09/10/2026
Am vergangenen 2. Oktober haben die eidgenössischen Räte den indirekten Gegenvorschlag zur Stopfleber-Initiative verabschiedet. Dieser dürfte demnächst im Bundesblatt veröffentlicht werden und würde bei einer Ablehnung der Initiative durch die Bevölkerung umgesetzt.
Was sieht dieser ungenügende Gegenvorschlag also vor?
Die Bundesverwaltung wird beauftragt, die gewerbsmässigen Importe von Foie gras zu überwachen und alle 5 Jahre Berichte über die eingeführten Mengen zu veröffentlichen. Sollten diese nicht zurückgehen, wird die Verwaltung dem Bundesrat Massnahmen zu deren Reduktion «vorschlagen», worauf dieser die notwendigen Massnahmen «ergreifen» wird (Art. 14a Abs. 4 TSchG). Nach wie vielen Jahren? 5 Jahren, 10 Jahren, 20 Jahren? Dazu ist keine Bestimmung vorgesehen. Und in jedem Fall sieht der Gegenvorschlag vor, dass weiterhin eine Mindestimportmenge von 20 Tonnen Foie gras garantiert bleibt (Art. 14a Abs. 4 TSchG). Dies entspricht rund 10 % der derzeit gewerbsmässig importierten Mengen.
Selbst wenn hypothetisch tatsächlich Massnahmen zur Begrenzung der Foie-gras-Importe ergriffen würden, hätte die Garantie einer Mindestmenge von 20 Tonnen lediglich zur Folge, dass der Preis dieses Produkts steigen und es damit einer wohlhabenden Konsumentenschicht vorbehalten bliebe. Dies würde den Einkaufstourismus verstärken, da Privatpersonen Foie gras in den Grenzregionen kaufen könnten. Mit Ausnahme des Kantons Freiburg können alle Einwohnerinnen und Einwohner der Westschweizer Kantone und des Tessins Frankreich oder Italien in weniger als 30 Minuten erreichen.
Unsere Haltung bleibt unverändert: Was unseren Produzenten verboten ist, sollte auch nicht importiert werden dürfen.
Ein Rückzug der Initiative kommt selbstverständlich nicht infrage, und der Bundesrat dürfte in den nächsten Tagen bekannt geben, dass die Volksabstimmung über die Stopfleber-Initiative am 28. Februar 2027 stattfinden wird.
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*JA zur Stopfleber-Initiative*
Die Stopfleber-Initiative wurde am 28. Dezember 2023 mit 102’478 Unterschriften eingereicht.
Die Initiative fordert ein Verbot der Importe von Stopfleber aus Zwangsfütterung in die Schweiz. Gleichwertige Produkte, die ohne Stopfmast hergestellt werden, bleiben weiterhin erlaubt.
https://stopfleber-initiative.ch/verkostung-von-foie-gras-ohne-zwangsfutterung-im-parlament/
Weitere Informationen auf der Website der Stopfleber-Initiative:
https://stopfleber-initiative.ch
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