Reporter ohne Grenzen Deutschland

Reporter ohne Grenzen Deutschland Reporter ohne Grenzen verteidigt die Presse- und Informationsfreiheit weltweit. Wir kämpfen online wie offline gegen Zensur!

Reporter ohne Grenzen: Recherchieren, Anklagen, Unterstützen
Reporter ohne Grenzen dokumentiert Verstöße gegen die Presse- und Informationsfreiheit weltweit und alarmiert die Öffentlichkeit, wenn Journalisten und deren Mitarbeiter in Gefahr sind. Wir setzen uns für mehr Sicherheit und besseren Schutz von Journalisten ein. Wir kämpfen online wie offline gegen Zensur, gegen den Einsatz sowie den Exp

ort von Zensur-Software und gegen restriktive Mediengesetze. Unser Nothilfereferat unterstützt verfolgte Journalisten und ihre Familien. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der Hilfe in den Herkunftsländern der Betroffenen. Ziel ist es, ihnen so zu helfen, dass sie ihre journalistische Tätigkeit weiterführen oder wieder aufnehmen können. Reporter ohne Grenzen ersetzt zerstörte oder beschlagnahmte Ausrüstung, übernimmt Anwaltskosten und hinterlegt Kautionen zur Haftverschonung. Nach Misshandlungen oder Anschlägen ermöglichen wir bedrohten Journalisten eine medizinische Behandlung. Bei Arbeitsverbot oder Entlassung sorgen wir für eine finanzielle Überbrückung und unterstützen die Angehörigen. Außerdem spiegeln wir zensierte Webseiten und klären verfolgte Journalisten über Datenschutz auf. Wenn es für Journalisten oder ihre Mitarbeiter lebensgefährlich ist, in ihrem Heimatland zu bleiben, bemühen wir uns, ein sicheres Aufnahmeland zu finden. Reporter ohne Grenzen – ein globales Netzwerk
Seit 1994 ist die deutsche Sektion von Berlin aus aktiv. Der Verein Reporter ohne Grenzen e.V. ist Teil der 1985 gegründeten internationalen Organisation Reporters sans frontières mit Hauptsitz in Paris. Die deutsche Sektion von Reporter ohne Grenzen ist organisatorisch und finanziell eigenständig. Gemeinsam mit dem internationalen Sekretariat in Paris recherchiert Reporter ohne Grenzen e.V. Verstöße gegen die Medienfreiheit weltweit, wertet diese aus, dokumentiert sie und koordiniert internationale Kampagnen und Aktionen. Ein globales, dicht geknüpftes Netz für schnelle Information und Intervention entsteht durch unsere mehr als 140 Korrespondentinnen und Korrespondenten sowie unsere Sektionen und Büros in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Österreich, Schweden, der Schweiz, Spanien, Tunesien und den USA.

„Sie haben ihn vor unseren Augen getötet.“ Am Samstag, den 6. Juni, wurde der kolumbianische Journalist Cristian Hernand...
08/06/2026

„Sie haben ihn vor unseren Augen getötet.“ Am Samstag, den 6. Juni, wurde der kolumbianische Journalist Cristian Hernando Herrera Nariño in Cúcuta, einer Stadt an der Grenze zu Venezuela, von einem Unbekannten erschossen. Er war zu dem Zeitpunkt mit seiner Familie unterwegs, seine Frau und Tochter mussten den Mord mit ansehen.

Cristian Herrera war Chefredakteur der Online-Medien Cúcuta Real und Cúcuta al Rojo Vivo. Er berichtete über organisierte Kriminalität, Drogenhandel, Schmuggel, Korruption und bewaffnete Gewalt in einer der gefährlichsten Regionen des Landes und war bereits mehrfach bedroht worden. 2017 überlebte er ein Attentat.

Der Journalist stand seit 2014 unter staatlichem Schutz. Aufgrund der Bedrohungen musste er das Land zweimal verlassen, zunächst nach Chile, dann mithilfe eines von uns organisierten Programms für bedrohte Journalist*innen nach Spanien.

Cristian Herrera ist bereits der zweite Journalist, der in diesem Jahr in Kolumbien ermordet wurde, und der neunte seit Beginn der Amtszeit von Präsident Gustavo Petro.

Belästigt, bedroht, getötet – wer über Umweltthemen berichtet, setzt sich großen Risiken aus. Anlässlich des Weltumweltt...
05/06/2026

Belästigt, bedroht, getötet – wer über Umweltthemen berichtet, setzt sich großen Risiken aus. Anlässlich des Weltumwelttags am 5. Juni macht Reporter ohne Grenzen auf die zehn häufigsten Bedrohungen für die Umweltberichterstattung aufmerksam. RSF fordert einen besseren Schutz für Journalist*innen und eine Stärkung des Rechts auf verlässliche Informationen. Beides sind Voraussetzungen für wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel.
Mehr dazu: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/artikel/pressemitteilungen/4254/zehn-grosse-hindernisse-fur-klimajournalistinnen

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Armenien zeigt eine Recherche von Reporter ohne Grenzen (RSF), wie politische Akte...
05/06/2026

