21/08/2026
„Wat fott es, es fott.“ steht auf einer der Mülltonnen am Rheinufer. Und selten hat ein Satz so gut gepasst. Denn gerade zählt jeder Tag. Der Rhein steigt wieder – und mit ihm verschwindet Stück für Stück das, was das extreme Niedrigwasser in den vergangenen Wochen freigelegt hat. Müll und Altlasten, die teilweise seit Jahren oder Jahrzehnten im Flussbett liegen. Was wir jetzt nicht bergen, liegt schon bald wieder unter Wasser.
Also hieß es gestern nach Feierabend: Spaten raus. Spitzhacke raus. Seile raus. Und ran an den Müll.
Ganz spontan kam eine zehnköpfige Blockblocks-Crew rund um die Theodor-Heuss-Brücke zusammen. Einige der schweren Funde hatten wir bereits zuvor gesichtet und wussten: Wenn wir die noch rausholen wollen, dann jetzt. Und diese Crew hat geliefert! 💙
Im Abendlicht wurde gegraben, gezogen, gezerrt, geschleppt und gemeinsam an Seilen gehangen. Teile von Fahrrädern kamen zum Vorschein, Planen, Metallgestänge, Reifen – und sogar ein Motorrad. Fast jedes größere Fundstück war über die Jahre zu einem regelrechten Fangnetz für weiteren Müll geworden: Textilien, Schnüre, Seile und Plastik hatten sich darin verheddert, darum gewickelt und festgesetzt.
Hier war wieder echtes Teamwork und Durchhaltevermögen gefragt. Nasse Klamotten, schwere Böden, feststeckender Müll – völlig egal. Diese zehn Menschen waren gekommen, um etwas zu schaffen. Es war einer dieser Abende, an denen man wieder merkt, was möglich ist, wenn Menschen nicht lange reden, sondern gemeinsam anpacken.
Am Ende standen wir müde, dreckig und ziemlich glücklich am Rheinufer.
500,8 KILO MÜLL. Geborgen an einem einzigen Feierabend.�
500 Kilo Müll, die nun nicht mehr unter dem Wasser des steigenden Rheinpegels verschwinden werden.�
500 Kilo Altlasten, um die wir den Rhein erleichtern konnten.
Und während über uns langsam das letzte Abendlicht verschwand, wurde uns klar: Das Zeitfenster schließt sich. Der Rhein steigt weiter. Für heute haben wir alles getan, was in unserer Macht stand. Und genau das werden wir auch weiterhin tun: rausholen, was wir können, solange wir noch drankommen.
Ein riesiges DANKE an diese großartige Crew, die gestern nach Feierabend gegraben, gezogen, geschleppt und sich auch vom Regen nicht hat aufhalten lassen. Danke für eure Kraft, eure Zeit und euren unermüdlichen Einsatz. 💙
Ihr habt den Rhein um weitere 500 Kilo erleichtert. Und darauf könnt ihr verdammt stolz sein!💪