Schaut man im Duden nach, steht Matsch für Morast, Schlamm, Dreck, Pampe, Modder oder breiige Erde. Fragt man die Initiatoren von „Kinder brauchen Matsch“, steht derselbe Begriff für tobende, übermütige und glückliche Kinder.
Vor 10 Jahren, 2008, wurde die Idee zu „Kinder brauchen Matsch“ geboren und umgesetzt. Keiner hat am Anfang mit solch einer Resonanz gerechnet. Die Angebote waren schnell voll, die Nachfrage stieg und immer neue Ideen fanden Eingang in das Programm. Die Angebote von „Kinder brauchen Matsch“ sind erlebnisorientiert ausgerichtet und bieten Kindern mit und ohne Beeinträchtigung Herausforderungen in der Natur, sowie Begegnungen mit anderen Kindern und eine willkommene Abwechslung zu all den Begrenzungen einer Stadt.
„Kinder brauchen Matsch“ wird von einem engagierten Kreis von Erziehern für Integration, Heilerziehungspflegern oder Sozial- und Erlebnispädagogen getragen. Zuerst angesiedelt in der Evangelischen Kirchengemeinde Auferstehung, ist die Aktion inzwischen in weiteren Kirchengemeinden, wie St. Markus und Galiläa-Samariter, verankert.
Das Programm der letzten 10 Jahre war vielseitig. Ob an Nachmittagen oder Abenden, bei Wochenende- oder Ferienfahrten, ob in festen Unterkünften, in einer Jurte oder in Zelten, ob in der Ferne, vor Hollands Küste oder ganz in der Nähe Berlins: Das Abenteuer war immer dabei! Erfahren wurde dieses immer in einer Gemeinschaft von Kindern, bald aber auch von Vätern und Müttern, die es sich nicht nehmen lassen wollten, das Angebot mit Ihren Kindern gemeinsam zu erleben.
Bei der gemeinsamen Essenzubereitung am offenen Feuer oder beim Bau einer moosbedeckten Hütte konnte Natur in ihrer Ursprünglichkeit erlebt werden. Alle werden eins in der Gemeinsamkeit, die zum bleibenden Erlebnis wird, wie Dankesschreiben von Kindern und Eltern zeigen.
Von all diesen „Abenteuern“ werden noch lange Geschichten erzählt, Filme wurden gedreht und nun hat der Berliner Filmemacher und Fotograf Andy Kaczé einige Ferienaufenthalte mit seiner Kamera begleitet.
Der Fotograf, Jahrgang 1985, ist von Hause aus Filmemacher, hatte aber schon immer eine Leidenschaft für die Fotografie. Er studierte Arbeitslehre, Politikwissenschaft und Kommunikationsdesign, betätigte sich daneben als Graphiker und Musiker und arbeitet heute als freiberuflicher Filmemacher für Werbung, Dokumentation und Events.
Für „Kinder brauchen Matsch“ war Andy Kaczé auf einem Bauernhof im Havelland und begleitete Kinder, die dort wie die „Kindern aus Bullerbü“ lebten. Er besuchte ein Camp das auf einer Lichtung im Wald bei Rheinsberg errichtet wurde, um dort mit Kindern auf „Jonas gefährliche Reise“ zu gehen, und hat die kleinen und großen Artisten in ihrem „Sommerzirkus“ im Elbsandsteingebirge beobachtet.
Er war jedoch nicht nur Beobachter, sondern mittendrin. So sind Aufnahmen voller Ursprünglichkeit und Direktheit, voller Freude, Ausgelassenheit und Konzentration entstanden, die vom gleichberechtigten Miteinander erzählen. Impressionen, einzelne Eindrücke und Momentaufnahmen fügen sich zu einem Gesamtbild. Bilder reihen sich aneinander in einem Stakkato von Bewegungen und eingefangenen Aktionsszenen. Daneben stehen eindrucksvolle Porträts sowie stille sensible Aufnahmen. Andere zeigen Begegnungen zwischen Menschen und Tieren und regen zum Schmunzeln an. Aber sein Bildspektrum reicht auch bis zu poetisch romantischen Naturaufnahmen, zu Aufnahmen von stillen, geheimnisvollen Ecken in urwüchsiger ländlicher Umgebung und vielfältigen Stillleben. Eine Reihe von diesen Bildern wird in mehreren Ausstellungen zu sehen sein.
10 Jahre „Kinder brauchen Matsch“ ist ein Jubiläum im Sinne eines Jubelfestes, ist aber auch als erfreuliches Ereignis ein Wunsch vieler: Weiter so!
Ausstellungseröffnung am 17.02.2019 in der Samariterkirche mit Verleihung des Titels „Ausgezeichnetes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“
Schirmherren: Dr. Bertold Höcker, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte (angefragt), Andreas Geisel, Senator für Inneres und Sport des Senats von Berlin (angefragt) und Gerhard Schöne, Künstler (angefragt).