30/08/2026
Poschardt spricht aus, was viele Bürger denken, sich aber nicht zu sagen trauen. Weil wir zwar offiziell Meinungs- und Redefreiheit haben, in der Realität aber jeder, der nicht der links-grünen Meinungsmache folgt, sozialer Ächtung und - schlimmer - Sanktionen ausgesetzt ist. Man braucht ein breites Kreuz und muss seine Karriereplanung abgschlossen haben, ehe man heute sagen kann, was man wirklich denkt. Unter vier Augen und hinter vorgehaltener Hand wird viel öfter Tacheles geredet.
Und wenn ich die gebetsmühlenartige Wiederkäuung des Begriffs "demokratische Parteien der Mitte" höre, bekomme ich inzwischen Ohrenkrebs. Da rechnen sich von den Grünen bis zur CDU inzwischen alle dazu, in Teilen sogar DIE LINKE. Diese Begrifflichkeit dient einzig und allein dazu, die Dämonisierung der AfD zu untermauern. Ausgrenzung und Brandmauer sind aber alles andere als demokratisch. Und noch vor wenigen Jahren waren CDU und CSU rechts und die SPD links. Das war die politische Einirdnung und die störte niemanden.
Ich bin seit meiner Jugend der Union verbunden (Vogel, Kohl, Strauß sind meine Männer, Frau Merkel war es nie) und dann auch Mitglied der CDU geworden. Ich erlabe mit aber, die Brandmauer für falsch und undemokratisch zu halten. Genauso wie die Verweigerung des politischen Diskurses. Mit den Kommunisten der SED-Nachfolgepartei DIE LINKE redet man auch und gewährt ihnen alle parlamentarischen Rechte. Warum nicht auch der AfD?
Ich bin, wie gesagt, CDU-Mitglied und halte auch nicht alles für gut, was die AfD so formuliert bzw. vorhat. Insbesondere die Ukraine-Politik und Nähe zu Putin stoßen bei mir auf starken Widerspruch. Das tun aber Politikfelder der Roten und Grünen auch, von Anti-Atomkraft-Haltung über den hochgepushten Klimawandel (den ich nicht leugne, aber anders bewerte) bis zur laschen Haltung bei den Migrationsproblemen. Mit diesen Leuten redet man aber und lässt sie sogar an den Regierungstisch.
Warum nicht also auch die AfD einfach mal machen lassen? Entweder entzaubert sie sich ziemlich rasch von selbst und erweist sich als nicht regierungsfähig - oder aber sie können was. Und dann sehe ich mehr inhaltliche Nähe der Union zur AfD als zu Linken und Grünen und selbst zur SPD. Themen wie die Ukraine und Russland-Politik müssen halt auf den Verhandlungstisch, wenn man über - in welcher Form auch immer - Zusamenarbeit redet. Das ist Demokratie, aber nicht Brandmauern hochziehen.