12/10/2026
ADAC Rallye Ruhrgebiet Classic 2026
Münsterland statt Ruhrgebiet
Nachdem die Streckenführung der Rallye über viele Jahre in das südliche Ruhrgebiet führte, waren sich die Organisatoren des MSC Ruhr-Blitz schnell darüber einig, in diesem Jahr mal wieder nach Norden in das wunderschöne Münsterland zu fahren. Und da die Infrastruktur für ein Rallyezentrum in Bochum kaum noch bezahlbare Möglichkeiten bietet, war es naheliegend, den Start und das Ziel direkt im nahen Münsterland zu platzieren. Im Naherholungsgebiet um Dülmen fand sich mit dem „Haus Waldfrieden“ die ideale Möglichkeit mit ausreichenden Parkmöglichkeiten und sehr guter Gastronomie.
Bei herrlichstem Spätsommerwetter trafen sich daher am 3. Oktober 85 Oldtimerteams mit ihren tollen Fahrzeugen der Baujahre 1935 bis 1968 im Rallyezentrum Waldfrieden. Ein gutes Frühstück, einige Erläuterungen der Rallyeleiter Hans-Georg Sonnendecker und Frank Schäfer, und schon ging es auf die erste Etappe. Die Teams teilten sich auf in 50 tourensportliche Fahrer und 35 „Rookies“ als sogenannte Einsteiger. Eine Woche zuvor hatten Hans-Georg und Frank im Tagungsraum der Fa. Liermann bereits zwölf Einsteigerteams zu Gast, um sie mit einem Beifahrerlehrgang auf die Aufgaben der Rallye vorzubereiten.
Bereits mit dem Start unter dem gelben Torbogen begann für alle die Wertung. Auf die Hundertstelsekunde genau hatten die Teilnehmer die Lichtschranke zu passieren und wurden für jede Abweichung mit Strafpunkten „belohnt“. Roadbooks mit Kartenausschnitten, auf denen Pfeile, Striche und Punkte eingedruckt waren, zeigten den tourensportlichen Teilnehmern die Strecke an. Die Herausforderung bestand darin, diese Aufgaben in der richtigen Reihenfolge zu lösen und die zahlreichen Kontrollstellen in der richtigen Reihenfolge auf den Bordkarten zu dokumentieren.
Für die Teams der Rookieklasse war die Aufgabenstellung etwas einfacher. „Chinesenzeichen“ und durchgehende Streckenmarkierungen zeigten die Strecke an. Zusätzlich zu den Durchfahrtkontrollen waren zehn nummerierte Fotos in den Fahrtunterlagen enthalten, die bei der Vorbeifahrt ebenfalls in der richtigen Reihenfolge in die Bordkarten einzutragen waren. Insgesamt waren es Aufgabenstellungen, die allen Teilnehmenden nicht nur wegen des Sonnenscheins Schweißperlen auf die Stirn zauberten. Unterwegs hatten die Teams dann immer wieder GLPs (Gleichmäßigkeitsprüfungen) zu absolvieren. Dabei handelte es sich um Streckenabschnitte, bei denen die Durchfahrt mithilfe von Lichtschranken auf Hundertstelsekunden genau gemessen wurde und Abweichungen von den Zeitvorgaben mit Strafpunkten belegt wurden.
Nach ca. 80 Kilometern stand dann die Mittagspause an. Auf dem Flugplatz Borkenberge warteten am Vereinsheim der Flugsportfreunde Bochum eine klassische Bochumer Currywurst und einige Erfrischungsgetränke auf die Teilnehmenden. Ein tolles Ambiente, direkt zwischen den startenden und landenden Kleinflugzeugen! Und spektakulär ging es auch weiter. Direkt auf einer Versorgungsstraße neben der Rollbahn war wieder eine GLP zu fahren: 200 Meter in 25 Sekunden. Natürlich wurden auch hier Abweichungen mithilfe von Lichtschranken überwacht. Leider gab es technische Probleme mit der Zeitmessung, sodass die Prüfung später für die Wertung neutralisiert werden musste.
Die weitere Streckenführung verlief dann mit einigen auch für „Profis“ schwierigen Aufgaben rund um Dülmen bis in die Vororte von Coesfeld. Ab 17:30 Uhr warteten nach insgesamt ca. 140 Kilometern im Rallyezentrum Waldfrieden zahlreiche Zuschauer und Gäste auf die Rückkehr der erschöpften Teilnehmer. Ein Sektempfang unter dem Zielbogen und ein gemeinsames Abendessen im Restaurant boten dann genügend Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion über die vermeintlich richtige Strecke.
Die Rallyeleiter und weitere Helfer des Orgateams hatten nun die Aufgabe, die Bordkarten auszuwerten, was sich aufgrund der zahlreichen Kontrollen nicht so einfach gestaltete. Aber gegen 21:30 Uhr war es dann so weit, und die Rallyeleiter konnten die Sieger und Platzierten mit Pokalen und Ehrenpreisen ehren.
Bei den tourensportlichen Teilnehmern errangen Artur Urbaniak und Dirk Kamps aus Düsseldorf/Viersen mit ihrem Opel GT/J, Baujahr 1968, Platz 1 und damit den Gesamtsieg. Platz 2 belegten Erik Schnieber und Andreas Schnieber aus Buchholz mit einem Porsche 928, Baujahr 1995. Platz 3 der Gesamtwertung „tourensportlich“ erreichten Olaf Nattenberg und Britta Nattenberg aus Unna/Kamen mit einem BMW 1602, Baujahr 1974.
In der Klasse der Rookies gewannen Martin und Sandra Schweizer aus Bochum mit einem VW Golf I Cabrio, Baujahr 1983. Platz 2 ging an Kerstin Spriewald und Stefan Moser aus Werne/Gütersloh mit ihrem Suzuki Samurai, Baujahr 1995. Platz 3 belegten Bernd Fischer und Ulli Külpmann aus Wetter mit einem Mercedes 190 E, Baujahr 1987.
Galerie
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Virtueller Aushang
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Weitere Infos zur Rallye
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