belange und setzt sich für die Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften in den einzelnen Bundesländern ein und vermittelt neue Impulse.

REISSLEINE STATT ROADMAP: BEREITET VULCAN DEN AUSSTIEG VOR?Die neue Corporate Presentation von Vulcan Energy (Februar 20...
08/02/2026

REISSLEINE STATT ROADMAP: BEREITET VULCAN DEN AUSSTIEG VOR?

Die neue Corporate Presentation von Vulcan Energy (Februar 2026) enthält eine Passage, die man nicht überlesen sollte.
Was wie ein harmloser Risikohinweis aussieht, entpuppt sich beim zweiten Blick als das vielleicht deutlichste Warnsignal, das das Unternehmen je gesendet hat.

Vulcan sagt klipp und klar: Die Ergebnisse der Bridging Study sind ohne zusätzliches Kapital nicht erreichbar. Es gibt keine Sicherheit, dass dieses Kapital überhaupt beschafft werden kann. Und selbst wenn: Die Bedingungen könnten verwässernd und wertmindernd sein. Alternativ denkt man offen über Teilverkauf oder Joint Venture nach. Das würde Vulcans Anteil am eigenen Projekt wesentlich reduzieren.

Das ist kein normaler Disclaimer. Das ist ein Kurswechsel. Und es klingt verdammt danach, als würde Vulcan sich die Option offenhalten, die Reißleine zu ziehen, bevor die Realität die schöne Story endgültig einholt.

Die Fragen, die sich jetzt jeder stellen muss:

Wie ernst ist die Lage wirklich, wenn das Unternehmen selbst schreibt, dass es „keine Sicherheit“ für die Finanzierung gibt?

Welche Teile der Bridging Study sind ohne frisches Geld überhaupt noch realistisch – und warum wurde das nicht früher klar gesagt?

Warum rechnet Vulcan selbst mit verwässernden oder wertmindernden Finanzierungsbedingungen? Hat der Markt das Vertrauen verloren?

Gibt es bereits Gespräche über Teilverkäufe oder JVs – und warum wird das nicht offen kommuniziert?

Wie stark würde Vulcans Anteil am Projekt schrumpfen? Reden wir über ein bisschen Kosmetik – oder über den Verlust der Kontrolle?

Ist die Vision eines vollständig integrierten Lithiumprojekts längst tot, und keiner traut sich, es auszusprechen?

Und die entscheidende Frage:
Bereitet Vulcan hier bewusst den Ausstieg vor, bevor das Projekt an seinen eigenen Versprechen scheitert?

Einen ausführlichen Beitrag gibt es hier:
https://bundesverband-tiefengeothermie.de/

Quelle: 23998319-4bd.pdf

Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert; fachliche Bewertungen geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.

Vulcan Energy:Wenn die Bohrung kollabiert, aber die Chefgehälter durchstartenVulcan Energy hat zum Jahresbeginn eine Ent...
07/02/2026

Vulcan Energy:
Wenn die Bohrung kollabiert, aber die Chefgehälter durchstarten

Vulcan Energy hat zum Jahresbeginn eine Entscheidung getroffen, die man nur mit sehr viel Wohlwollen „interessantes Timing“ nennen kann. Während das Unternehmen mit Bohrloch Kollaps, gescheiterten Tests und einer 7,8 Mio € Abschreibung beschäftigt ist, gönnt sich die Führungsetage deutliche Gehaltssprünge.

Die neuen Vergütungen gelten ab dem 1. Januar 2026 – also unmittelbar nach den jüngsten Rückschlägen. Und sie haben es in sich: 804.000 AUD für den CEO, 670.000 AUD für die CFO, dazu verdoppelte Boni, größere Aktienpakete und automatische Anpassungen bis zur ersten Produktion. Ein Paket, das eher zu einem etablierten Produzenten passt als zu einem Projekt, das noch keinen einzigen Kilogramm Lithium geliefert hat.

Offiziell begründet Vulcan das mit „gestiegener Komplexität“ und dem Übergang in die Ausführungsphase. Was man dabei lieber nicht erwähnt: Die technische Zuverlässigkeit ist weiterhin nicht bewiesen, die letzten Bohrergebnisse waren alles andere als ein Durchbruch – und für Phase Two, also den geplanten Ausbau über den ersten Bauabschnitt hinaus, existiert überhaupt eine gesicherte Finanzierung?

Für Investoren, Banken und Politik entsteht damit ein Bild, das Vulcan kaum gefallen dürfte: Nach außen wird Fortschritt kommuniziert – intern belohnt man sich, bevor das Projekt seine Versprechen einlöst.

Fazit: Die Chefgehälter steigen schneller als der Projektfortschritt.....

Quelle: c408cb90-438.pdf

Dieser Beitrag wurde sorgfältig recherchiert; fachliche Bewertungen geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.

Vulcan Energy Schleidberg: Wenn PR Durchbrüche feiert und die ASX die Fußnoten liefertVulcan Energy präsentiert Schleidb...
07/02/2026

Vulcan Energy Schleidberg:
Wenn PR Durchbrüche feiert und die ASX die Fußnoten liefert

Vulcan Energy präsentiert Schleidberg derzeit als Paradebeispiel eines erfolgreichen Geothermie und Lithiumprojekts. In der deutschen PR liest sich das wie ein Durchbruch: starke Förderleistung, stabile Bohrung, alles im Plan. Doch wer die offiziellen ASX Mitteilungen vom 30. Januar 2026 danebenlegt, erkennt schnell, dass das Bild deutlich weniger glatt ist.