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Armenien zeigt eine Recherche von Reporter ohne Grenzen (RSF), wie politische Akteure über soziale Medien Wähler beeinflussen wollen. Facebook-Seiten mit Hunderttausenden Follower*innen verbreiten politische Botschaften, während der Markt für politischer Online-Werbung immer weiterwächst. Die Grenze zwischen Information, Werbung und Propaganda verschwimmt zusehends.
RSF hat KI-generierte Videos identifiziert, in denen gewöhnliche Bürger*innen politische Positionen vertreten. Tatsächlich existieren diese Personen nicht. Viele Nutzer*innen halten die Inhalte für authentisch und diskutierten sie als echte Meinungsäußerungen. Die technische Entwicklung macht es zunehmend schwieriger, derartige KI-Manipulationen zu erkennen.
Die Entwicklung ist Teil einer breiteren Krise der Informationsfreiheit im Südkaukasus. Im aktuellen RSF-Ranking ist Armenien um 14 Plätze auf Rang 50 gefallen – einer der stärksten Rückgänge weltweit. RSF warnt, dass koordinierte Desinformation, intransparente politische Werbung und ausländische Einflussversuche das Recht der Bevölkerung auf unabhängige und verlässliche Informationen gefährden.

Eine Katze sollte über die Zukunft von Litauens öffentlich-rechtlichem Rundfunk entscheiden? Klingt wie Satire – war abe...
03/06/2026

Eine Katze sollte über die Zukunft von Litauens öffentlich-rechtlichem Rundfunk entscheiden? Klingt wie Satire – war aber kurzzeitig parlamentarische Realität. Der absurde Änderungsantrag rund um die Katze Nuodėgulis wurde zum Symbol für einen ernsten Streit: Wie unabhängig bleibt der öffentlich-rechtliche Sender LRT?*

Nach massiver Kritik von Journalist*innen, europäischen Medienorganisationen und internationalen Institutionen hat das litauische Parlament die gefährlichsten Änderungen am LRT-Gesetz gestrichen. Das ist ein wichtiger Erfolg: Externe Journalist*innen dürfen weiter ohne Zustimmung des Rundfunkrats an LRT-Produktionen beteiligt werden, die redaktionelle Linie bleibt bei den Redaktionen, und die Gründe für eine mögliche Abberufung der Generaldirektorin wurden enger gefasst.

Doch Entwarnung gibt es nicht. Die Finanzierung von LRT bleibt eingefroren, politische Einflussmöglichkeiten auf den LRT-Rat bestehen fort, und eine klare Übergangsregelung zum Schutz der aktuellen Senderleitung fehlt. RSF fordert deshalb: Alle weiteren Reformen müssen LRT, Medienexpert*innen und internationale Institutionen eng einbinden – damit aus der Katzenposse keine ernsthafte Gefahr für die Pressefreiheit wird.

Mehr: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/artikel/pressemitteilungen/4252/rsf-begrusst-entscharfung-des-lrt-gesetzes-risiken-fur-unabhangigkeit-bleiben

*Der Katzen-Zusatz war ein satirischer Änderungsantrag der Opposition: Die LRT-Generaldirektorin sollte demnach nur dann vorzeitig entlassen werden können, wenn die Katze Nuodėgulis ihr das Misstrauen ausspricht. Gemeint war das als Protest gegen eine Reform, die Kritiker*innen selbst für absurd und gefährlich hielten. Noch absurder ist aber: Das Parlament nahm den Antrag tatsächlich an.

Mehr zur Katzen-Causa: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/litauen-katze-rundfunk-100.html

  weist US-Journalistin aus Die Ausweisung der New-York-Times-Korrespondentin Vivian Wang zeigt, wie weit China inzwisch...
02/06/2026

weist US-Journalistin aus

Die Ausweisung der New-York-Times-Korrespondentin Vivian Wang zeigt, wie weit China inzwischen geht, um internationale Berichterstattung zu kontrollieren. Wang wurde aus China ausgewiesen, obwohl sie nicht einmal an dem Interview mit Taiwans Präsident Lai Ching-te beteiligt war. Das Interview war laut Peking der Vorwand für die Maßnahme.

Die Botschaft Chinas an die Welt ist unmissverständlich: Nicht nur Journalist*innen, auch ihre Redaktionen sollen abgeschreckt werden. Wer Taiwan auf irgendeine Art eine Plattform bietet, riskiert Konsequenzen – selbst wenn die betroffene Korrespondentin damit nichts zu tun hatte.
Die USA haben inzwischen auch einen Journalisten ausgewiesen.

Pressefreiheit bedeutet, frei berichten zu können – auch über sensible Themen. Die Ausweisung von Vivian Wang ist ein weiterer Beleg dafür, wie stark China unabhängigen Journalismus und internationale Berichterstattung unter Druck setzt.

