22/04/2026
Adels Weg zurück nach Chemnitz
Der Abend vorletzte Woche hat uns gezeigt, dass es genau solche Geschichten sind, die uns ganz persönlich und emotional vor Augen führen, was genau die unmenschliche Politik der Abschottung bedeutet.
Für Adel, der wie kaum ein anderer 10 Jahre lang integriert und in der Stadt verwurzelt war, war es wichtig, über seine schmerzlichen Erfahrungen berichten zu können - auch, wenn es ihm sicher nicht immer leicht fiel, darüber zu reden. Aber das Wissen, dass viele Menschen in der Chemnitzer Zivilgesellschaft ihn vermisst haben und Anteil an seiner Geschichte nehmen wollten, tat ihm sichtlich gut.
Und auch für uns war vor allem wichtig zuzuhören, seiner ganz persönlichen Geschichte und die anderer, mit denen er unterwegs war - was Entwurzelung bedeutet und welche Strapazen auf sich genommen werden müssen, um wenigstens eine kleine Chance auf ein menschenwürdiges Leben haben zu können. Insbesondere jetzt, wo flüchtende Menschen weitgehend aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden sind, braucht es diese Geschichten. Denn Kriege, Menschenrechte, Hunger zwingen immer mehr Menschen zur Flucht - aktuell heißt dies aber, sie haben keinerlei Chancen, irgendwo sicher und würdig zu leben.
Für uns war der Abend ein Ansporn, dass wir nicht nachlassen dürfen, um Kampf gegen Rassismus und für eine solidarische Gesellschaft - egal, wo.
Danke Adel.