Fachstelle Zwangsheirat

Website Kontaktieren Sie die Organisation

Fachstelle Zwangsheirat Wir beraten & unterstützen!
24/7, gratis, vertraulich
Helpline: 0800 800 007
E-Mail: [email protected]
contre les mariages forcés

Zum internationalen Tag der Jugend möchten wir ein Beispiel aus Indien beleuchten: Die Schwestern Nisha und Munna, 15 un...
12/08/2026

Zum internationalen Tag der Jugend möchten wir ein Beispiel aus Indien beleuchten: Die Schwestern Nisha und Munna, 15 und 19 Jahre alt, sind leidenschaftliche Fussballerinnen und treffen damit auf Widerstände: «In den ersten zwei bis drei Tagen zeigten die Frauen aus dem Dorf auf uns und sagten: ‚Schaut euch diese Mädchen an, die ihre Beine entblößen‘», erzählt Munna. «Wir haben sie ignoriert, beschlossen, dass es uns egal ist, und trugen weiterhin Shorts.» Nisha hat es bis in die Nationalmannschaft des Bundesstaates Rajasthan geschafft.

Fussball wird also auch für indische Mädchen salonfähig. Und Nisha hat es dabei geholfen, sich gegen eine Minderjährigenheirat zu wehren: Als eine Familie, die sie beim Fußballtraining beobachtet hatte, ihr einen Heiratsantrag machte, lehnte Nisha diesen ab. Ihre Begründung: Sie ist zu jung zum Heiraten und will ihren Traum vom Fussball verfolgen. Nach einem Monat haben sie das Angebot zurückgezogen.
Minderjährigenheirat ist in Indien illegal. Trotzdem kommt es immer noch vor, heimlich und heimtückisch. Wenn niemand erwischt wird, gibt es auch keine Strafen.

Fussball ist auch ein Mittel, um über die Risiken von Minderjährigenheiraten aufzuklären. «Als wir anfingen, mit den Eltern zu sprechen, haben wir nie gesagt, dass wir Fußball bekannt machen möchten, um Kinderehen zu verhindern», sagt Padma Joshi von der Organisation Football for Freedom. Im Mittelpunkt standen stattdessen Berufschancen, denn in Indien werden bestimmte Positionen im öffentlichen Dienst für erfolgreiche Sportler:innen reserviert.

Nishas Schwester Munna arbeitet auch bei der Organisation: «Ich möchte Mädchen helfen, etwas aus ihrem Leben zu machen und ihre Träume zu verwirklichen.» Möglichkeiten, die allen Jugendlichen offenstehen sollten.

Link zum ganzen Artikel (englisch): https://www.bbc.com/news/articles/cpv8r34mn0po

Der britische Spielfilm “Bend it like Beckham” behandelt den Wunsch, als Mädchen Fussball zu spielen, und die Konflikte angesichts traditioneller Rollenbilder im Diaspora-Kontext.

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

Gitans sind die Verwandten der Roma in Spanien und Südfrankreich. Ihre Traditionen sind zum Teil mit strengen Regeln ver...
07/08/2026

Gitans sind die Verwandten der Roma in Spanien und Südfrankreich. Ihre Traditionen sind zum Teil mit strengen Regeln verbunden. Für Frauen ist dabei oft ein Leben als Hausfrau und Mutter vorgesehen. Junge Mädchen können früh verheiratet und schnell zu Müttern werden. Manche sind dabei noch minderjährig, schon als Kinder werden sie auf ihre spätere Rolle als Hausfrau vorbereitet. Auch wird erwartet, dass sie jungfräulich in die Ehe gehen. Sobald sie die Pubertät erreichen, sind sie ständiger Kontrolle ausgesetzt. Dabei geht es um den Ruf der Familie und die Ehre des Vaters. Diese wird wie ein Heiligtum behandelt.