Die angeblich „starke“ Förderleistung von LSC 1b wurde nicht real gemessen, sondern aus einem PI Test hochgerechnet – und dieser Test lief unter eingeschränkten Bedingungen, weil die Testausrüstung bereits am Limit war. Das ist ein entscheidender Unterschied, der in der deutschen PR Version nicht erwähnt wird.

Noch deutlicher wird die Diskrepanz beim Seitenast LSC 1a: In der PR heißt es, die Ergebnisse seien „positiv“. In der ASX Mitteilung steht dagegen, dass die Formation instabil war, es zu Bohrloch Kollaps und Blockaden kam, der geplante Produktionstest scheiterte und der Seitenast aufgegeben werden musste. Das führte zu einer Abschreibung von 7,8 Mio. € – ein Fakt, der in der deutschen Version nicht vorkommt. In der ASX Mitteilung taucht der Vorgang als „non cash impairment charge“ auf – eine Formulierung, die den Eindruck vermittelt, es handle sich um eine Art buchhalterische Randnotiz. In der Praxis bedeutet das schlicht: Das Geld ist weg. Doch im Kontext der vielen Millionen an Fördergeldern wirkt dieser Verlust wie ein Risiko, das man offenbar von Anfang an einkalkuliert hat – und das in der öffentlichen Darstellung kaum der Rede wert scheint.

Auch die Aussage, Schleidberg sei die „fünfte Bohrung“ der Projektphase, wirkt ohne Kontext irreführend. Vulcan zählt hier die Altanlagen Landau und Insheim mit, die seit Jahren nur gedrosselt laufen und weder für Lithiumgewinnung ausgelegt sind noch den Fortschritt des Lionheart Projekts widerspiegeln. Für Außenstehende entsteht so der Eindruck eines weit fortgeschrittenen Produktionsclusters – den es so nicht gibt.

Hinzu kommt: Lithiumwerte für LSC 1b fehlen vollständig. Die ASX Mitteilung sagt klar, dass die Proben erst später analysiert werden. Trotzdem wird in der PR bereits von „konsistenten Parametern“ gesprochen.

Der Unterschied zwischen beiden Versionen ist kein Zufall. Die ASX Mitteilungen unterliegen strengen Offenlegungspflichten und müssen technische Einschränkungen, Risiken und Fehlschläge transparent benennen. Die deutsche PR dagegen richtet sich an Öffentlichkeit und Politik – und lässt kritische Details weg, die das Bild trüben könnten.

Wer verstehen will, wie weit das Projekt wirklich ist, sollte deshalb beide Versionen lesen. Die Lücken dazwischen erzählen eine eigene Geschichte.

8767d607-3ed.pdf
Vulcan Energy meldet starke Testergebnisse an der ersten Bohrung am Bohrplatz Schleidberg - VULCAN ENERGY RESOURCES
fce9947d-a2a.pdf

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18/01/2026

SCHLEIDBERG UNTER DAMPF: WIE BEOBACHTUNGEN UND PR-BOTSCHAFTEN AUSEINANDERDRIFTEN

Kürzlich wurde am Bohrplatz Schleidberg bei Insheim, einem zentralen Standort im Rahmen des Lionheart Projekts der Vulcan Energie, ein deutlicher Dampfaustritt beobachtet. Solche Dampffahnen entstehen in der Tiefengeothermie nicht zufällig: Sie treten typischerweise auf, wenn heißes Wasser oder Gas unter Druck entweicht, wenn Stickstoff zur künstlichen Förderung eingesetzt wird oder wenn technische Instabilitäten im Bohrloch vorliegen. Sichtbarer Dampf weist daher darauf hin, dass eine Bohrung nicht im stabilen Normalbetrieb läuft.

Parallel dazu veröffentlicht Vulcan ausgesprochen optimistische Pressemitteilungen. Dort ist von „erfolgreich abgeschlossenen Bohrarbeiten“, „positiven Ergebnissen“ und „hohem Potenzial“ die Rede. Für die Öffentlichkeit entsteht damit das Bild eines Projekts, das planmäßig und problemlos voranschreitet.

Doch die gleichen Mitteilungen enthalten – gut versteckt zwischen positiven Formulierungen – Hinweise auf erhebliche technische Schwierigkeiten. Vulcan selbst berichtet von vollständigen Flüssigkeitsverlusten, die in der Bohrtechnik zu schwerwiegenden Störungen gehören. Sie sprechen von Instabilitäten in der Formation, die den Produktionstest verhindert haben. Und sie kündigen an, dass die Bohrung neu abgelenkt und neu verrohrt werden muss – ein deutlicher Hinweis darauf, dass weder Hauptbohrung noch Seitenast funktionsfähig sind.

Hinzu kommt der vom Betreiber erwähnte Einsatz von Stickstoff, der typischerweise dann notwendig wird, wenn eine Bohrung nicht von selbst fördert oder entladen werden muss. Dieser Stickstoffeinsatz kann beim Austritt der Gas Wasser Mischung zu sichtbaren Dampffahnen führen. Dass solche Dampfwolken nun am Schleidberg beobachtet werden, deutet daher eher auf laufende Test oder Entlastungsprozesse hin als auf einen stabilen Normalbetrieb oder einen „erfolgreichen Abschluss“.

In der Summe ergibt sich ein deutlich anderes Bild als das, welches die PR Texte vermitteln. Die Kombination aus dem beobachteten Dampfaustritt und den zwischen den Zeilen erkennbaren technischen Schwierigkeiten wirft die berechtigte Frage auf, ob das Projekt am Schleidberg tatsächlich so reibungslos verläuft, wie Vulcan es öffentlich darstellt.

