27/08/2025
Insgesamt etwa 100 Gäste waren auf Einladung des Vereins BI-Wasserkamp zur Wiese vor der Henrich Engelke-Halle gekommen.
Eine besondere Ehre war der Besuch von Elfriede Graf, die sich an ihre Zeit als Verantwortliche und Pächterin der Domäne Marienburg erinnerte.
Sie galt als modern eingestellte Verwalterin, die aber auch ein Herz für die Mitarbeiter und das Land hatte.
Der Posaunenchor der Matthäus-Gemeinde gab mit "Kein schöner Land .." den Takt vor.
Denn der Wasserkamp, so stellten alle Teilnehmer übereinstimmend fest, ist ein schönes Stück Land. Hier für "repräsentative" Menschen repräsentative Häuser bauen zu wollen, wäre eine Verschwendung dieses schönen Landes. Mit ihren Tönen forderten die Posaunenspieler uns auf, achtsam mit dem uns geschenkten Erbe umzugehen, um es unbeschädigt unseren Enkeln weitergeben zu können.
Gespräch mit Elfriede GrafSpontan erklärte sich Elfriede Graf zu einem Gespräch bereit und berichtete von den Anfängen der Domäne Marienburg im 13. Jahrhundert und von der nachfolgenden Entwicklung.
In all den Jahren hindurch stand die Landwirtschaft im Mittelpunkt des Interesses der Bewohner von Marienburg. Jede Generation machte die Ländereien ein bisschen besser, ein bisschen ertragreicher.
Im Gespräch mit Kurt Warmbein drückte Elfriede Graf ihre Sorge und ihr Unverständnis über die aktuelle Entwicklung aus.
Nach dem Krieg seien auf dem Wasserkamp einfache Häuser entstanden, die aber wegen des schwierigen Untergrundes nur kurze Zeit Bestand hatten. Zu oft sei das Grundwasser in die Häuser eingedrungen. Das sei natürlich wieder zu erwarten.
Und dann sei der Wasserkamp als Puffer für Starkregenereignisse wertvoll, die ja wegen des Klimawandels aktuell viel häufiger stattfinden würden als früher. Damals hätte man sich "nur" über geringere Ernten Sorgen machen müssen. Heute ginge es auch um das angrenzende Naturschutzgebiet.
Während sich die Erwachsenen bei Bratwurst oder Kuchen über die Situation am Wasserkamp unterhielten oder informieren ließen, freuten sich die Kinder über die aufgestellte Hüpfburg. Sie sah zwar nicht aus wie ein Drache sondern eher wie ein Bär, hatte aber auch gruselige Zähne.
Von den Erwachsenen erntete OB Meyer heftige Kritik, der zwar in seinen Reden von Klima- und Landschaftsschutz spreche, in seinem Tun aber gerade das Gegenteil davon mache, nämlich weitere Versiegelung und Vernichtung eines wertvollen Ackerbodens.
Alle Besucher zeigten sich empört darüber, dass ein für das Klima und die Kühlung der Innenstadt so wertvolles Flächenstück einfach für eine repräsentative Bebauung geopfert werden solle.
Das Team vom BI-Wasserkamp dankt allen Helferinnen und Helfern, insbesondere den Spendern und Spenderinnen von Kuchen und Kaffee.
Sie alle haben durch ihren Einsatz ganz stark zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen.
Das Team zog den Schluss, dass die Veranstaltung, trotz eines zwischenzeitlichen Regenschauers, sehr erfolgreich war. Die Ablehnung der Pläne der Stadt war weiterhin hoch. Gleichzeitig war eine große Empörung zu spüren angesichts der Uneinsichtigkeit weiter Teile der Politik und weiter Teile der Verwaltung.