06/08/2026
Berliner Tierversuchszahlen
Die neuesten Zahlen zu Tierversuchen sind veröffentlicht worden. Fast 126.000 Tiere wurden in Berlin im Jahr 2024 in Tierversuchen verwendet. Damit wurden zum zweiten mal in Folge weniger Tiere als im Vorjahr zu wissenschaftlichen Zwecken gequält und getötet. Auch deutschlandweit wurden weniger Tiere in Tierversuchen benutzt. Zeigt sich jetzt der oftmals beschworene politische Wille, Tierversuche "auf das absolut notwendige Minimum zu reduzieren? Ein Blick auf die Genehmigungspraxis genügt, um das verneinen zu können. Nahezu jeder Tierversuchsantrag wird behördlich bewilligt, oft entgegen fehlender Angaben und unbeantworteter kritischer Rückfragen. Dennoch nimmt die Anzahl der Tiere ab und es liegt nicht daran, dass in der Zwischenzeit die Berliner Landesregierung oder die Bundesregierung Änderungen beschlossen hätten, welche die Tierversuchspraxis unattraktiv machen würde.
Daraus folgt, dass es zunehmend wissenschaftlich unattraktiv wird, Forschung anhand von Tierversuchen zu machen. Die Möglichkeiten, tierversuchsfrei medizinische Forschung zu betreiben, werden jährlich mehr und die Methoden liefern häufig schnellere und besser auf den ganzen Menschen übertragbare Ergebnisse.
Ist damit das Ringen um die systematische Qual von Tieren in Versuchen beendet?
Nein. Denn die wirtschaftlichen Abwägungen in der Wissenschaft arbeiten langsam und politische Taten, die dem Versprechen, Tierversuche reduzieren zu wollen, lassen weiter auf sich warten. Weiterhin gibt es Profiteure des Forschungssystems Tierversuche.
Aber die Zahlen der letzten Jahre lassen hoffen, dass ein Stein ins Rollen geraten ist.
126.000 Versuchstiere allein in Berlin bzw. 1,33 Millionen Versuchstiere deutschlandweit leiden weiterhin jährlich. Doch die Zahlen der letzten Jahre zeigen, dass sich der Kampf lohnt.