08/06/2026
Der Caniglück-Freundeskreis unterwegs
Diesmal führte unsere Wanderung den Caniglück-Freundeskreis in die wunderschöne Gegend rund um Wildeshausen. Dort wurden wir von unserem Mitglied Uwe herzlich empfangen, der zwei fantastische Touren für uns ausgearbeitet hatte.
Wir durften ein wundervolles Hunde-Wanderwochenende erleben und einmal mehr erfahren, wie selbstverständlich unsere Hunde sich auf Neues einlassen. Fremdes Gelände, gemeinsame Abendrunden, Geduld und Ruhephasen, Begegnungen mit Wanderern, Radfahrern und anderen Hunden – all das meisterten sie mit einer Gelassenheit, die uns immer wieder beeindruckt. Den Abschluss bildete ein gemütlicher Einkehrschwung im Hofgut Sannum, wo wir mit sechs Hunden sogar im Innenbereich willkommen waren.
Mit dabei waren Imbir, Flip und Mola aus Belchatów in Polen, Abby aus Bulgarien, Haila aus Italien und Susi aus Portugal. Danke für dieses wunderschöne Wochenende!
Diese Touren sind für uns wie ein kleiner Urlaub – und gleichzeitig eine wertvolle Lerneinheit für Mensch und Hund. Unsere Hunde verlassen dabei ihre gewohnte Caniglück-Gruppe, begegnen neuen Hunden und Menschen und finden sich in immer wieder neuen Konstellationen zurecht. Nicht alles lässt sich planen. Wetter, Wartezeiten oder unerwartete Situationen fordern manchmal Geduld und Flexibilität. Auch diese Stimmungen nehmen die Hunde wahr. Sie lernen, sich zurückzunehmen, abzuwarten und darauf zu vertrauen, dass ihre Menschen gute Entscheidungen treffen.
Für unsere Hunde sind solche Tage etwas Besonderes. Sie müssen ihre Menschen nicht mit vielen anderen Hunden teilen wie im Alltag, erleben intensive gemeinsame Zeit und sammeln neue Erfahrungen. Das Canimobil wird zum Quartier, in dem auf engstem Raum gefüttert, geruht und geschlafen wird. Drama ist dabei wenig hilfreich – schließlich sind wir überall Gäste und fallen im Idealfall gar nicht weiter auf.
Besonders bemerkenswert ist, dass einige der Hunde, die sich auf unseren Touren so selbstverständlich auf alles einlassen, früher als schwierig oder sogar unvermittelbar galten. Solche Erfahrungen zeigen uns immer wieder, wie viel Entwicklung möglich ist, wenn Hunde nicht verwahrt, sondern in ein echtes gemeinsames Leben eingebunden werden. Sie lernen nicht nur auf einem Trainingsplatz bestimmte Übungen, sondern wachsen an den Herausforderungen des Alltags, an gemeinsamen Erlebnissen und an einer verlässlichen Bindung zu ihren Menschen.
Genau darin liegt für uns ein entscheidender Unterschied. Wer mit Tierschutzhunden lebt, erlebt sie in allen Facetten des täglichen Lebens. Man lernt ihre Stärken, Unsicherheiten und Bedürfnisse kennen und entwickelt ein Gespür dafür, wie man sie durch neue Situationen begleitet. Diese Erfahrungen helfen uns auch bei der Aufnahme neuer Hunde und erweitern unser Wissen mit jedem einzelnen Tier.
Die positiven Erfahrungen solcher intensiven Auszeiten bestärken uns immer wieder in unserer Überzeugung: Ein Hund kann unglaublich viel schaffen, wenn er die passende Familie findet, verständnisvoll begleitet wird und sich auf seine Menschen verlassen kann. Deshalb tragen wir bei jeder Vermittlung eine große Verantwortung. Es geht nicht darum, möglichst schnell ein Zuhause zu finden, sondern das richtige Zuhause. Manchmal bedeutet das auch, Interessenten abzusagen, obwohl die Begeisterung auf beiden Seiten groß ist.
Eigentlich sind solche Wanderungen nichts Außergewöhnliches. Schaut man jedoch auf die Probleme, mit denen viele Hundehalter im Alltag kämpfen, wird deutlich, dass genau diese vermeintlichen Selbstverständlichkeiten oft die größte Herausforderung darstellen.
Alltag haben wir jeden Tag. Und wenn der Alltag nicht funktioniert, wird niemand wirklich glücklich. Wir nehmen diese kleinen Abendteuer mit den Caniglück Hunden gerne zum Anlass, um neue Situationen kennenzulernen.