Die 34. Verleihung der RSF Press Freedom Awards fand am 1. Juni im Rahmen des 77. World News Media Congress in Marseille...
01/06/2026

Die 34. Verleihung der RSF Press Freedom Awards fand am 1. Juni im Rahmen des 77. World News Media Congress in Marseille statt. Reporter ohne Grenzen würdigt mit den Preisen jedes Jahr Journalist*innen, Fotograf*innen, Medien und Organisationen, die sich in besonderer Weise für unabhängigen Journalismus, Informationsfreiheit und den Schutz von Medienschaffenden einsetzen. 2026 waren insgesamt 26 Nominierte aus 25 Ländern vertreten.
Ausgezeichnet wurden Medienschaffende, die unter extremen Bedingungen weiterarbeiten: Sai Zaw Thaike aus Myanmar, der nach Recherchen zur Repression der Militärjunta zu 20 Jahren Haft mit Zwangsarbeit verurteilt wurde; Carlitos Cadangue aus Mosambik, der nach Recherchen zu illegalem Bergbau Drohungen erhielt und einen Mordanschlag überlebte; Julia Mengolini aus Argentinien, die trotz massiver digitaler und juristischer Einschüchterung weiter journalistisch arbeitet; Habib Marouane Camara aus Guinea, der seit seiner Entführung im Dezember 2024 verschwunden ist; sowie Abdul Hakim Abu Riash aus Palästina, dessen Fotoserie die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen dokumentiert.

Eine ägyptische Journalistin wird in Deutschland auf offener Straße angegriffen. Eine russische Reporterin erleidet in B...
01/06/2026

Eine ägyptische Journalistin wird in Deutschland auf offener Straße angegriffen. Eine russische Reporterin erleidet in Berlin mutmaßlich einen Giftanschlag. Eine iranische Familie wird wegen der journalistischen Arbeit ihres Angehörigen bedroht. Wer vor autoritären Regimen flieht und weiter kritisch über sie berichtet, ist in Deutschland nicht automatisch sicher. In unserem neuen Positionspapier fordern wir von der Bundesregierung konkreten Schutz für Exiljournalist*innen. Mehr Infos: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/artikel/pressemitteilungen/4250/der-lange-arm-der-repression-reicht-bis-nach-deutschland

Inhaftiert, gefoltert und isoliert: Seit bald fünf Jahren sitzt Huang Xueqin (Sophia Huang) in China im Gefängnis. Die I...
27/05/2026

Inhaftiert, gefoltert und isoliert: Seit bald fünf Jahren sitzt Huang Xueqin (Sophia Huang) in China im Gefängnis. Die Investigativjournalistin hatte über geschlechtsspezifische Gewalt und Menschenrechtsverletzungen berichtet und vielen Betroffenen eine Stimme gegeben. Dafür ließen die Behörden sie zu menschenunwürdigen Bedingungen einsperren. Da der Termin ihrer Entlassung näher rückt, fordert Reporter ohne Grenzen die internationale Gemeinschaft dringend auf, sich für ihre vollständige Freiheit einzusetzen. Denn auch nach der Entlassung werden ihr die Behörden grundlegende Rechte vorenthalten und sie streng überwachen.

Wir begrüßen den Referentenentwurf der Bundesregierung, um gegen digitale Gewalt vorzugehen. Jedoch sind die darin vorge...
22/05/2026

Wir begrüßen den Referentenentwurf der Bundesregierung, um gegen digitale Gewalt vorzugehen. Jedoch sind die darin vorgestellten Maßnahmen eng mit der verknüpft – das kritisieren wir in unserer Stellungnahme.

Es ist widersprüchlich, Betroffene/Journalist*innen einerseits besser vor digitaler Gewalt schützen zu wollen und gleichzeitig den Schutz ihrer Quellen und ihrer anonymen Kommunikation zu schwächen. Der muss für Journalist*innen weiterhin gewährleistet bleiben, sie ist ein wichtiger Bestandteil für journalistische Arbeit.

Digitale Gewalt betrifft Journalist*innen ganz besonders - und hat zu oft reale Folgen auch im Reallife. Sorge vor Straflosigkeit oder Selbstzensur treibt viele Journalist*innen um. Wir fordern deswegen unter anderem, dass Medienschaffende explizit als besonders schutzbedürftig in der Gesetzesbegründung genannt werden.

Wie sieht unser Einsatz für Pressefreiheit, das Recht auf zuverlässige Information und progressive Digitalpolitik konkre...
22/05/2026

Wie sieht unser Einsatz für Pressefreiheit, das Recht auf zuverlässige Information und progressive Digitalpolitik konkret im politischen Alltag eigentlich aus?

Das konnten Besucher*innen von uns und unseren Partner im Bündnis F5, AlgorithmWatch, Wikimedia Deutschland, der Gesellschaft für Freiheitsrechte und der Open Knowledge Foundation in den letzten drei Tagen bei Meet-Ups oder in Vorträgen von uns auf der re:publica 26 erfahren. Nicht zuletzt Arbeitsministerin Bärbel Bas und Digitalminister Karsten Wildberger kamen für einen interessierten Austausch an unseren Stand.

Wenn ihr mehr darüber lernen wollt, was sich in den fünf Jahren seitdem der Pegasusskandal aufgedeckt wurde im Bereich der Spyware getan hat und wie sich betroffene Journalist*innen zur Wehr setzen, schaut euch Maximilians Vortrag hier an: https://www.youtube.com/watch?v=vE1s0WcIOJ4

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