18/02/2025
Manch einer denkt, elektrische Radnabenmotoren wären eine Erfindung aus den letzten zwei Jahrzehnten für die modernen Elektroautos der Gegenwart. Tatsächlich wurde das Patent für Radnabenmotoren bereits 1896 an Ferdinand Porsche vergeben. Vier Jahre später baute er bei der Firma Lohner in Österreich sein erstes Elektroauto, den Lohner-Porsche, den er im Rahmen der Weltausstellung in Paris öffentlich präsentierte. Es war dieses innovative Antriebskonzept, das erstmals den Namen Porsche in die Medien brachte. Die Berliner Zeitung schrieb beispielsweise: „Die epochemachende Neuheit des Wagens besteht in der gänzlichen Beseitigung aller Zwischengetriebe (...) durch den Einbau der Elektromotoren, System Porsche, in die Naben der Vorderräder.“
Die Wiener Firma Jacob Lohner & Co. brachte gemeinsam mit Ferdinand Porsche anschließend dieses Elektroauto mit in die Vorderräder integrierten Radnabenmotoren in die Serienfertigung. Der komplette Entwicklungsprozess dauerte lediglich rund zehn Wochen. Jeder dieser Radnabenmotoren leistete anfangs 2,5 PS, wodurch der Lohner-Porsche eine Höchstgeschwindigkeit von 32 km/h erreichen konnte. Als weiteren Meilenstein verbaute man an allen vier Rädern Bremsen, die zeitgleich betrieben werden konnten. Daraus kann man die harmonische Balance zwischen technischem Talent, konstruktiver Kreativität und dem Bestreben zur Optimierung bestehender Lösungen bei Ferdinand Porsche sehen.
Der Radnabenmotor war sein Durchbruch. Bemerkenswert ist dabei, dass die Technologie immer als „System Lohner-Porsche“ beschrieben wurde. Gemeinsam mit Ludwig Lohner entwickelte Porsche ein modulares System für den elektrischen Antrieb mit drei unterschiedlichen Motorengrößen und Leistungsstufen von bis zu 12 PS pro Rad. Dadurch konnte die neue Technologie für Personenwagen, Busse und schwere Lastwagen Verwendung finden. Die Reichweite der Fahrzeuge betrug dank ihrer Bleiakkus rund 50 Kilometer. Porsche verfolgte die Idee sogar in Richtung eines Rennfahrzeugs weiter, das mit vier Radnabenmotoren mit je 14 PS Leistung ausgestattet wurde und ebenfalls im Jahr 1900 debütierte. Es erhielt den Spitznamen „La Toujours Contente“, was soviel heißt wie „die Eine, die immer glücklich ist“ und war wohl das erste Fahrzeug mit permanentem Allradantrieb.