11/11/2024
👉 Adultismus:
Adultismus ist eine Form der Machtausübung gegenüber Kindern. Erwachsene kommunizieren dabei sehr machtvoll und von oben herab, meist mit dem Ziel eine schnelle Verhaltensänderung beim Kind zu bewirken.
👉 Mögliche Auswirkungen dieser Aussage:
Diese Aussage kennen wir alle. Es ist wohl eine der bekanntesten. Und doch ist sie oft falsch. Denn oft weint das Kind vermutlich schneller, weil es müde ist, doch ist das Müdesein so gut wie nie der Grund dafür. Meistens sagen Erwachsene diesen Satz, wenn das Kind weint, weil es sich am Nachmittag oder vor dem Mittagsschlaf wehtut, etwas haben möchte, was es nicht bekommen kann oder auf den Arm genommen werden möchte, was es gerade nicht darf.
Diese Aussage suggeriert dem Kind jedoch: Du weinst nicht, weil du Schmerzen hast, getröstet werden möchtest oder es dir gerade schwer fällt zu akzeptieren, dass du etwas nicht bekommen kannst. Nein, all das ist nur deine Müdigkeit. Kinder glauben, was wir Erwachsenen ihnen sagen.
Sie können ihre Gefühle noch nicht allein einordnen. Mit einer solchen Aussage bringen wir ihnen bei, dass dieses Gefühl, was sie da wahrnehmen, Müdigkeit ist und nicht Schmerz oder Traurigkeit, Angst oder vielleicht auch Wut.
Kinder beginnen außerdem oft ihre Gefühle zu unterdrücken, wenn sie auf Ablehnung bei ihren Bezugspersonen stoßen. Künftig wird dem Kind also nicht weniger zum Weinen zumute sein, wenn es sich wehtut und zudem auch noch müde ist, es wird aber vielleicht versuchen seltener zu weinen, um uns nicht zu verärgern.
👉 Deine Meinung dazu:
Erinnerst du dich vielleicht selbst an diese Aussage? Wie hast du dich dabei gefühlt? Und welche Ideen für einen würdevolleren Dialog hast du? Schreib uns deine Erfahrungen in die Kommentare.