Quellen:
Erste Bohrung am Bohrplatz Schleidberg erfolgreich abgeschlossen - VULCAN ENERGY RESOURCES
Vulcan Energy zieht positive Bilanz aus erster Bohrung am Bohrplatz Schleidberg - VULCAN ENERGY RESOURCES

Dieser Beitrag beruht auf umfassender Recherche und enthält fachliche Bewertungen, die den derzeit verfügbaren Informationen entsprechen.

Weiter Erdbeben trotz Abschaltung: Rittershoffen entlarvt die Tiefengeothermie-Illusion Rittershoffen zeigt erneut, was ...
17/12/2025

Weiter Erdbeben trotz Abschaltung: Rittershoffen entlarvt die Tiefengeothermie-Illusion

Rittershoffen zeigt erneut, was viele nicht wahrhaben wollen:
Tiefengeothermie im Oberrheingraben ist nicht kontrollierbar

Anfang Dezember 2025 kam es rund um das Geothermiekraftwerk Rittershoffen zu einer Erdbebenserie mit 9 Ereignissen in wenigen Tagen, Magnituden bis 2,6.
Auslöser war ein Beben am 4.12. (M 2,5, ca. 5 km Tiefe).
Der Betreiber Électricité de Strasbourg schaltete die Anlage daraufhin ab.

Doch das Entscheidende: Die Beben hörten nicht auf
10.12.: M 2,2 und M 1,6
12.12.: M 1,4 und M 2,6 (stärkstes Ereignis)
Folgetag: vier weitere Beben bis M 2,1
Alles trotz Stillstand der Anlage.

Das zeigt unmissverständlich:
Einmal angestoßene Prozesse im Untergrund lassen sich nicht per Knopfdruck stoppen. Ampelsysteme und Monitoring registrieren Erdbeben – sie verhindern sie nicht. Die Erde reagiert nicht auf Betriebsanweisungen.

Die aktuellen Erdbeben sind kein Einzelfall
– 2012–2014: zahlreiche Mikrobeben während Bohrung und Stimulation
– Wissenschaftliche Studien (u. a. EU-Projekt DESTRESS): über 1.300 induzierte Ereignisse
– Betreiberangaben: bis Ende 2018 rund 300 induzierte Beben
– April 2023: neue Serie mit 13 Beben
– 2024: weitere Ereignisse bis M 2,2 – erneut Abschaltung

Dass es sich bei Rittershoffen um ein hydrothermales Projekt handelt, entzieht der häufigen Behauptung, nur petrothermale Verfahren seien problematisch, die faktische Grundlage.

Das Muster ist eindeutig
Tiefengeothermie, die mit Förderung und Verpressung von Tiefenwasser arbeitet und gezielt in Störungszonen eingreift, erzeugt im Oberrheingraben ein inhärentes Erdbebenrisiko. Dieses Risiko ist nicht kontrollierbar und nicht wegzudiskutieren.
Umso absurder ist es, Rittershoffen weiterhin als „Vorzeigeprojekt“ zu präsentieren – während gleichzeitig Erdbeben auftreten, selbst wenn die Anlage längst abgeschaltet ist. Wer unter diesen Umständen von einem sicheren und beherrschbaren Betrieb spricht, verkennt entweder die Realität – oder nimmt sie bewusst in Kauf.

Rittershoffen ist keine Erfolgsgeschichte, es ist eine Warnung: Tiefengeothermie im Oberrheingraben ist kein harmloses Technikprojekt, sondern ein geologisches Risiko. Und dieses Risiko lässt sich weder schönreden noch kontrollieren.

https://bundesverband-tiefengeothermie.de/index.php?view=article&id=48:weiter-erdbeben-trotz-abschaltung-rittershoffen-entlarvt-die-tiefengeothermie-illusion&catid=2

https://www.facebook.com/share/1GhvSDkZBj/
03/12/2025

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𝗦𝗜𝗡𝗗 𝗗𝗜𝗘 𝗧𝗜𝗘𝗙𝗘𝗡𝗚𝗘𝗢𝗧𝗛𝗘𝗥𝗠𝗜𝗘 - 𝗙𝗘𝗥𝗡𝗪𝗔𝗘𝗥𝗠𝗘𝗣𝗟𝗔𝗘𝗡𝗘 𝗥𝗨𝗡𝗗 𝗨𝗠 𝗗𝗔𝗦 𝗚𝗥𝗔𝗕𝗘𝗡-𝗡𝗘𝗨𝗗𝗢𝗥𝗙𝗘𝗥 𝗞𝗥𝗔𝗙𝗧𝗪𝗘𝗥𝗞 𝗩𝗢𝗥𝗘𝗥𝗦𝗧 𝗚𝗘𝗣𝗟𝗔𝗧𝗭𝗧?

Ein in Graben-Neudorf vorgesehenes Tiefengeothermie-Kraftwerk sollte als erstes von vielen Projekten dieser Art in der Region Teile des Stadt- und Landkreises Karlsruhe bis hin nach Bretten mit Wärme versorgen. Gewonnene Wärme sollte hierzu über bislang nicht existierende kilometerlange Fernwärmeleitungen zu den Abnehmern gelangen. Die gegründete kommunale „Projektentwicklungsgesellschaft Regionaler Wärmeverbund GmbH & Co. KG“ (PEG), sollte den Aufbau eines regionalen Wärmenetzes zusammen mit der „Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe GmbH“ (UEA) entwickeln. Die PEG hatte sich zu diesem Zweck im Juni 2023 gegründet und soll nun zum Ende des Jahres 2025, mit einem nicht gerade unerheblichen finanziellen Schaden für die Mitglieder, aufgelöst werden.

