LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V.

LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. Sie lieben unsere wunderschöne Natur? - Wir auch! Darum machen wir Naturschutz in Bayern. Wir sind der bayerische NABU-Partner. Mehr auf www.lbv.de.

25/06/2026

Das Bartgeierteam und alle Beteiligten staunten nicht schlecht, als kurz nach dem Absetzen der beiden neuen Jungvögel in der Nische gestern Bartgeier Alosa über den Zaun hüpfte und außerhalb der Begrenzung war. Das Team vor Ort beobachtet sie fortlaufend und überlegte die nächsten Schritte. Zumindest für den Abend war alles insoweit in Ordnung: sie war in Sicherheit, ihr ging es gut und sie hatte genug gefressen.

Heute Morgen stiegen David Schuhwerk, Toni Wegscheider und Michael Knollseisen hinauf in die Nische und konnten sie ohne große Probleme einfangen und wieder in die Nische setzen. Dabei haben sie direkt den Zaun verstärkt, sodass Alosa hoffentlich nicht noch einmal entwischen kann. Alles gut gegangen!

📡 Seid ab jetzt live bei den Bartgeier-Jungvögeln dabei – mit der Bartgeier-We**am in den Berchtesgadener Alpen!

Im Rahmen des europaweiten Wiederansiedlungsprojekts des Bartgeiers zeigt der LBV in Kooperation mit dem Nationalpark Berchtesgaden seit 2021 jedes Jahr zwei bis drei junge Bartgeier in einer speziell eingerichteten Auswilderungsnische im Klausbachtal.

👀 Über zwei Live-We**ams können alle Interessierte die Entwicklung der Jungvögel – von der Auswilderung bis zu ihren ersten Flugversuchen – hautnah mitverfolgen.

📅 2026 wurden „Alosa” und „Zierli“ ausgewildert. Sie folgen auf Bavaria und Wally (2021), Dagmar und Recka (2022), Sisi und Nepomuk (2023), Vinzenz und Wiggerl (2024) sowie Generl und Luisa (2025).

🛠 Die technische Umsetzung in unwegsamem Gelände ist eine besondere Herausforderung. Die Kameras werden solarbetrieben, die Datenübertragung erfolgt via Richtfunk und LTE. Seit 2022 ist auch eine Full-HD-Übertragung möglich.

📷 Schaut vorbei 👉 www.lbv.de/bartgeier-webcam

Was habt ihr schon in der We**am entdeckt?

Ein erneuter Meilenstein für den Artenschutz in Deutschland: Mit der erfolgreichen Auswilderung der jungen Bartgeier „Al...
24/06/2026

Ein erneuter Meilenstein für den Artenschutz in Deutschland: Mit der erfolgreichen Auswilderung der jungen Bartgeier „Alosa” und „Zierli“ startet das gemeinsame Projekt von LBV und dem Nationalpark Berchtesgaden in sein sechstes Jahr.

Seit 2021 wurden damit insgesamt zwölf dieser majestätischen Vögel in der Berchtesgadener Alpenregion ausgewildert. Ziel ist die dauerhafte Wiederansiedlung des Bartgeiers (Gypaetus barbatus), der Anfang des 20. Jahrhunderts aus den Alpen verschwunden war.

📍Die beiden Bartgeier wurden in einer abgelegenen Felsnische in 1.300 Metern Höhe eingesetzt, wo sie nun ihre Flügel stärken, und auf ihren ersten Flug vorbereitet werden. Dabei werden sie ohne direkten menschlichen Kontakt betreut – per Infrarotkamera und Live-We**am.

📷 Unter www.lbv.de/bartgeier-webcam oder www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de kann man die Vögel live beobachten. Über GPS-Sender lässt sich später auch ihre Reise in den Alpenraum mitverfolgen: www.lbv.de/bartgeier-auf-reisen.

Das Weibchen „Alosa“ hat am 20. März im französischen Zuchtzentrum Asters das Licht der Welt erblickt. Ihr Name steht für die Artenschutzbemühungen der gleichnamigen Naturschutzstiftung, die das Bartgeierprojekt seit vielen Jahren maßgeblich unterstützt.

