10/02/2026
Als diese ganzen kleinen Not oder eher Scheinlösungen entstanden, hatte
ich sofort ein ungutes Gefühl. Ich sage das als jemand, der selbst
obdachlos war, in einem Bretterverschlag lebte und nur knapp entkam, als
dieser angezündet wurde und in Sekunden lichterloh brannte.
Solche provisorischen Schutzräume, die ein bisschen Schutz vor Regen,
Kälte und Wind versprechen, können sich sehr schnell in eine Falle
verwandeln. Dann geht es nicht mehr darum, sich zu wärmen sondern darum,
lebend herauszukommen.
Wenn wir uns anschauen, was häufig angezündet wird, dann sind es oft
Zelte, Schlafsäcke oder andere notdürftige Unterkünfte. Seltener trifft
es Menschen, die ganz ohne Begrenzungen im Freien schlafen.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ein Mensch, der nur Kleidung
trägt, schwerer in Brand zu setzen ist als eine Behausung oder ein
Schlafsack, der den Körper umgibt.
Ja, das klingt hart. Aber genau
deshalb müssen wir darüber sprechen 🗣️
Ohne jede Form von Schutz im Freien zu schlafen, wobei wirkliches
„Schlafen“ unter solchen Bedingungen kaum möglich ist, bedeutet jedoch
oft, an Unterkühlung zu sterben.
Für mich ist klar, das kann und darf nicht die Lösung sein. Oft werden
Übergangslösungen leider, wie die Erfahrung zeigt zur Dauerlösungen.
Ein sicherer, eigener Raum ist unverzichtbar, auch um schwere Traumata
überhaupt verarbeiten zu können.
Bei mir hat es mehr als zwei Jahrzehnte
gedauert, bis ich zum ersten Mal über den Anschlag gesprochen habe 🔊
Heute bin ich so weit, dass ich in meinem zweiten Buch, das gerade
entsteht, sogar über diesen Tag schreibe, um sichtbar zu machen, wie
weitreichend und oft unsichtbar die Folgen eines solchen Angriffs sind.
Menschen tragen diese noch lange mit sich, selbst wenn sie überlebt haben
und äußerlich vielleicht keine Verletzungen zu sehen sind.
Die inneren Verletzungen bleiben dennoch 🫂