Immer mehr Gitans-Frauen haben aber genug davon. Sie wollen sich emanzipieren und stellen sich gegen diese schädlichen Praktiken. Gleichzeitig stehen sie zu ihrer Kultur. Diese ist auch gar nicht das Problem, sondern wie Frauen darin behandelt werden. Nun wollen sie mehr Schulbildung und ihren Platz in der Gesellschaft neu formulieren. Sie wollen eine selbstbestimmte Zukunft und verändern damit ihre Kultur positiv.

Ein aktueller Dokumentarfilm begleitet sie dabei: https://www.arte.tv/de/videos/130194-006-A/re-frauen-der-gitans-ringen-um-freiheit/

Die Problematik der Minderjährigenheirat existiert zum Teil auch bei Roma in der Ukraine. Auch hier sind patriarchale Geschlechtervorstellungen eine zentrale Ursache. Gleichzeitig kann auch Armut eine Rolle dabei spielen. In der Region Transkarpatien werden Roma an den Rand der Gesellschaft gedrängt und haben wenig Zugang zu Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Bildung. Die Lage von Frauen ist daher auf zweifache Weise kritisch.

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

Heute, am 30. Juli, ist der internationale Tag gegen Menschenhandel.Zwangsheirat gilt auch als Menschenhandel, wenn dies...
30/07/2026

Heute, am 30. Juli, ist der internationale Tag gegen Menschenhandel.

Zwangsheirat gilt auch als Menschenhandel, wenn diese mit Ausbeutung verbunden ist. Das ist der Fall, wenn eine Person als Braut oder Bräutigam “verkauft” wird, wenn sie zusätzlich zur Heirat zur Prostitution oder Arbeit gezwungen wird oder wenn sie im Kriegskontext verheiratet wird, um jemandem zu dienen.

Ein Beispiel ist die “Geldheirat”. Bei dieser Praktik werden Mädchen im Bundesstaat Cross River in Nigeria aus finanziellen Gründen zwangsverheiratet. Sie werden teilweise schon als Kinder verkauft, um die Schulden der Familie zu begleichen. Die Tradition der “Geldfrauen”, wie die Betroffenen genannt werden, ist eigentlich verboten, kommt aber in einigen Gemeinden weiterhin vor.

Bulem Mary wurde an ihren Ehemann verkauft, als sie erst drei Jahre alt war. Sie sagt: “Eine Geldfrau zu sein, fühlt sich an, als würde man in der Hölle leben.” Christiantia Eji, eine weitere Betroffene, sagt: “Ich war gefangen, bekam keine Schulbildung. Denn Geldfrauen gehen nicht zur Schule. Wenn andere im Dorf zu Zeremonien oder Veranstaltungen gingen, arbeitete ich auf dem Feld. Danach musste ich nach Hause, um für die Familie zu kochen. Bei dem kleinsten Fehler wurde ich geschlagen.”

Mehr zu den beiden: https://www.dw.com/de/nigeria-wenn-schulden-maedchen-zu-opfern-machen-geldehe-sexualisierte-gewalt-gewalt-gegen-frauen/video-76184138

Menschenhandel ist aber auch eine Gefahr für Mädchen und junge Frauen, die vor einer Zwangsheirat fliehen. Die Fachstelle Zwangsheirat ist in viele Fälle involviert, in denen Minderjährige, die in Somalia von einer Zwangsheirat betroffen oder bedroht waren, auf ihrer Flucht auch Opfer von Menschenhandel wurden.

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

“Wir wussten schon seit wir 13, 14 waren, dass wir irgendwann verheiratet werden. Mein Vater hat es so erklärt: Wenn wir...
23/07/2026

“Wir wussten schon seit wir 13, 14 waren, dass wir irgendwann verheiratet werden. Mein Vater hat es so erklärt: Wenn wir soweit sind, werden uns drei Fotos gezeigt und dann ‘dürfen' wir uns einen der Männer aussuchen und müssen ihn heiraten.”

