Die Kontinuität rechter Gewalt ist Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte. Es vergeht kein Tag, an dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene, nicht diskriminiert, gedemütigt oder geschlagen werden. Seit der Wende 1990 bis zum Jahr 2020 wurden in Deutschland an die 20.000 antisemitische, rassistische und politisch rechte Gewalttaten verübt. Das Köfte Kosher Kunstprojekt ist aus dem Bedürfnis heraus e
ntstanden, mit Jugendlichen auf diesen Zustand aufmerksam zu machen. Das Projekt möchte darüber hinaus Räume schaffen, in denen es möglich ist, sich auch über eigene Diskriminierungs- und Ausgrenzungserfahrungen austauschen zu können. Anliegen ist es den Betroffenen von rechter Gewalt eine Stimme zu geben und sie im Alltag sichtbar zu machen. Über verschiedene künstlerische Auseinandersetzungen ermöglichte das Projekt einen gestalterischen Zugang. Entstanden ist ein Gedenkpavillon mit Portraits und einer virtual reality (VR) Ebene.
Über uns
Im Bremer Viertel steht an der Einmündung der Straße Fehrfeld in die Humboldtstraße ein Gedenkpavillon, der als Jugendprojekt gegen Diskriminierung und rechte Gewalt entstanden ist. Köfte Kosher ist ein Kunstprojekt, das Jugendliche in die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt einbezieht. Schwerpunkt des Konzeptes ist das Gedenken im öffentlichen Raum, im Alltag, sprich dort, wo Menschen attackiert oder angegriffen werden. Durch das Sichtbarmachen der ermordeten Personen und die Auseinandersetzung mit deren Biografien sucht das Projekt den Dialog mit der Öffentlichkeit. VR(Gedenk)RÄUME
Die virtuelle Ebene des Gedenkpavillons besteht aus zwölf virtual reality (VR) Räumen, die mit Hilfe einer VR- Brille vor Ort zu betrachten sind. Schüler*innen der Wilhelm Wagenfeld Schule haben für jede ermordete Person einen virtuellen Gedenkraum entwickelt, der fragmentarisch an die jeweilige Biographie anknüpft. Für einen Besuch am Marwa-El-Sherbini-Platz sind die VR Brillen an folgenden Orten ausleihbar: beim Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt, gegen Adressangabe und Unterschrift, in der Villa Rutenberg, Am Dobben 9128203 Bremen, von Mo- Fr 09:00 – 15:00 Uhr oder in der Cantina Essbar & Wein, Fehrfeld 33, 28203 Bremen, von Mo-Sa 10:00 – 21:00 Uhr. Marwa- El- Sherbini- Platz
Der Platz, auf dem der Gedenkpavillon steht, wurde 2018 offiziell in Marwa-El-Sherbini-Platz benannt. Sie ist eines der Gewaltopfer, an deren Geschichte und Schicksal am Gedenkpavillon gedacht wird. Sie lebte von 2005 bis 2008 in Bremen. Jährlich findet am 1. Juli die *Yortsayt Gedenkveranstaltung für Marwa El Sherbini statt. Für mehr Infos:
WWW.Koefte-Kosher.de