Wir zitieren von der Seite:
➡️ https://zeozweifrei.de/waermeausbaustrategie

„Seit November 2022 wurde das Projekt des regionalen Wärmeverbunds auf Basis von Wärme aus Tiefengeothermie mittels einer gemeinsamen Kooperation der UEA mit den Stadtwerken Bretten, Bruchsal und Ettlingen sowie der BBE Energie weiter vorangetrieben.“

„Am 23. Juni 2023 wurde die PEG Regionaler Wärmeverbund gegründet, welche die Machbarkeit eines solchen Verbundes weiter untersucht und vorantreibt. Mehr Informationen dazu finden Sie unter regionalerwaermeausbau.de sowie unter unsere-waerme.com“

𝗪𝗔𝗥𝗡𝗨𝗡𝗚𝗘𝗡 𝗞𝗢𝗡𝗦𝗘𝗤𝗨𝗘𝗡𝗧 𝗜𝗚𝗡𝗢𝗥𝗜𝗘𝗥𝗧?

Bereits im Vorfeld wurde mehrfach, von verschiedenen Seiten oder z. B. in unserem Post vom 06. Januar 2023 darauf hingewiesen, dass ein solches Fernwärme-Projekt wirtschaftlich gesehen eher unrealistisch wäre. Alleine an die 63 Kilometer an Fernwärmeleitungen bis Bretten, weitverzweigte Verbindungsleitungen zwischen den Kraftwerken, in den Städten und Gemeinden sind bei einem geschätzten Preis von inzwischen oftmals über 5.000 Euro pro Meter auch mit Fördermillionen aus Steuergeldern nicht wirtschaftlich gesund zu finanzieren.

Der damalige GF der Deutschen Erdwärme GmbH Lutz Stahl fantasierte ursprünglich auf einem Vortrag bei der „Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg e.V.“ (derzeitiger Geschäftsführer Jürgen Scheurer) im Dezember 2020 sogar über ein in unseren Augen völlig überdimensioniertes Wärmenetz auf einer präsentierten Folie:

◾️„Eine Vision der Deutsche ErdWärme ist der Verbund der urbanen Zentren über ein überregionales Wärmenetz, welches durch Tiefe Geothermie und andere Quellen beheizt wird. Geothermie könnte mit z.B. 15 Anlagen in dieser Region etwa 2 TWh bereit stellen.“

➡️ https://youtu.be/waMc7RhCuQ8

Die Tiefengeothermie gilt im Oberrheingraben aufgrund der vielen mit ihr verbundenen Risiken und Gefahren bei kritischer Betrachtung als unzuverlässig und gefährlich. Hunderte seismische Ereignisse sprechen eine deutliche Sprache. Was im Molassebecken bei München eventuell funktioniert, ist keinesfalls übertragbar auf den seismisch aktiven Oberrheingraben. Die Geologie beider Gebiete unterscheidet sich maßgeblich. Die zum Teil jahrelangen Stillstände der TG-Kraftwerke nach Defekten bzw. auch Undichtigkeiten zeigten schon oft das fehlende Potenzial einer geforderten Zuverlässig- und Grundlastfähigkeit.

𝗚𝗘𝗣𝗟𝗔𝗡𝗧𝗘𝗦 𝗙𝗘𝗥𝗡𝗪𝗔𝗘𝗥𝗠𝗘𝗣𝗥𝗢𝗝𝗘𝗞𝗧: 𝗔𝗠 𝗘𝗡𝗗𝗘

Der SWR veröffentlichte am 02. Dezember 2025 diese Zeilen im verlinkten Beitrag:

„Das geplante Projekt regionale Fernwärme aus Tiefengeothermie in Graben-Neudorf ist gescheitert. Die Gesellschaft mit zehn beteiligten Kommunen löst sich zum Jahresende auf.“

„Die Firma könne in Graben-Neudorf eine ursprünglich zugesagte Wärmeleistung aus ihrer Tiefengeothermiebohrung für das geplante regionale Fernwärmenetz nicht mehr verbindlich zusichern.“

„Die Geothermiebetreiberin Deutsche Erdwärme (DEW) aus Karlsruhe muss sich aber noch mehr Vorwürfe gefallen lassen: Die zuletzt angebotenen Wärmepreise lägen deutlich über einem wirtschaftlich tragbaren Niveau, heißt es in der Ratsvorlage.“

„600.000 Euro Lehrgeld für die Energiewende?“

➡️ https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/regionales-fernwaermeprojekt-im-raum-karlsruhe-gescheitert-100.html

Es zeigt sich immer wieder deutlich, dass mit der Tiefengeothermie im Oberrheingraben Wärme weder zuverlässig noch wirtschaftlich darstellbar zur Verfügung gestellt werden kann. Neben der Unsicherheit der Technik sind notwendige Investitionen in Fernwärmeleitungen und Wärmenetze letztendlich teuer und wirtschaftlich fragwürdig. Insofern sie realisiert werden, bergen sie neben den inzwischen exorbitanten Erstellungskosten, hohe Folgekosten für die Wärmekunden.

