19/01/2025
NORDOSTQUARTIER : WER SOLL DAS BEZAHLEN UND WER PROFITIERT DAVON ?
Das von der Stadt und dem Bauträger MvB Baukultur (vormals Werndl/Quest) geplante sogenannte Nordostquartier sollte eigentlich alle Kolbermoorer interessieren und nicht nur die unmittelbaren Anwohner.
Trotz mehrfacher Anfragen hat sich die Stadt bislang noch nicht dazu geäußert, welche Kosten für die äußerst schwierige Erschließung und welche Folgekosten (Kindergärten, Schulen, etc.) für die Stadt, d.h. für alle Kolbermoorer Bürger anfallen werden.
Die wörtliche Aussage des Bürgermeisters dazu lautet: "Erst planen, dann rechnen". Das hat er auch bereits umgesetzt, indem er teure Gutachter und ein Münchener Architekturbüro beauftragt hat.
Nachdem eine landwirtschaftliche Nutzfläche von etwa 85.000 m² in Bauland umgewandelt werden soll, dürfte das Projekt für den großen Anteil des Bauträgers durchaus lukrativ werden. Weshalb sich allerdings der Bürgermeister derart stark dafür einsetzt und dabei vor öffentlichen Beleidigungen der Anwohner nicht zurückschreckt, erschließt sich nicht. Der Bauträger ist dafür bekannt, dass er zwar schönen und hochwertigen Wohnraum schafft, jedoch dafür auch gesalzene Preise verlangt. Die ständige Wiederholung des Bürgermeisters, dass damit für die Kolbermoorer Bürger bezahlbarer und dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden soll, dürfte wohl nicht zutreffen. Will Kolbermoor für die gesamte Region bis hinauf nach München den Wohnraumbedarf decken ? Z.B. steht im Spinnerei- und Conradtygelände und auch in anderen Ortsteilen von Kolbermoor noch freier Wohnraum zur Verfügung, weshalb kein dringender Bedarf bei Kolbermoorern vorhanden zu sein scheint. Allein bei Immoscout24 sind derzeit viele Immobilienangebote zum Kaufen oder Mieten in Kolbermoor aufgeführt.
Auch das Problem der völlig ungeeigneten Zufahrten (siehe Bilder) zu diesem geplanten überdimensionierten Projekt wird von der Stadt nicht beachtet. Hat der Bürgermeister anfangs noch von Enteignungen gesprochen, so plant er zwischenzeitlich zwei neue große Brücken über den breiten Teufelsgraben, bei dem es sich um ein Naturschutzgebiet handelt. Er möchte damit neben der schmalen, einspurigen Zufahrt ohne Bürgersteig im Norden noch einen Geh- und Radweg schaffen. Sofern diese Brücken überhaupt möglich sind, dürften die Kosten hierfür immens und das Naturschutzgebiet damit zerstört werden.
Leider sind nicht alle derzeitigen Nachbarn dieses Quartiers in der Lage, ihre Besorgungen und Ausflüge mit einem Lastenfahrrad über den Huberberg zu erledigen, auch wenn der Bürgermeister als Visionär versucht uns dieses "Verkehrsmittel der Zukunft" schmackhaft zu machen.