In einer Doku erzählt die heute 25-jährige Anna (so wird sie im Video genannt) ihre Geschichte. Die Eltern stammen aus Pakistan. Auch sie sind schon auf diese Weise zusammengekommen. Anna selbst ist in Deutschland geboren und aufgewachsen und lebt auch heute noch dort.

“Meine Schwester hat damals unseren Vater gefragt: ‘Was, wenn mir keiner von denen gefällt?’ – ‘Dann suche ich euch einen aus!’ und wurde dann auch aggressiv."
Ihr Vater war oft gewalttätig, gegenüber ihr, ihren Schwestern und auch ihrer Mutter.

Anna ist in dem Wissen aufgewachsen, dass sie später einen Mann heiraten wird, den sie erst bei der Hochzeit kennenlernt. Sie sagt: “Wenn eine arrangierte Heirat bedeutet, dass du Gewalt erlebst, dass du verstossen wirst und dass du Angst hast, Nein zu sagen, dann ist es eine Zwangsheirat.”

Das Beispiel zeigt, wie eine arrangierte Heirat zu Zwang wird. Arrangierte Heiraten sind aus mehreren Gründen kritisch zu sehen:

1) Endogamiezwang: Liebe und Heirat nur innerhalb der eigenen Religion, Ethnie oder Gemeinschaft.
2) Druck bezüglich “idealem Heiratsalter”: wird dieses überschritten, werden Betroffene zu “Übriggebliebenen”.
3) Heteronormativität: Für eine lesbische Frau wird keine Ehepartnerin, für einen schwulen Mann kein Ehemann gesucht.
4) Liebesverbot/Heiratszwang: ausser der Ehe gibt es keine Möglichkeit für Partnerschaft und Sexualität. Erst kommt die Heirat, dann die Liebe. Jungfräulichkeit vor der Ehe wird zum Ideal erklärt.

“Als er meine Schwester geschlagen hat, war für mich eine Grenze erreicht.” Mit 16 Jahren kann Anna mit ihren beiden jüngeren Schwestern die Familie verlassen und wird in Obhut genommen. Hilfe erhalten sie durch ihre Schulsozialarbeiterin. So entgeht Anna der drohenden Zwangsheirat. Sie zeigt ihren Vater wegen häuslicher Gewalt an. Die Aussicht auf ein besseres, gewaltfreies Leben hat ihr die Kraft gegeben, um diese Schritte zu machen.

Die ganze Doku gibt es beim ZDF: https://www.zdf.de/play/reportagen/funk-collection-funk-12350-110/funk-zwangsheirat-mitten-in-deutschland-annas--sonjas-story-102

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

Die Sexual- und Paartherapeutin Tharsika Bühler wurde in ihrer Sichtweise auf Beziehungen auch durch Ihre eigenen Erfahr...
21/07/2026

Die Sexual- und Paartherapeutin Tharsika Bühler wurde in ihrer Sichtweise auf Beziehungen auch durch Ihre eigenen Erfahrungen mit Endogamiezwang geprägt. Der Begriff bedeutet, dass Liebe und Heirat nur innerhalb der eigenen Religion, Ethnie oder Gemeinschaft vorgesehen sind.

Ihre aus Sri Lanka stammenden Eltern kamen durch eine arrangierte Heirat zusammen. Auch Bühler sollte innerhalb der tamilischen Gemeinschaft heiraten. Gleichzeitig war Sexualität ein Tabuthema.

Sie verliebte sich entgegen den Erwartungen ihrer Familie aber nicht in einen gläubigen Tamilen. Dies führte zu jahrelangem Kontaktabbruch. Die eigene Paartherapie half ihr durch diese schwierige Phase und weckte gleichzeitig ihr Interesse am Therapeutinnenberuf.

Erst nach der Hochzeit lernten die Eltern ihren Schwiegersohn kennen. Die Familie akzeptierte die Beziehung schrittweise und hinterfragte eigene Rollenbilder.

Das ganze Portrait erschien in der Zuger Zeitung.

