10/12/2021
>>Ich trennte mich vom Kindsvater aufgrund von jahrelanger Gewalt. Als ich mir beim Jugendamt Bonn Hilfe holen wollte, war mir nicht bewusst das sie und später auch das Amtsgericht Bonn sowie die Verfahrensbeiständin und die
Elternberaterin, zu der das Gericht uns schickte- ihm helfen würden, seine
Gewalt weiter auszuüben und mich weiter zu demütigen. Meine Berichte über
seine Ausbrüche, seine körperliche/ sexuelle und psychische Gewalt mir
gegenüber, wurden entweder belächelt, kleingeredet oder mit Zorn beantwortet.
Das Jugendamt bediente sich dem Victimblaming: „Ja hätten sie mal nicht
einen Mann aus dem Kulturkreis ausgewählt, da weiß man doch worauf man sich einlässt. Jetzt müssen SIE mit den Konsequenzen IHRES Fehlers leben. Der
Vater hat Rechte!“
Die Richterin wurde wütend auf MICH weil ich die gewalttätige Art meines Ex-
Partners thematisierte und bezichtigte mich der Lüge: „Bleiben Sie
gefälligst bei der Wahrheit Frau XY, ich bin nicht von gestern.“
Die Verfahrensbeiständin winkte alles unwirsch ab: „Aber er ist ein bemühter
Vater. Wollen Sie lieber einen Vater für ihr Kind, der sich aus dem Staub
macht?“ Nein ich wollte einen Vater für mein Kind, der ehrliches Interesse
zeigte, der es nicht benutzte, manipulierte und verunsicherte. Der es nicht
körperlich gefährdete, weil er unfähig war sich verantwortungsbewusst um
sein eigenes Kind zu kümmern. Der ihm nicht zeigte, dass Männer ihre
Partnerinnen schlagen und demütigen dürfen. Aber dies möchte man nicht
hören. Männerrechte über alles.
Die schlimmste Retraumatisierung fand allerdings bei der Mediation einer
städtischen Elternberatungsstelle statt. Dort musste ich nicht nur
wöchentlich auf den Mann treffen, der mir schlimmstes angetan hatte, ihm
wurde eine Bühne gegeben mich weiter zu kontrollieren und Zugang zu mir zu
bekommen. Ich musste mich nun gegen zwei Personen gleichzeitig behaupten.
Alles was ich tat oder sagte wurde von der Mediatorin in Frage gestellt, ich
wurde regelmäßig in die Mangel genommen und mir wurde unterstellt, ich hätte noch Gefühle für den Kindsvater, nachdem ich berichtete, wie er mich einmal bis zur Bewusstlosigkeit würgte, während mein Baby nebenan schlief.
Neutralität der Mediatorin? Fehlanzeige.
Bei einem Gespräch unter vier Augen sagte sie mir, ich solle endlich dem
Wunsch des Vaters nachgeben unser Kind im Wechselmodell zu betreuen,
entgegen der Tatsache, dass dieser sich alles andere als zuverlässig oder
verantwortungsbewusst zeigte. Vor Gericht würde ich eh verlieren, so ihre
Prognose. Sowieso waren alle (teils groben und fahrlässigen) Fehler, die er
beging, nur wieder auf mich, der Mutter, zurückzuführen.
Ich habe selten solch Misogynie und solch eine Voreingenommenheit gegenüber
Frauen erlebt wie Im Familiengericht, Jugendamt und den dazugehörigen
Institutionen.