Der zweite Jungvogel schlüpfte am selben Tag im belgischen Tierpark Pairi Daiza und wurde als Ammenvogel an den französischen Zoo Beauval weitergegeben, wo er von einem erfahrenen Bartgeiermännchen großgezogen wurde. Der Vogel hat zu Ehren von Dr. Hubert Zierl den Namen „Zierli“ erhalten. Dr. Zierl war von 1978 bis 2001 der erste Leiter des Nationalparks Berchtesgaden und feierte heuer seinen 90. Geburtstag. Erst in ein bis zwei Wochen wird nach Auswertung eines Bluttests bekannt sein, ob es sich hierbei um einen männlichen oder weiblichen Vogel handelt.

Wen würdet ihr gerne mitnehmen, um die Bartgeier live in den Alpen zu beobachten? Markiert die Person in den Kommentaren. 🫶

Das Projekt wird vom Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.

Den gesamten Frühling über begleiten uns die Vögel ab früh morgens mit ihrem Gesang 🎶. Doch schon im Juni beginnt das mo...
23/06/2026

Den gesamten Frühling über begleiten uns die Vögel ab früh morgens mit ihrem Gesang 🎶. Doch schon im Juni beginnt das morgendliche Vogelkonzert auszudünnen und im Hochsommer ist von vielen Arten kein Ton mehr zu hören.

Grund dafür ist das Ende der Brutzeit bei vielen Vogelarten. Der Vogelgesang hat zwei Funktionen: einen Partner anlocken und das Brutrevier markieren. Somit haben die Vögel außerhalb der Brutzeit keine Notwendigkeit zu singen.

Außerdem beginnt zu dieser Zeit bei den meisten Vogelarten die Ma**er – die jährliche Erneuerung des Gefieders. Der Austausch sämtlicher Federn benötigt je nach Art zwei bis drei Monate. Während der Ma**er können die Vögel schlechter fliegen, da auch die Schwung- und Schwanzfedern erneuert werden. Also verbergen sie sich so gut wie nur möglich, um Feinden zu entgehen. Bekommt man sie doch mal zu Gesicht, machen Vögel in der Ma**er einen zerzausten Eindruck.

Enten und andere Wasservögel suchen oft spezielle Ma**ergewässer auf. Dort lassen sie sich gut beobachten, natürlich nur mit Rücksicht und Abstand.

Durch das veränderte Futterangebot später im Sommer mit reichlich reifen Früchten und Samen scheint es, als ob die gewohnten Gartenbesucher verschwinden. Zu dieser Zeit schließen sich viele Vögel zu Trupps zusammen, oft mehrere Arten gemischt, und durchstreifen die Landschaft auf der Suche nach Futter zur Stärkung für den Winter oder den Zug Richtung Süden.

Wenn sich im Herbst die Kraniche oder Gänse sammeln, ist der Vogelzug gut sichtbar. Doch je nach Länge der Reisestrecke machen sich einige Arten schon mitten im Sommer auf den Weg. Zwischen An- und Abreise liegen nur drei bis vier Monate. Der Gelbspötter etwa lässt seinen unermüdlich quirligen Gesang bei uns ab Anfang Mai hören und schon Ende Juli bricht er wieder auf.

Noch früher sind die Kuckucke dran, denn für die Jungenaufzucht sorgen ja die Wirtseltern. Schon im Juni beginnt der Abzug.

Welchen Vogelgesang vermisst ihr jetzt schon? 🐦💛

Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist ein faszinierender Sommervogel, der mit seiner exotischen Farbenpracht und seine...
22/06/2026

Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist ein faszinierender Sommervogel, der mit seiner exotischen Farbenpracht und seinem charakteristischen Ruf sofort Aufmerksamkeit erregt. Seine leuchtend gelbe Kehle, die bläuliche Unterseite und das rotbraune Gefieder machen ihn zu einem der farbenprächtigsten Vögel Europas. 🌈

Während seiner Zeit bei uns – meist von Mai bis August – hält er sich bevorzugt in offenen, warmen Landschaften auf, oft in der Nähe von Flüssen, Kiesgruben oder steilen Abbruchkanten. Dort findet er geeignete Brutplätze und Jagdgebiete.