Selbst die Seite „Die Tagesschau“ vermeldet am 23. November 2025 in einem recht interessanten und dazu aktuellen Artikel: „Monopolisten nehmen Kunden aus" zum Thema Fernwärme und dies sogar unabhängig zum umstrittenen Thema Tiefengeothermie.

➡️ https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/heizen-kosten-energietraeger-prognose-100.html

𝗧𝗘𝗨𝗥𝗘 𝗧𝗜𝗘𝗙𝗘𝗡𝗚𝗘𝗢𝗧𝗛𝗘𝗥𝗠𝗜𝗘

Leider wurde auf dem Weg zu einer angestrebten klimaneutralen Wärmeversorgung durch das starre Festhalten an den Planungen bis jetzt viel Zeit und Geld verloren. Etwa eine halbe Million Euro durch die PEG, bereits viele Millionen durch die Tiefengeothermiebohrung. Viele Fördermittel sind bereits an die DEW geflossen. Eine genaue Übersicht hierüber zu erhalten, würde der Firma eine Transparenz abverlangen, zu der sie unserer Meinung nach sicherlich keinesfalls bereit ist.
Alleine für die zweite Bohrung in Graben-Neudorf hat der Bund inzwischen über 600.000 €, für das Tiefengeothermieprojekt Dettenheim über 1,4 Mio. Euro an Mitteln zugesagt.

𝗪𝗜𝗘𝗗𝗘𝗥𝗛𝗢𝗟𝗧𝗘 𝗦𝗘𝗜𝗦𝗠𝗜𝗦𝗖𝗛𝗘 𝗘𝗥𝗘𝗜𝗚𝗡𝗜𝗦𝗦𝗘 𝗜𝗡 𝗚𝗥𝗔𝗕𝗘𝗡-𝗡𝗘𝗨𝗗𝗢𝗥𝗙

Die ersten zwei seismischen Ereignisse am TG-Projekt Graben-Neudorf wurden am 30.06.2024 im Rahmen einer Testung gemessen. Der Geschäftsführer Herbert Pohl betitelt in einem BNN-Interview die ersten seismischen Ereignisse im Juni 2024 als sogenannte „seismische Reaktionen im Reservoir“.

Erdbebennews.de berichtet am 16. November 2025 über insgesamt 5 seismische Ereignisse:

„An einer neuen Tiefengeothermie-Anlage in Graben-Neudorf nördlich von Karlsruhe kam es am Wochenende zu mehreren kleinen Erdbeben.“

„Die berechnete Maximalintensität beträgt 2.2. Das Beben war vermutlich für bis zu 2,3 Tsd Menschen spürbar.“

„Die Epizentren der Erdbeben lagen im Wald nordöstlich von Graben-Neudorf unmittelbar nördlich der Geothermie-Anlage.“

„Leichte Erschütterungen am Frühstückstisch. Oberfläche des Kaffees deutlich kleine Wellen zu sehen. Katzen haben sich schlagartig verzogen. Seit Tagen seltsames Geräusch intermitierend wahrnehmbar, vor allem im Kellerbereich. Seit die Tiefengeothermie mit den Erprobungen begonnen hat.“

➡️ https://erdbebennews.de/2025/11/tiefengeothermie-in-graben-neudorf-mehrere-leichte-erdbeben-gemessen

Bezeichnenderweise meldete der landeseigene Erdbebendienst Südwest anfangs nur 2 der Beben, dazu verspätet, Bruchsal zugeordnet und natürlichen Ursprungs. Erst auf unsere Intervention hin korrigierte man die Einträge.

Bemerkenswert ist, dass mit diesen Beben erstmals die Stufe „Gelb“ des seismischen Ampelsystems erreicht wurde.

Das Regierungspräsidium Freiburg / Bergamt hatte erst kurz zuvor für diese Tests höhere Grenzwerte genehmigt. Nach Angaben der Betreiber wurden alleine zum Start der Testreihe rund 700 Kubikmeter Wasser in die Bohrung gepresst, 30.000 Kubikmeter sind es nach unseren Informationen insgesamt geworden.

Versuchte man hier, die bereits dutzende Millionen Euro teure Bohrung um jeden Preis doch noch zu retten? Selbst das Regierungspräsidium Freiburg war anscheinend nicht überrascht von den Erdbeben. Man schrieb in einem BNN-Artikel am 19. November 2025, rückblickend auf die Ereignisse zu den Aussagen des befragten Bergamtes in Freiburg:

▪️„Reaktionen des Reservoirs auf die Injektionstests sind erwartbar"
▪️„Eine gewisse seismische Reaktion für die Charakterisierung des Erdwärme-Reservoirs ist erforderlich" so die Bergbaubehörde.“

𝗕𝗘𝗚𝗟𝗘𝗜𝗧𝗘𝗥 𝗗𝗘𝗥 𝗧𝗜𝗘𝗙𝗘𝗡𝗚𝗘𝗢𝗧𝗛𝗘𝗥𝗠𝗜𝗘: 𝗦𝗘𝗜𝗦𝗠𝗜𝗦𝗖𝗛𝗘 𝗘𝗥𝗘𝗜𝗚𝗡𝗜𝗦𝗦𝗘

Seismische Ereignisse finden in der Tiefengeothermie nicht ganz unwillkommen statt, denn dadurch werden im tiefengeothermischen Prozess die Fließwege für das Medium Tiefenwasser freigehalten bzw. teils auch wieder geöffnet. Ohne eine Erdbebenbegleitung ist solch ein Prozess schwer auf Dauer aufrechtzuerhalten.

