17/06/2026
Solidarität mit Mirna Funk!
Wir möchten hiermit unser Unverständnis über die Ausladung der Autorin Mirna Funk zum Ausdruck bringen.
Der Vorwurf, sie habe diskriminierende Aussagen getätigt, erscheint uns nicht gerechtfertigt. Antisemitismus geht nicht nur von rechten und linken Milieus, sondern auch von islamistischen und konservativ-muslimischen Akteuren aus. Seit dem 7. Oktober ist dies besonders sichtbar geworden und wird durch zahlreiche Vorfälle und Berichte belegt. Auch in Köln erleben Jüdinnen und Juden antisemitische Anfeindungen und Gewalt. Wenn auf antisemitische Einstellungen in bestimmten gesellschaftlichen Milieus hingewiesen wird, sollte dies ernst genommen werden. Die Aussage von Frau Funk mag zugespitzt sein, stellt jedoch keine pauschale Verurteilung aller arabischer oder türkischer Menschen dar. Vielmehr verweist sie auf ein reales Problem, das diskutiert werden muss. In zahlreichen muslimisch geprägten Ländern werden Antisemitismus und Israelfeindlichkeit staatlich gefördert. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurden zudem Hunderttausende Jüdinnen und Juden aus diesen Ländern vertrieben. Das türkische Regime von Recep Tayyip Erdoğan propagiert islamistische Positionen und einen ausgeprägten Israelhass. Die Hamas wird von der türkischen Regierung politisch unterstützt. DITIB ist der größte Moscheeverband Deutschlands und der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellt. Deren Präsident Ali Erbaş hat wiederholt mit extremistischen und menschenfeindlichen Äußerungen für Kritik gesorgt, unter anderem durch Aufrufe zum Dschihad und zur Vernichtung Israels, sowie der Behauptung, Covid-19 sei eine Folge von Homosexualität. Das Regime übt bedauerlicherweise einen erheblichen Einfluss auf Teile der deutsch-türkischen Community aus. 67 % der Deutsch-Türk:innen stimmten bei der letzten Wahl für den Despoten Erdoğan. In einigen Städten über 70 %, in Essen fast 80 %.
Wer Frau Funks öffentliches Wirken verfolgt, weiß zudem, dass sie sich seit Jahren gegen Antisemitismus und Diskriminierung engagiert. Sie vertritt weder rassistische noch menschenfeindliche Positionen. Wir bitten Sie daher, Ihre Entscheidung zu überdenken und die Ausladung zurückzunehmen.
Unterzeichnende:
Bündnis gegen Antisemitismus Bonn
Bündnis gegen Antisemitismus Koblenz
Gemeinsam gegen Antisemitismus Bonn/Rhein-Sieg
Cityofhope cologne e.V.
Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Köln
Ganey Tikva Verein
Initiative gegen Antisemitismus Wuppertal
Junges Forum der DIG Köln
Klare Kante e.V.
Mishpacha Colonia
Links: https://fokusisrael.ch/news/warum-die-arabische-welt-israel-nicht-akzeptiert/ ; https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1387505/umfrage/wahlergebnis-der-deutschtuerken-bei-der-stichwahl-zur-tuerkischen-praesidentschaft-2023/ ; https://www.deutschlandfunk.de/tuerkei-homophobie-im-namen-des-islam-100.html ; https://de.euronews.com/2025/09/03/terrorexperte-ditib-moschee-gewaltpotenzial ; https://www.juedische-allgemeine.de/politik/studie-antisemitismus-deutlich-weiter-verbreitet-als-im-bevoelkerungsschnitt/ ; https://www.focus.de/politik/deutschland/neue-islamismus-studie-legt-unsere-milieu-wirklichkeit-sehr-offen_5dc0a4cc-7934-4cb5-ad2a-e969291ff822.html ; https://www.welt.de/politik/deutschland/article69b3bc6d28b7770e637eb393/islamismus-gesellschaftliche-zeitbombe-politiker-fordern-konsequenzen-nach-studie-zu-jungen-muslimen.html