30/05/2026
Unsere Antwort zur Stellungnahme von Herrn Ehrfried Trageser (siehe Bild):
Es ist schon erstaunlich, mit welcher Vehemenz hier berechtigte Sachargumente als „Propaganda“ diffamiert werden, während man gleichzeitig versucht, die Bürger mit Halbwahrheiten abzuspeisen.
Schauen wir uns die Fakten zum angeblichen „Bürgerentscheid“, den Verträgen und der Realität vor Ort doch einmal genau an:
Der Bürgerentscheid ist rechtlich abgelaufen:
Der damalige Entscheid fand vor über drei Jahren statt. Laut der Hessischen Gemeindeordnung (§ 8b HGO) hat ein Bürgerentscheid eine gesetzliche Bindungsfrist von drei Jahren. Diese Frist ist längst verstrichen. Es ist also nicht nur legitim, sondern demokratische Pflicht, das Projekt unter aktuellen Bedingungen neu zu bewerten.
Völlig neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen:
Seit dem damaligen Entscheid hat sich die wirtschaftliche Realität komplett gedreht. Die Rahmenbedingungen haben sich massiv verschlechtert: Wir sprechen von sinkenden EEG-Vergütungen bei gleichzeitig explodierenden Bau- und Zinskosten. Zudem greifen knallharte Vorgaben der Bundesnetzagentur: Die Projektierer müssen sich heute ganz anders an den Kosten für Netzentgelte beteiligen und finanzielle Abschläge hinnehmen. Ein Projekt, das vor Jahren auf dem Papier vielleicht noch schönzurechnen war, ist unter diesen strikten regulatorischen Auflagen heute ein unkalkulierbares finanzielles Risiko.
Wenig Wind im Sülzert:
Es ist ein offenes Geheimnis, dass unsere Region und speziell der Sülzert zu den windarmen Gebieten gehören. Es ist wirtschaftlicher und ökologischer Irrsinn, für einen minimalen, unzuverlässigen Ertrag tonnenweise Beton in den Waldboden zu gießen.
Unser Wald ist akut bedroht:
Die verheerenden Dürrejahre haben dem Wald schwer zugesetzt. Wer die Augen davor verschließt, dass großflächige Rodungen für industrielle Windkraftanlagen das Mikroklima zerstören, den Grundwasserspiegel gefährden und das Waldbrandrisiko massiv erhöhen, handelt unverantwortlich.
Verträge sind kein Naturgesetz:
Nur weil Verträge voreilig abgeschlossen wurden, bedeutet das nicht, dass sie unumstößlich sind. Wenn aktuelle Gutachten und veränderte Wirtschaftszahlen zeigen, dass das Projekt Mensch, Natur und den kommunalen Haushalt schädigt, müssen Verträge hinterfragt und notfalls rückabgewickelt werden. Das Wohl der Bürger und unserer Heimat steht über den Profitinteressen von Projektierern!
Wir von Gegenwind Freigericht e.V. verbreiten keine Propaganda, sondern stützen uns auf handfeste Fakten, aktuelle Gutachten und den gesunden Menschenverstand. Echter Klimaschutz zerstört nicht die grünen Lungen vor unserer eigenen Haustür für ein unrentables Industrieprojekt. Wir kämpfen weiter für den Erhalt unseres Waldes!
Dies sind die Fakten Herr Ehrfried Trageser, auch wenn diese nicht in Ihr ideologisch verblendetes Weltbild passen!