01/07/2026
Wirksamkeit tiergestützter Therapie bei Kindern mit Autismus oder Down-Syndrom
Hintergrund
Tiergestützte Interventionen gelten als vielversprechender Ansatz zur Förderung sozialer und emotionaler Fähigkeiten bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) oder Down-Syndrom. Roboterhunde werden zunehmend als mögliche Alternative diskutiert, da sie keine Allergien auslösen und Ängste vor Tieren umgehen können. Unklar ist jedoch, ob sie ähnliche therapeutische Effekte erzielen wie echte Hunde.
Methoden
65 Kinder im Alter von 7 bis 16 Jahren mit ASS oder Down-Syndrom wurden zufällig einer von drei Gruppen zugeteilt: Therapie mit einem echten Hund, Therapie mit einem Roboterhund oder keine Therapie. Alle Therapiegruppen absolvierten fünf wöchentliche Einzelsitzungen von 45 Minuten. Vor der Intervention, direkt danach sowie nach 4 bis 6 Wochen beurteilten Eltern ihre Kinder anhand eines Fragebogens zu sechs Bereichen: soziales Selbstvertrauen, gesprächsbezogene Abstimmung, emotionale Abstimmung, Emotionsregulation, soziale Kognition und soziale Motivation.
Resultate und Diskussion
In allen Gruppen zeigten sich leichte Verbesserungen. Kinder der Hundetherapiegruppe verbesserten sich jedoch stärker in der emotionalen Abstimmung und teilweise in der Emotionsregulation. In den übrigen vier Bereichen wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede festgestellt. Die Forschenden vermuten, dass die Beziehung zu einem lebenden Tier emotionale Prozesse und Stressreduktion begünstigt. Für Kinder mit Allergien oder Hundephobie könnte der Roboterhund dennoch eine sinnvolle Alternative darstellen. Aufgrund der kleinen Stichprobe und kurzen Nachbeobachtungszeit sind weitere Studien notwendig.
IEMT-Mitglieder finden im ausführlichen Newsletter detaillierte Informationen zu den drei Therapiegruppen, den individuellen Verläufen einzelner Kinder sowie den methodischen Einschränkungen der Studie.
Quelle
Van der Steen, S. et al. (2025). A randomized controlled trial of the effects of dog-assisted versus robot dog-assisted therapy for children with autism or Down syndrome. PLoS ONE 20(3): e0319939. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0319939