Seine Nahrung besteht fast ausschließlich aus Insekten 🦟, insbesondere Bienen und Wespen 🐝. Diese fängt er häufig aus großer Höhe mit beeindruckender Präzision im Flug. Dabei nutzt er Sitzwarten wie Zweige oder Zäune, um seine Beute aus der Ferne zu erspähen. Einmal gefangen, wird das Insekt durch Schlagen auf eine harte Unterlage betäubt und gegebenenfalls entgiftet. So entfernt der Bienenfresser etwa den Stachel, indem er das Beutetier mehrmals über eine Fläche reibt.

Trotz seiner Spezialisierung auf steile, sandige Brutplätze hat sich der Bestand in den letzten Jahrzehnten leicht stabilisiert. Dennoch gilt die Art im Freistaat mit nur etwa 50 bis 70 Brutpaaren als stark gefährdet. Bundesweit hingegen ist sie derzeit nicht bedroht und wird sogar als Profiteur des Klimawandels betrachtet, da sich ihr Brutareal in Mitteleuropa ausweitet.

Besonders eindrucksvoll ist der Ruf des Bienenfressers: ein weiches, oft mehrfach wiederholtes „Prrüt“, das von fliegenden Trupps weit hörbar ist – ein akustisches Markenzeichen dieses eleganten Luftjägers.

Kennt ihr Bienenfresser und habt ihr schon mal welche beobachten können?🫶

Klein, kontrastreich und immer eine spannende Vogelbeobachtung: das Schwarzkehlchen. 🖤🧡 Wenn ihr heute draußen unterwegs...
21/06/2026

Klein, kontrastreich und immer eine spannende Vogelbeobachtung: das Schwarzkehlchen. 🖤🧡

Wenn ihr heute draußen unterwegs seid, haltet an buschigen Wiesen, Brachen, Mooren oder Zäunen kurz inne. Vielleicht hört ihr erst ein trockenes „Fit-tack-tack“ – und entdeckt dann auf einer Distel, einem Zaunpfahl oder einer Brombeerranke einen kleinen Vogel mit großer Bühne.

Das Schwarzkehlchen liebt offene, strukturreiche Landschaften: nicht „aufgeräumt“, nicht perfekt glatt, sondern voller Stauden, Sträucher, Insekten und Verstecke. Genau solche Orte wirken für uns manchmal unscheinbar – für viele Arten sind sie überlebenswichtig.

In Bayern steht das Schwarzkehlchen auf der Vorwarnliste der Roten Liste der Brutvögel. Helfen könnt ihr ihm, indem ihr Brachen, extensives Grünland und naturnahe Gärten erhaltet – und auf Insektizide verzichtet. Denn wo Insekten fehlen, fehlt auch dem Schwarzkehlchen die Nahrung.

Sonntagstipp: Nehmt beim nächsten Spaziergang ein Fernglas mit und sucht die Spitzen von Sträuchern, Stauden und Zäunen ab. Dort sitzt es besonders gern.

Hattet ihr schon einmal eine Begegnung mit einem Schwarzkehlchen? Und wenn wo?

Morgen, also am 21. Juni beginnt offiziell der Sommer. Für viele bedeutet das Freibadwetter und laue Nächte – für unsere...
20/06/2026

Morgen, also am 21. Juni beginnt offiziell der Sommer. Für viele bedeutet das Freibadwetter und laue Nächte – für unsere heimische Tierwelt aber beginnt eine Zeit der Hitze, Trockenheit und Not.

In aufgeräumten Gärten, auf Schotterflächen oder zwischen Pflastersteinen staut sich die Hitze, der Boden trocknet aus, es gibt kein Leben, das kühlt.

Ganz anders in naturnahen Gärten: Dort wirken Pflanzen wie eine natürliche Klimaanlage – sie verdunsten Wasser, spenden Feuchtigkeit und senken die Umgebungstemperatur spürbar.

Der Gartenrotschwanz profitiert davon besonders. Der kleine Singvogel braucht strukturreiche, lebendige Gärten: mit alten Bäumen, Hecken, Wildkräutern und Altholz. Dort findet er nicht nur Nahrung und Brutmöglichkeiten, sondern auch ein kühles Mikroklima, das er zum Überleben braucht.

