15/06/2026
Drei Länder, ein Wirtschaftsraum – und jede Menge Chancen. Oder Herausforderungen? Unter dem Motto „USA, Kanada und Mexiko im Turniermodus“ brachten die IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Ibero-Club erfahrene LänderexpertInnen zum Auftakt der Fußballweltmeisterschaft am 11. Juni 2026 in Bonn zusammen. In Beiträgen analysierten Stefan Rizor (Dt.-Kanadische Gesellschaft e.V.), Dr. Michael Stumpp, (Dt.-Mexikanische Gesellschaft e.V.), Dr. Ingo Wolf (Amerikahaus NRW e.V.), Dr. Mark Heinzel (DIHK) und Florian Steinmeyer (GTAI) Spezifika der Länder, „Spielregeln“ und Ansatzpunkte für Kooperationen auf.
In der „Finalrunde“ freute sich Dr. Claudio Zettel als Moderator auf seine Gäste Ladan Amirazizi (Konsulin und Handelsbeauftragte von Kanada, Düsseldorf), Helga Grabbe (Präsidentin des Centro de Capacitación Alemán (Mexiko) und Honorarkonsulin der Vereinigten Mexikanischen Staaten) sowie Lennart Hesse, (AHK USA Deutschlandbüro, Berlin). Die Diskussion zeigte, dass
-> … Kanada in der jüngsten Vergangenheit dicht an Europa gerückt ist – zumindest gefühlt. In den Bereichen Automobil, Rohstoff, Forschung, Luft- oder Raumfahrt gibt es zahlreihe Kooperationen. „Kanada sucht Partner in der Welt“, sagt die Handelsbeauftragte Ladan Amirazizi. Mit dem Abkommen CETA zwischen der EU und Kanada sind die Zölle auf fast alle Industriegüter abgeschafft. Abgerundet durch Erleichterungen für Arbeitsvisa, das hohe Bildungsniveau und die Gastfreundschaft Kanadas sind beste Startchancen für Kooperationen geschaffen.
-> …Die USA sind als weiterer Gastgeber der WM ein Land, welches in seiner Vielfalt zu sehen ist, meint Lennard Hesse von der AHK USA. Auch wenn Zollpolitik in den USA einheitlich auf geregelt ist, so sind einzelnen Staaten sehr unterschiedlich aufgestellt. Und wer auf dieser Ebene unterwegs ist, wird auf Offenheit, spannende Unternehme und großes Interesse an Kooperationen stoßen.
-> … Mexiko ist das „jüngste“ der drei Partnerländer der WM, zumindest was das Durchschnittsalter seiner Menschen angeht, das bei rund 30 Jahren liegt. Die Verfügbarkeit von Arbeitskraft zeichnet Mexiko einerseits aus, sagt Helga Grabbe, Leiterin des Berufsbildungswerks „Centro de Capacitación Alemán“. Aber Menschen müssen auch über die richtigen Qualifikationen für den Arbeitsmarkt verfügen. Dafür setzt sie sich erfolgreich ein. Zahlreiche deutsche Unternehmen haben in Mexiko bereits einen Produktionsstandort – weitere sind willkommen.
Armin Heider, Gastgeber und Organisator der Veranstaltung seitens der IHK Bonn/Rhein-Sieg schloss die Veranstaltung mit einer Parallele zum offiziellen Fußball der WM: Auch wenn eine WM zunächst nur kurzfristige wirtschaftliche Effekte habe, so stehe das Sportereignis im Geiste für weitreichendere „Verbindungen“ wie die wellenförmig angeordneten Elemente auf dem Ball und die sich vereinigenden Farben der Gastgeberländer. Ein Zeichen, anlässlich der WM neue Verbindungen anzugehen.