27/10/2026
📹 Unser Vorstandsmitglied Dr. Alexandra Scherg im Interview mit unserem Partner webTVcampus: Notfallmedizin und Palliativversorgung zusammendenken: Was braucht es für eine würdevolle Versorgung am Lebensende?
Nicht jede Notfallsituation erfordert eine maximale medizinische Behandlung. Gerade bei schwer kranken und multimorbiden Menschen kommt es darauf an, neben der Lebensrettung auch die Linderung von Beschwerden, die Lebensqualität und den Willen der Betroffenen in den Blick zu nehmen.
Als DGP setzen wir uns dafür ein, dass palliativmedizinische Expertise auch in der Notfallversorgung stärker berücksichtigt wird, denn noch fehlen verbindliche palliativmedizinische Inhalte in der notfallmedizinischen Aus- und Weiterbildung. Gleichzeitig stehen nicht überall geeignete ambulante Versorgungsalternativen zur Verfügung, wenn Menschen am Lebensende lieber zu Hause bleiben möchten.
💬 Was muss sich ändern? Im Interview erläutert Alex Scherg, warum es eine kurzfristig verfügbare ambulante Notfallpalliativversorgung, mehr palliativmedizinische Kompetenz in Notaufnahmen und einen bundesweit einheitlichen, verbindlichen Notfallausweis braucht. Ein solches Dokument kann den Willen der Patient:innen auch dann sichtbar machen, wenn sie sich selbst nicht mehr äußern können, und zugleich den Einsatzkräften mehr Handlungssicherheit geben.
🪴 Auch die für 2027 vorgesehene Notfallreform bietet die Chance, die Versorgung am Lebensende neu zu denken. Entscheidend ist, dass die Bedürfnisse sterbender Menschen dabei ausreichend berücksichtigt werden.
Denn würdevolle Notfallversorgung bedeutet mehr als die richtige medizinische Entscheidung. Sie braucht Respekt vor den Wünschen der Betroffenen, Sensibilität für die Situation der Angehörigen und die Bereitschaft, auch die Grenzen medizinischer Behandlung anzuerkennen.