Die recht erdbebenreichen TG-Projekte Insheim, Landau, Rittershoffen und auch das Projekt Vendenheim mit den ca. 3.800 Schadensmeldungen sind durch viele hunderte, amtlich dokumentierte induzierte Erdbeben gekennzeichnet.

➡️ https://www.lgb-rlp.de/fachthemen-des-amtes/projekte/landeserdbebendienst-rheinland-pfalz/erdbebenereignisse-lokal

𝗩𝗘𝗥𝗗𝗥𝗔𝗘𝗡𝗚𝗧 𝗠𝗔𝗡 𝗗𝗜𝗘 𝗣𝗥𝗢𝗕𝗟𝗘𝗠𝗘?

Man kann sich durchaus die Frage stellen, welcher Investor noch einen schläfrigen Euro in ein schon jetzt anscheinend völlig überteuertes Projekt der DEW steckt, welches mit dem Wegfallen des PEG-Wärmetrassen-Projektes nun augenscheinlich keine Abnahmesicherheit bei der Wärme mehr vorweisen kann? Auch der Geldgeber der DEW, die CIP Kopenhagen dürfte inzwischen vorsichtiger geworden sein bei einem unsicheren Finanzprojekt, oder ist man hier gegenüber seinen eigenen Anlegern nicht rechenschaftspflichtig?
Ein TG-Kraftwerk mit einer verminderten Leistung, vergleichbar einem Projekt in Bruchsal, dürfte für eine DEW ohne einen ständigen Bezug von Fördermitteln kaum lohnenswert erscheinen. Nicht umsonst gilt das Bruchsaler TG-Projekt als Forschungs- und Versuchsanlage und erhielt schon viele Zuschüsse.

➡️ https://www.tiefegeothermie.de/projekte/bruchsal

Die DEW begeistert anscheinend ihr TG-Projekt trotz des Wegfalls der Wärmeabnahme durch die PEG. Am 02. Dezember 2025 schreibt sie entsprechend auf ihrer Homepage:

„Zudem wurde die Leistungsfähigkeit des Projektes, das zukünftig Graben-Neudorf und die umliegende Region zuverlässig, sicher, nachhaltig und preisstabil mit Wärme versorgen wird, bestätigt.“

„Die Mikroseismizität, weit entfernt von der Spürbarkeit, war klar messbar, steuerbar und berechenbar.“

➡️ https://deutsche-erdwaerme.de/langzeit-injektionstest-in-graben-neudorf-mit-sehr-guten-ergebnissen-abgeschlossen

𝗦𝗧𝗥𝗢𝗠𝗘𝗥𝗭𝗘𝗨𝗚𝗨𝗡𝗚 𝗜𝗠 𝗕𝗟𝗜𝗖𝗞𝗙𝗘𝗟𝗗?

Eventuell wird man jetzt ein „SO-DA-GEOTHERMIEWERK“ bauen und dabei auf die Stromerzeugung und Lithiumgewinnung setzen?

Die Deutsche Erdwärme hatte den Eigenstromverbrauch für ihre in GN geplante Anlage selbst mit ca. 35,60 % in Relation zum evtl. erzeugten Strom auf ihrer Homepage im Jahre 2020 beschrieben. Hiermit ergibt sich für solch ein zig-Millionen-Projekt, bei einer ehemals noch hoch veranschlagten Kraftwerksleistung bei der Stromerzeugung von 6,32 MW und einem mittleren Eigenstrombedarf von 2,25 MW ein Netto-Leistungsertrag (wenn überhaupt) von 4,07 MW. Der benötigte Eigenstromverbrauch wird in der Regel aus dem Strommix des Mittelspannungsnetzes bezogen.
Der BUND beschreibt die Wirkungsgrade von TG-Kraftwerken bei der Stromerzeugung lediglich bei netto um die 10 %. Selbst ein einzelnes modernes Offshore-Windrad ist in der Lage 15 MW Leistung zu erbringen, dies wäre die fast 4-fach erzeugbare Leistung eines Kraftwerkes, wie es in Graben-Neudorf entstehen soll. Ein direkter Kosten-, Nutzen- und auch Gefahrenvergleich unter Betrachtung der möglichen Betriebsstunden, sollte die völlige Absurdität des Nutzens einer Stromerzeugung mit einem solchen TG-Millionen-Projekt für die Allgemeinheit klar darlegen.

Wir bedanken uns für das Interesse und wünschen bereits jetzt eine Frohe Weihnachtszeit. Genießen Sie und Ihre Familien, Freunde und Bekannte das besinnliche Weihnachtsfest und kommen Sie gut ins Neue Jahr!

Eure
IG Tiefengeothermie im Landkreis Karlsruhe

Schwetzinger Zeitung Mittelbadische Presse - Zeitungen der Ortenau Mannheimer Morgen Regierungspräsidium Freiburg bnn.de / Badische Neueste Nachrichten BNN - Bruchsaler Rundschau - Brettener Nachrichten Bruhrain - Up to date BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Baden-Württemberg Süddeutsche Zeitung Thekla Walker Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

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Induzierte Erdbeben in Graben-Neudorf – Ampelstufe „Gelb“ bereits nach wenigen Tagen erreichtIn Graben-Neudorf hat am 15...
16/11/2025

Induzierte Erdbeben in Graben-Neudorf – Ampelstufe „Gelb“ bereits nach wenigen Tagen erreicht