Der 28-jährige Student Jeni, dessen Eltern in den 1990er-Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz geflüchtet sind, kritisiert...
16/07/2026

Der 28-jährige Student Jeni, dessen Eltern in den 1990er-Jahren aus Sri Lanka in die Schweiz geflüchtet sind, kritisiert das schädliche Kastenwesen und die damit verbundenen Zwänge bezüglich Partnerschaft. Angesichts der Diskriminierung, welche die tamilische Diaspora in der Schweiz erlebt hat, findet er es paradox, „dass wir untereinander auch nicht alle als gleich angesehen werden. Spätestens, wenn du heiratest und die Frage kommt, aus welcher Kaste du bist.“

Das Kastenwesen ist eine soziale Hierarchie: Kinder sind in der gleichen Kaste wie ihre Eltern. Bei der Geburt entscheidet sich also, ob man zu einer höheren oder tieferen Kaste gehört und welches Ansehen man hat. Ein Aufstieg ist nicht möglich. Mitglieder einer Kaste sollen unter sich bleiben, also auch nur untereinander heiraten (Endogamiezwang).

Widerstand gegen das Kastenwesen gibt es schon lange: Vor fast genau hundert Jahren hat sich der tamilische Gründervater E. V. Ramasami, genannt Periyar, öffentlich gegen Mahatma Gandhi gestellt, der für das Kastenwesen war. Heute ist eine Diskriminierung aufgrund der Kastenzugehörigkeit in Indien und Sri Lanka verboten. Wenn es etwa ums Heiraten geht, ist das Kastenwesen aber weiterhin und zuletzt wieder stärker präsent. Auch in der Diaspora ist leider ein Comeback zu beobachten (Re-Traditionalisierung), wie Jenis Beispiel zeigt.

Um eine Person aus der gleichen Kaste zu heiraten, gibt es in der Familie, dem Umfeld und der Diaspora verschiedene Arten der Vermittlung. Auf diese Weise eine Partnerin zu finden, ist für Jeni ein „No-Go“. Das kann Folgen haben: „Ich weiss von Freunden, Verwandten, Bekannten, die dann vielleicht nichts mehr mit mir zu tun haben wollen. Nur weil du dich entscheidest, zu heiraten, wen du möchtest. Das ist sicher etwas Trauriges, aber gleichzeitig kann ich auch nicht einfach meine Prinzipien aufgeben.“

Er erzählt von seiner Wut und seinem Unverständnis, weil die Beziehung zu seinem Umfeld plötzlich nichts mehr bedeuten soll: „All die Jahre, in denen man zusammengelebt hat und füreinander da war, wie man das einfach aufgeben kann, nur aufgrund eines alten Relikts“ wie dem Kastenwesen. Das kann und will Jeni nicht verstehen.

Link zur ganzen Doku: https://www.srf.ch/play/tv/impact-inside/video/tamilische-diaspora---jeni-kaempft-gegen-das-kastenwesen-und-fuer-die-liebe?urn=urn:srf:video:e02bbc36-3962-4a2d-96dd-1699e50ca3a7

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

09/07/2026

Seit dem 1. Juli 2026 ist es gesetzlich verankert: Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Als Gewalt zählen nicht nur körperliche Übergriffe wie der Klaps oder die Ohrfeige, sondern auch psychische Gewalt. Und die ist weiter verbreitet, als viele denken. Eine aktuelle Befragung der Universität Freiburg zeigt, dass nur ein Drittel der befragten Eltern angibt, nie psychische Gewalt anzuwenden.

Aber was ist psychische Gewalt überhaupt? Beschimpfungen und Erniedrigungen würden die meisten als solche kategorisieren. Doch sie hat auch subtilere Gesichter.

Liebesentzug: «Wenn du nicht gehorchst, geben wir dich weg.»