Naturnahe Gärten schaffen Mikroklima für Tiere und Menschen:
🌱 Hecken und Gehölze kühlen die Luft durch Verdunstung und Schattenwurf.
🪵 Totholzbereiche halten Feuchtigkeit im Boden.
🐞 Wildpflanzen fördern die Insektenvielfalt und sorgen für gesunde Nahrungsketten.

Und manchmal reicht dafür schon ein einziger Baum.🌳

Naturschutz beginnt im Kleinen: im eigenen Garten, auf dem Balkon oder vor dem Haus. 🫶

Habt ihr kühlende Elemente wie einen Baum rund um euer Haus oder eure Wohnung?

Was auf den ersten Blick nach morschem Holz aussieht, ist in Wirklichkeit ein Hotspot der Artenvielfalt. Denn viele Spec...
19/06/2026

Was auf den ersten Blick nach morschem Holz aussieht, ist in Wirklichkeit ein Hotspot der Artenvielfalt. Denn viele Spechte wählen ihre Höhlenbäume nicht zufällig aus: Oft nutzen sie Holz, das bereits durch holzzersetzende Pilze geschwächt wurde.

Beim Schwarzspecht kann das sogar Jahre dauern: Er beginnt manchmal mit einer kleinen „Initialhöhle“. Durch dieses erste Loch können Feuchtigkeit und Pilze ins Holz eindringen. Das Holz wird mit der Zeit weicher – und später kann der Specht daraus leichter eine tiefe Bruthöhle bauen.

Für den Kleinspecht ist weiches Holz besonders wichtig. Als kleinste heimische Spechtart hat er einen deutlich schwächeren Schnabel als Buntspecht oder Schwarzspecht. Er ist deshalb darauf angewiesen, dass Pilze das Holz bereits vorbereitet haben.

Und genau hier passiert etwas Großes: Die entstehenden Baumhöhlen sind nicht nur für Spechte wichtig. Sie werden später auch von vielen anderen Arten genutzt – zum Beispiel von Meisen, Kleibern, Fledermäusen, Käfern oder Wildbienen. Pilze und Spechte schaffen also gemeinsam wertvolle Mikrohabitate und bringen Leben in den Wald.

In unserem Citizen-Science-Projekt wollen wir ab September dieses faszinierende Zusammenspiel genauer erkunden: Wie wirken holzzersetzende Pilze und Spechte als echte Ökosystem-Ingenieure zusammen? Mehr dazu im August.

Denn manchmal beginnt Artenvielfalt mit etwas, das wir viel zu oft übersehen: einem Pilz am Baumstamm. 🍄🐦

Habt ihr schon einmal Spechthöhlen oder auffällige Pilze an alten Bäumen entdeckt?

18/06/2026

Birding ist gerade Trend? Wir sagen: Juhu! Endlich. 🐦

Denn Vögel beobachten ist nicht nur entspannend, spannend und perfekt für draußen. Es ist auch ein richtig guter Einstieg, um Natur vor der eigenen Haustür bewusster wahrzunehmen.

Ob im Garten, im Park, an Feuchtwiesen oder mitten in der Stadt: Wer einmal anfängt hinzuschauen und hinzuhören, entdeckt plötzlich überall Vögel.

Im Video zeigen wir euch fünf einfache Tipps für den Einstieg ins Birding — damit es für euch und für die Vögel eine gute Sache wird.

Welcher Vogel war eure “Einstiegsdroge” ins Vögelbeobachten? 😉

🌞 Am Wochenende soll es wieder heiß werden. Bei Hitze müssen nicht nur wir Menschen mehr trinken, sondern auch Wildtiere...
17/06/2026

🌞 Am Wochenende soll es wieder heiß werden. Bei Hitze müssen nicht nur wir Menschen mehr trinken, sondern auch Wildtiere wie Vögel haben dann einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf.

🐦 Vögel sind nicht in der Lage ihre Körpertemperatur durch Schwitzen zu regulieren, da sie keine Schweißdrüsen besitzen. Trotzdem müssen sie zwei Mal am Tag trinken. Vor allem Körnerfresser können keine Flüssigkeit über die Nahrung aufnehmen.

🏘️ Da besonders in Siedlungsgebieten immer mehr natürliche Gewässer verschwinden und im Sommer auch Gräben und Pfützen austrocknen, sind Vögel auf künstliche Wasserquellen angewiesen. Diese nutzen sie nicht nur zum Trinken, sondern auch für die Gefiederpflege.