In Graben-Neudorf hat am 15. November um 14:36 Uhr ein induziertes Erdbeben der Magnitude 1.6 den Untergrund erschüttert, spürbar für bis zu 2.300 Menschen. Nur zwei Minuten später folgte ein weiteres Beben (Magnitude 1.55). Seit Beginn der Tests vor rund zehn Tagen wurden bereits mehrere Erschütterungen registriert – darunter Beben mit den Magnituden 0.8 und 1.4 sowie weitere kaum messbare Ereignisse direkt nördlich der Anlage.
Ein Anwohner berichtet von spürbaren Vibrationen und ungewöhnlichen Geräuschen im Keller.
Mit dem Samstagsbeben wurde erstmals die Gelb-Stufe des seismischen Ampelsystems ausgelöst. Das bedeutet: Der Untergrund reagiert messbar auf die laufenden Maßnahmen – und das schon in einer frühen Phase.
Diese Erdbeben sind direkte Folge der aktuellen Injektionstests, bei denen große Wassermengen unter hohem Druck in mehrere Kilometer Tiefe gepresst werden. Offiziell spricht man von „Reservoirtests“ oder „Druck- und Durchlässigkeitsmessungen“. Technisch handelt es sich jedoch um hydraulische Stimulationen, also Druckeingriffe, die Klüfte öffnen oder reaktivieren. Dass der Begriff „Fracking“ vermieden wird, ändert nichts am grundlegenden Ablauf.
Besonders alarmierend: Das zuständige Bergamt hat kurz vor Testbeginn die zulässigen Drücke, Wassermengen und Testdauern erhöht – mitten im Oberrheingraben, der geologisch aktivsten Region Deutschlands. Die Gegend gehört nicht ohne Grund zur Erdbebenzone 1. Der Untergrund ist von zahlreichen Störungszonen durchzogen, die bereits von Natur aus unter Spannung stehen. Genau dort treten jetzt die Erschütterungen auf, in den gleichen Tiefen, in denen Wasser injiziert wird.
Das Bild ist nicht neu: Landau, Insheim, Basel, St. Gallen, Vendenheim, Rittershoffen – in all diesen Projekten kam es zu induzierten Erdbeben, teilweise sogar mit Gebäudeschäden. Graben-Neudorf reiht sich nun früh in diese Liste ein.
Nach nur wenigen Testtagen zeigt sich erneut, wie sensibel der Oberrheingraben auf tiefgreifende Eingriffe reagiert. Viele kleine Beben mögen harmlos wirken, doch niemand kann vorhersagen, wie der unter Spannung stehende Untergrund auf anhaltende Druckveränderungen reagieren wird – ob weitere Erschütterungen folgen oder ob stärkere Ereignisse ausgelöst werden könnten, auch Wochen oder Monate später.
Während die Politik die Tiefengeothermie weiterhin als risikoarme Zukunftsenergie präsentiert, zeigt die Realität in Graben-Neudorf ein anderes Bild: Der Untergrund reagiert sofort, deutlich und spürbar. Die Menschen vor Ort bemerken die wachsende Lücke zwischen Versprechen und tatsächlichen geologischen Bedingungen.
Die Erdbeben vom Wochenende sind keine theoretische Diskussion – sie sind konkrete Signale aus der Tiefe. Wie es weitergeht, bleibt offen.

10/11/2025

Wenn das Aussprechen amtlich bestätigter Risiken zur „Gefahr“ erklärt wird – wen mahnt die Geopfalz als nächstes? Das Wirtschaftsministerium?

In Waldsee verschärft sich der Konflikt um das geplante Tiefengeothermieprojekt weiter. Nach einem Bericht der Rheinpfalz vom 24.10.2025 „wehrt sich die Geopfalz gegen die Bürgerinitiative“ BIgT. Tatsächlich ist es jedoch die Bürgerinitiative, die unter Druck gesetzt wird: Ihr wurde über eine Berliner Kanzlei eine „Abmahnung wegen unwahrer Behauptungen in der Öffentlichkeit“ zugestellt. Sie soll eine Unterlassungserklärung unterzeichnen und damit künftig darauf verzichten, öffentlich auf Risiken der Tiefengeothermie hinzuweisen.

Besonders brisant ist die Formulierung, die die Rheinpfalz der Geschäftsführerin der Geopfalz, Claire Weihermüller, zuschreibt. Dort heißt es, das Projekt dürfe nicht durch auf der Webseite der BIgT und in Flyern „verbreitete Lügen“ gefährdet werden. Dieser Ausdruck wurde so wörtlich veröffentlicht. Damit erhebt die Geopfalz nicht nur den Vorwurf falscher Aussagen, sondern stellt die Glaubwürdigkeit engagierter Bürgerinnen und Bürger öffentlich in Frage.

Dem gegenüber steht die klare und detaillierte Risikodarstellung des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz. Das Ministerium benennt unter anderem folgende Schadenszenarien:

· Bohrlochinstabilitäten wie Bohrlochwand-Kollaps, Ausspülungen und Ausbrüche und Verformungen

· Verrohrungsschäden, Leckagen oder Rohrbrüche sowie Versagen von Zementierungen, thermomechanische Spannungsrisse

· Unkontrollierte Fluidaustritte, wie Versagen der Druckkontrollsysteme, Aufsteigen von Gas, Öl oder Thermalwasser an die Oberfläche, Risiko insbesondere für explosionsgefährdete Bereiche,

· Induzierte Seismizität während der Tiefbohrung oder bei hydraulischer Stimulation

· Grundwasserverunreinigung durch Defekte in der Verrohrung oder fehlerhafte Zementierungen

· Oberflächenschäden durch Druckveränderungen im Untergrund oder Kontamination der Bohrplatzumgebung durch ausgetretene Bohrspülung oder Lagerungsfehler

· Auswirkungen auf Menschen, Flora und Fauna durch Bau und Betrieb des Bohrplatzes

Diese Risiken sind nicht hypothetisch, sondern behördlich dokumentiert, technisch nachvollziehbar und durch reale Schadensfälle belegt.

