19/11/2025
Wie wir im letzten Post angekündigt haben, widmet sich eines unserer Zusatzmodule dem Thema Beratung von Menschen ohne Krankenversicherung.
In Deutschland gilt eine Krankenversicherungspflicht für alle Einwohner*innen. Trotz dieser Pflichtversicherung sind viele Menschen nicht abgesichert – etwa aufgrund administrativer Hürden, Zahlungsproblemen oder weil das System sie nicht auffängt und ausschließt. Schätzungen gehen von 100.000–500.000 unversicherten Personen in Deutschland aus.
In Deutschland gibt es zwei Formen der Krankenversicherung: die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Private Krankenversicherung (PKV).
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Die GKV basiert auf dem Solidaritätsprinzip: Beiträge richten sich nach dem Einkommen, nicht nach dem individuellen Risiko.
• Alle Menschen, die angestellt sind und unterhalb der Versicherungspflichtgrenze verdienen, sind in einer GKV versichert.
• Einige Personen sind beitragsfrei mitversichert – zum Beispiel Kinder oder Ehepartner*innen mit geringem Einkommen.
• Die Gesundheitsleistungen sind für alle Versicherten gleich; Unterschiede gibt es nur bei den sogenannten Satzungsleistungen.
• Wer seine Beiträge nicht mehr zahlen kann, erhält „Ruhende Leistungen“. Diese umfassen die Versorgung bei akuten Erkrankungen, Schmerzzuständen sowie bei Schwangerschaft und Mutterschaft.
Private Krankenversicherung (PKV)
Menschen mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze sowie Selbständige, Beamt*innen und Studierende sind berechtigt, sich für die PKV zu entscheiden.
• Die Beiträge werden nach einer Gesundheitsprüfung anhand einer Risikoeinschätzung berechnet (Alter, Vorerkrankungen).
• Vorerkrankungen können ausgeschlossen oder nur gegen Aufpreis mitversichert werden.
• Die Beiträge steigen mit zunehmendem Alter. Eine kostenlose Familienversicherung gibt es nicht.
• Wer länger als zwei Monate keine Beiträge zahlt, wird in den Notlagentarif eingestuft – dieser deckt nur sehr eingeschränkte Leistungen ab.
Im nächsten Post schauen wir genauer hin: Welche Gruppen sind besonders von fehlender Absicherung betroffen?