💦 Eine Vogeltränke kann jede und jeder Einzelne ganz leicht im eigenen Garten oder auf dem Balkon einrichten. Dazu reicht schon eine flache Schale oder ein Blumenuntersetzer. Im Idealfall sollte die Schale am Rand abgeflacht sein und einen rauen Innenboden haben, damit die Vögel Halt finden. Am besten stehen die Tränken nicht in unmittelbarer Nähe zu Gebüschen und sind für die Vögel gut einsehbar. So können sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen.

↕️ Für unterschiedliche Vogelarten eignen sich unterschiedliche Wassertiefen zwischen 2,5 und 10 cm. Ganz besonders wichtig ist die Hygiene an der Wasserstelle, denn dort wo sich viele Vögel tummeln, verbreiten sich leicht auch Krankheiten und Parasiten. Bei warmem Wetter muss die Tränke täglich mit kochendem Wasser und einer Bürste gereinigt und das Wasser gewechselt werden.

🐝 Tipp: Um Wasserstellen auch für Insekten zugänglich zu machen, reicht es bereits einen Stein in die Tränke zu legen, der über die Wasseroberfläche hinausschaut. So wird die Gefahr, dass Insekten am Rand der Schale abstürzen und ertrinken, verkleinert. Der Stein macht außerdem leichte Schalen stabiler.

👉 Eine Vogeltränke sollte also in keinem vogelfreundlichen Garten fehlen.

Steht bei euch schon eine Wasserstelle für Vögel oder Insekten? Erzählt uns gern, wer bei euch vorbeischaut. 🧡

An warmen Tagen im Frühsommer gehört das Zirpen der Feldgrille 🦗 zu den schönsten Geräuschen in Wiesen, Böschungen und F...
16/06/2026

An warmen Tagen im Frühsommer gehört das Zirpen der Feldgrille 🦗 zu den schönsten Geräuschen in Wiesen, Böschungen und Feldrainen. Zu sehen bekommt man die Feldgrille trotzdem selten: Die schwarz glänzenden Tiere sind sehr vorsichtig und verschwinden bei der kleinsten Störung blitzschnell in ihrer selbst gegrabenen Erdhöhle.

Die Feldgrille ist eine Frühstarterin unter den heimischen Heuschrecken. Während viele andere Arten erst ab etwa Mitte Juli zu hören sind, beginnt sie oft schon im Mai zu zirpen und musiziert bis in den Juli hinein. An warmen Tagen ist der Gesang der Männchen vom späten Vormittag bis in die Abendstunden zu hören, manchmal bis zu 50 Meter weit.

Ihr „Instrument“ tragen die Männchen direkt am Körper: Sie reiben ihre Flügel rasch aneinander. Die Weibchen hören den Gesang mit ihren „Ohren“ an den Vorderbeinen und können ein singendes Männchen aus mehreren Metern Entfernung orten.

Optisch ist die Feldgrille unverwechselbar: schwarz glänzender Körper, großer kugeliger Kopf, lange Fühler – fast wie ein kleines Insekt im schwarzen Frack. Fliegen kann sie nicht. Sie lebt am Boden, meist in trockenen, warmen und schütter bewachsenen Lebensräumen: an Böschungen, Feldrainen, Heiden, trockenen Brachen oder extensiv genutzten Wiesen.

Genau solche Lebensräume werden jedoch seltener. Wenn Böschungen zuwachsen, Brachen verschwinden, Wiesen intensiv genutzt werden oder Feldraine verloren gehen, fehlt der Feldgrille der passende Lebensraum. Als wärmeliebende Art kann sie stellenweise vom Klimawandel profitieren – aber nur dort, wo es noch geeignete Lebensräume gibt.

Die Feldgrille zeigt: Wärme allein reicht nicht. Arten brauchen Raum, Struktur und passende Lebensräume. Wer artenreiche Wiesen, Feldraine, Böschungen und wilde Ecken erhält, schützt auch den Soundtrack des Frühsommers. 🎵☀️

Habt ihr dieses Jahr schon Feldgrillen gehört? 🫶

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