Oder Einschränkungen, die nicht ausgesprochen werden: Einem Mädchen wird früh klargemacht, dass es später jemanden mit der gleichen Herkunft heiraten soll. Oder ein Partner, eine Partnerin kommt ins Spiel und die Eltern sagen: «Wir dachten, wir haben dich anders erzogen.» Kein direktes Verbot. Aber die Botschaft ist klar: Das darfst du eigentlich nicht.

Auch das ist Gewalt. Auch das ist nicht ok.

Hattest du solche Situationen mit deinen Eltern? Oder kennst du jemanden in deinem Umfeld, dem es so geht?

Melde dich bei uns. Kostenlos, vertraulich, ohne Urteil.

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

Naadirah ist gebildet, selbstbewusst, reist durch Europa. Und soll in zwei Wochen heiraten, weil ihr Vater krank ist und...
02/07/2026

Naadirah ist gebildet, selbstbewusst, reist durch Europa. Und soll in zwei Wochen heiraten, weil ihr Vater krank ist und die Familie es so erwartet.

«Tage mit Naadirah» (2023) erzählt von einer Frau, die eigentlich weiss, was sie will. Aber die Familie entscheidet anders. Kein Schreien, keine Drohung. Stattdessen: «So ist es halt. So war es immer. Wir wollen doch nur das Beste für dich.»

Das ist Manipulation. Eltern, die Pflichtgefühl einsetzen, um die Entscheidungen ihrer Kinder zu kontrollieren, überschreiten eine Grenze, auch wenn sie es «aus Liebe» tun. Druck bleibt Druck, egal wie er verpackt wird. Und irgendwann spürst du es: Du hast keine echte Wahl.

Liebesverbote, arrangierte Ehen, der Druck zu heiraten, wen die Familie wählt, all das ist Zwang und sind keine Einzelfälle. Es passiert in vielen Familien, in vielen Kulturen, auch direkt nebenan.

Kennst du das? Spürst du, dass andere über dein Leben entscheiden, ohne dich wirklich zu fragen? Oder kennst du jemanden, dem es so geht?
Unsere Beratungen sind vertraulich und kostenlos, damit du ein selbstbestimmtes Leben führen kannst.

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

Viele Menschen leben im Schatten. Sie können nicht offen lieben, nicht frei sein, nicht zeigen, wer sie sind. Weltweit w...
25/06/2026

Viele Menschen leben im Schatten. Sie können nicht offen lieben, nicht frei sein, nicht zeigen, wer sie sind. Weltweit werden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität in 64 Staaten kriminalisiert.

Während die Kirchenbindung in Westeuropa sinkt, wächst religiös geprägter Konservatismus anderswo, ob katholisch, evangelisch oder islamisch. Mit direkten Folgen für queere Menschen.

Ein aktuelles Beispiel: In Senegal wurde im März 2026 die Höchststrafe für gleichgeschlechtliche Beziehungen auf 10 Jahre verdoppelt. Zusätzlich strafbar ist jetzt auch, wer queere Menschen unterstützt oder begleitet. Diese Entwicklung hat auch eine transnationale Prägung: Ein Blick rüber in die USA zeigt, dass gleichgeschlechtliche Ehen zwar verfassungsrechtlich geschützt sind, doch LGBTQI+-Rechte systematisch abgebaut werden. Zudem haben Netzwerke wie die MassResistance die senegalesische Gesetzgebung stark mitgeprägt und verbreiten ihren Einfluss weiter, etwa in Ghana. 📎 Links in der Story

Auch in Europa bieten 18 Länder keinerlei Schutz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften. 📎 Rainbow Map in der Story

Wer verfolgt wird oder eine Ehe eingehen muss, die nicht der eigenen Orientierung entspricht, sei es erzwungen oder als Schutz, erlebt in beiden Fällen Zwang.

Oft bleibt nur die Flucht, auch in die Schweiz. Die Ehe für alle gibt es hier erst seit 2021. Umso mehr gilt es, dieses Recht zu schützen und mit anderen zu teilen.
Bemerkst du, dass dein Umfeld deine Lebensentscheidungen nicht respektiert? Unterstützung findest du bei uns und anderen Organisationen:

vielfalt.chch




Du bist nicht allein.