Weitere kritische Ausführung wie z.B.

· die bestätigten Leckagen am Geothermiekraftwerk Landau mit dem Thermalwassereintrag in Grundwasserhorizonte,

· dem Verbleib von Bohrklein,

· dem Risiko der Gewässerverunreinigung,

· der Definition von „dicht“,

· der induzierter Seismizität,

· dem Injizieren von Inhibitoren,

· dem Ausfallen von Radionukliden,

· der Lagerung und Entsorgung von radioaktiven Bestandteilen,

runden das Bild entsprechend ab.



Damit verschiebt sich die zentrale Frage: Es geht längst nicht mehr darum, ob Risiken existieren – sie sind anerkannt. Es geht darum, wer sie öffentlich benennen darf.

Wenn das Aussprechen von Risiken, die das zuständige Ministerium selbst aufführt, als „Lüge“ bezeichnet und juristisch unterbunden werden soll, stellt sich zwangsläufig die Frage: Wird demnächst auch das Ministerium abgemahnt?

Warum also dieser massive juristische Druck?

Tiefengeothermieprojekte sind wirtschaftlich empfindlich. Sie sind kapitalintensiv, benötigen politische Rückendeckung und leben von öffentlicher Akzeptanz. Je mehr Menschen über Risiken informiert sind, desto schwieriger wird es, das Projekt ohne Widerstand durchzusetzen. Öffentliche Debatten können Genehmigungen verzögern, politische Entscheidungen beeinflussen und Fördermittel gefährden.

Deshalb wird nicht versucht, die angesprochenen Risiken sachlich zu widerlegen, sondern die Diskussion über sie einzuschränken. Die kommunikative Strategie dahinter ist klar: Risiken werden nach außen als „beherrschbar“ dargestellt, um Vertrauen zu sichern; kritische Stimmen hingegen werden als „übertrieben“ oder „unfachlich“ eingeordnet. Doch wenn Bürgerinnen und Bürger auf Dokumente des Ministeriums verweisen, verliert die Projektseite die Kontrolle über ihr Narrativ.

Und genau dort wird es brenzlig. Wenn Bürger mit offiziellen Quellen argumentieren und Unternehmen darauf mit Abmahnungen reagieren, dann geht es nicht mehr um Technik oder Geologie. Es geht darum, wer bestimmen darf, was gesagt werden darf.

Wird demnächst auch das Ministerium abgemahnt – weil es die gleichen Risiken nennt wie die Bürgerinitiative?

Hier zeigt sich die Farce.

Nicht die Risiken sind das eigentliche Problem, sondern die Öffentlichkeit darüber. Und jeder in Waldsee spürt, was das bedeutet: Wer die öffentliche Diskussion einschränkt, erzeugt nicht Vertrauen – sondern Misstrauen.

Denn: Wer zum Schweigen drängen muss, hat etwas zu verbergen.



Am Ende zeigt sich in Waldsee ein Mechanismus, der bei großen, politisch und wirtschaftlich bedeutenden Projekten immer wieder sichtbar wird: Sobald es ernst wird, wird nicht mehr auf Augenhöhe diskutiert. Kritik wird nicht sachlich beantwortet, sondern soll aus dem Weg geräumt werden. Genau das offenbart das wörtlich veröffentlichte Zitat von Geopfalz-Geschäftsführerin Claire Weihermüller, die erklärte, „dass ein Projekt, das der Wärmeversorgung in der Region dienen soll, nicht durch auf der Internetseite der BIgT und per Flyer ‚verbreitete Lügen‘ gefährdet werden dürfe.“

Doch das, was hier als „Lüge“ bezeichnet wird, wird vom zuständigen Ministerium selbst als technisches Risiko benannt und bestätigt. Die gleichen Punkte, die die Bürgerinitiative öffentlich macht, sind in ministeriellen Dokumenten niedergeschrieben – sie sind behördlich anerkannt, fachlich nachvollziehbar und real beobachtet.

Und genau darin liegt die eigentliche Brisanz: Die Bürgerinitiative soll nicht deshalb zum Schweigen gebracht werden, weil ihre Aussagen falsch wären – sondern weil sie richtig sind. Sie gefährden nicht die Wahrheit, sondern die Durchsetzbarkeit des Projekts.

Wenn ein Projekt nur dann bestehen kann, wenn öffentlich bestätigte Risiken nicht mehr ausgesprochen werden dürfen, dann geht es nicht mehr um Transparenz oder Gemeinwohl. Dann geht es um Macht und Kontrolle über die öffentliche Erzählung. Und in dem Moment, in dem Diskussion nicht mehr zugelassen, sondern unterdrückt wird, verliert ein Vorhaben seine demokratische Legitimation – ganz unabhängig davon, wie sinnvoll es technisch oder energetisch erscheinen mag.

Das ist die Erkenntnis, die in Waldsee gerade sichtbar wird:

Hier wird nicht fair verhandelt.

Hier wird nicht offen abgewogen.

Hier soll ausgerechnet die Wahrheit selbst zum Problem erklärt werden.



09.11.2025 - Ariane Stachowsky

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Landau
76829

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