26/09/2026
Moksha Devi
MEDIZIN DER TAGUNDNACHTGLEICHE
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MEDIZIN DER TAG- UND NACHTGLEICHE
(Wenn sich die Dunkelheit
nicht mehr vertreiben lässt.)
Hör auf,
nur nach dem Licht,
nach dem Positiven
zu suchen.
Zünd eine Kerze an.
Nicht um die Nacht
zu besiegen.
Nur... damit etwas
mit dir bleibt und dich
erinnert.
Iss etwas Warmes.
Leg die Hand
auf deinen Körper.
Sag nicht:
Reiß dich zusammen.
Sag:
Ich bin noch da.
Verlust, Trennung,
Tod sind keine
Strafen.
Es ist die Zeit,
in der die Dinge
weniger werden
dürfen.
Auch die
Dunkelheit
hat ihre
Göttinnen.
Sie lehren dich,
zu bleiben,
gerade wenn es
schmerzt.
⸻
Gestern habe ich gesehen, wie jemand zur Tagundnachtgleiche und zum Herbstbeginn so einen kleinen Gabenteller gemacht hat. Ich saß in der Sonne und irgendetwas daran ist bei mir hängen geblieben.
Ich bin wirklich kein Bastelmensch. Aber ich habe ein paar Hortensienblüten, Blätter, zwei Äpfel und eine Kerze genommen und daraus meinen eigenen kleinen Herbstkreis gemacht.
Später habe ich ihn an einen besonderen Ort gebracht. Zu einer kleinen Grabstätte, um die ich mich sorge.
Dieser Ort ist für mich mit der Zeit mehr geworden als nur ein Ort der Trauer. Er verbindet mich mit der Anderswelt, mit Erinnerung, mit meinem inneren Kind, mit all dem, was nicht einfach verschwindet, nur weil es still geworden ist.
Vielleicht ist es genau das, was der Herbst mit uns macht. Er nimmt nichts ganz fort. Er verändert die Form. Er zieht etwas zurück, legt etwas frei, macht sichtbar, was im Lärm des Sommers keinen Platz hatte.
Und die Herbstin sagt:
Nimm, was noch da ist.
Leg es in einen Kreis.
Zünd ein Licht an.
Und bleib einen Moment bei dem, was erinnert werden will.