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

Die 15jährige Kawthar al-Husayjawi aus der Gegend von Nahrawan im Irak sollte ihren Cousin heiraten, hat sich dagegen ge...
18/06/2026

Die 15jährige Kawthar al-Husayjawi aus der Gegend von Nahrawan im Irak sollte ihren Cousin heiraten, hat sich dagegen gewehrt und wurde diesen Mai von Familienmitgliedern brutal ermordet. Eine weibliche Verwandte hat nun die Geschichte von Kawthar erzählt.

Bereits mit 13 Jahren wurde Kawthar zum ersten Mal zur Heirat mit einem deutlich älteren Mann gezwungen. Nach einem Jahr Ehe, in welchem sie körperlicher und sexueller Gewalt ausgesetzt war, floh sie zurück zu Ihrer Familie. Hausarrest und Kontrolle waren die Folge. Erst als Kawthar mit Selbstmord drohte, wurde die Ehe 2025 geschieden.

Als wenig später ihr Cousin aus dem Gefängnis entlassen wird, hält dieser um Kawthars Hand an. Sie lehnt ab, aber ihre Familie stimmt der Heirat gegen ihren Willen zu. Nach einem Fluchtversuch kurz vor der geplanten Hochzeit - Kawthar befürchtet eine neue Phase von Vergewaltigungen und Misshandlungen - wird sie schliesslich von ihrem Vater, ihrem Onkel und dem Cousin, den sie heiraten sollte, ermordet.

Ihre Verwandte erfährt davon aus den sozialen Medien: "Ich versuchte, ruhig zu bleiben und dachte, die Polizei würde sie wenigstens für ihre Tat bestrafen." Aufgrund der vorherrschenden Korruption glaubt sie aber nicht daran und vermutet, dass sich Kawthars Bruder als alleiniger Täter stellt und das ganze als "Ehrenmord" gewertet und der Fall abgeschlossen wird: "Obwohl das irakische Gesetz den Begriff „Ehrenmord“ nicht explizit erwähnt, enthält es mildernde Umstände, die Tötungen aus Ehrenmotiven berücksichtigen. Wer seine Ehefrau oder eine nahe weibliche Verwandte tötet, nachdem er sie beim Ehebruch ertappt hat, wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft. In vielen Fällen wird die Tat nicht als vorsätzlicher Mord, sondern als ein außer Kontrolle geratener Familienstreit betrachtet."

Kawthars Verwandte sagt: "Die neuen irakischen Gesetze, die die Heirat von Kindern ab neun Jahren erlauben, sind für mich erschreckend. Ein Kind, das aus der Schule genommen und früh verheiratet wird, ist dadurch schutzloser und kann sich weniger gegen die Gewalt wehren, der es ausgesetzt ist. Kawthar war noch nicht alt genug, um das Leben zu verstehen, doch alle behandelten sie wie eine Frau, die unterdrückt, überwacht und bestraft werden musste."

Familie sollte ein Hort der Geborgenheit sein und nicht das Todesurteil der eigenen Tochter.

Link zum Originalartikel: https://www.theguardian.com/global-development/2026/jun/01/kawthar-al-husayjawi-killed-refusing-forced-marriage-marry-family-celebrated-iraq

📩 [email protected]
📞 0800 800 007 (24/7, vertraulich & gratis)

Adresse

Zürich
8000ZÜRICH

Benachrichtigungen

Erfahren Sie als Erste/r von Neuigkeiten und Aktionen: Wir schicken Ihnen eine E-Mail, wenn Fachstelle Zwangsheirat etwas veröffentlicht. Ihre E-Mail-Adresse wird für keinen anderen Zweck verwendet, und Sie können sich jederzeit abmelden.

Kontaktieren Sie Die Organisation

Nachricht an Fachstelle Zwangsheirat senden:

Verknüpfungen

Teilen