Mittelalterliches Heerlager Schweiz

Mittelalterliches Heerlager Schweiz Unser Ziel ist es, die historischen Wurzeln der mitteleuropäischen Gesellschaft auf spielerische Art und Weise zu vermitteln und am Leben zu erhalten

30/12/2025
Mühselig war die Hin- und auch Rückreise in den Norden in das Dörfchen Dill. Doch ohne grössere Hindernisse, ausser eini...
25/06/2025

Mühselig war die Hin- und auch Rückreise in den Norden in das Dörfchen Dill. Doch ohne grössere Hindernisse, ausser einige wenige Wegelagerer, die es jetzt noch bereuen unseren Weg gekreuzt zu haben, brachten wir die Strecke hinter uns.

Nun fanden wir auch die Muse, um euch Anteil an unserer Reise an das Ritterturnier haben zu lassen.

Kurz vor Weihnachten letzten Jahres erreichte uns die Kunde eines bevorstehenden Turnieres. Der Marschall der Hauses Spoonheim, Georg von Ehrendingen ladet zum 2. Ritterturnier zu Dill. In Anbetracht der schönen Erinnerungen an das Vergangene, setzten die Weissen Wölfe alle Hebel in Bewegung, um auch dieses Jahr wieder eine schlagkräftige Abordnung zu entsenden.

So wurden zwei Wagen beladen für die Reise in den Norden und am Morgen des 19. Tages des Monats Juni erreichten Hauptmann Uwe von Hönscheid mit Gemahlin Miriam von Hönscheid, Leutnant Edgar Eberli und der kampferprobe Waffenknecht Nicola Raveglia das Dörfchen Dill, über dem die Burg des Marschall von Ehrendingen thront.
Erste bekannte Gesichter wurden erblickt, Hände kräftig gedrückt und Freunde herzlich umarmt. Welche Ehre uns zu Teil wurde, mangels gerade verfügbaren Bediensteten, wies uns Graf Johann von Spoonheim den Weg zu dem Flecken Erde, auf dem wir unser Lager für die Dauer des Turnieres aufschlagen konnten. So wuchs das Heerlager vor den Toren von Dill, tatkräftig packen alle zusammen an und innert wenigen Augenblicken errichteten wir unsere Zelte. Die Einrichtung wurde aus den Wagen an die vorgesehen Orte verteilt und bald darauf konnten wir unsere von der Reise ermüdeten Füssen hochlagern.
Am Nachmittag des 20. Tages des Monats Juni erschienen die Recken vereinzelt und in Gruppen vor dem Marschall Georg von Ehrendingen, um ihre im Turnier zu verwenden gedachten Waffen zu präsentieren und wenige Kerzen danach wurde auch schon die erste Kampfrunde ausgetragen. Gerüstet und mit dem Langschwert in der Hand schlugen sich die Edlen, die Ritter und auch wir von den Weissen Wölfen in der Arena vor den Augen des Grafen Simon von Spoonheim und seinen Edeldamen. Leider waren unsere Gegner in der Fechtkunst überlegen oder das Training daheim zu lasch, man weiss es nicht. So gingen in der ersten Runde für alle drei die Lichter aus, doch wartet, welch eine Ehre, Hauptmann Uwe von Hönscheid wurde als Ritter der Herzen auserkoren. Durch die Gunst der Edeldamen erreichte immerhin einer die nächste Runde. Weiter führte die Reise auch für ihn dann nicht, auch der nächste Recke in der Arena hatte das Glück auf seiner Seite. Der Wettkampftag endet dadurch früh, wir konnten daher in Ruhe die Kochstelle anfeuern und uns ein fürstliches Abendessen zubereiten. Der Abend wurde dann in zünftiger Manier gefeiert, der Sieger im ersten Wettstreit, Michael von Thyria und seine Freunde beehrten uns mit seinem Besuch in unserem Lager. Natürlich musste dies lange begossen werden. Herzliche Gratulation an den wackeren Ritter.

Der Morgen des 21. Tages des Monats Juni begann mit einem Rundgang durch das Dörfchen Dill, die Edlen hielten Hof. Hauptmann Uwe nebst Gemahlin Miriam und Waffenknecht Nicola als Standartenträger bereicherten den geschichtsträchtigen Umzug.
Mit dem Bogenschiessen begann der neue Wettkampftag und uns war Fortuna hold, zumindest bis in die dritte Runde als es gleichzeitig Leutnant Edgar und Nicola erwischte. Der Hauptmann bewiess seine sichere Hand immerhin bis in die fünfte Runde als auch ihn der Wind verwehte. Aber trotz unserem Versagen geht der Sieg in die Eidgenossenschaft, Hauptmann Stefan von Wilchingen traf mitten ins Schwarze. Von Seiten der Weissen Wölfe nochmals herzliche Gratulation hiermit.
Komische Blicke erhielten wir von Seiten der edlen Grafen und tapferen Ritter als wir uns freudestrahlend und nur in Bruche und Bundhaube gewandet vor die Tribüne stellten und lauthals nach Gegner riefen. Bruchenball war verkündet worden und wo fühlen wir Wölfe uns wohler als bei einer zünftigen Keilerei. Es fanden sich zu unserem Wohlgefallen einige Knechte und Knappen gleich wohl gewandet ein, rasch fand man sich auf der jeweiligen Seite und Graf Johann von Spoonheim gab das Signal. Tatkräftig mischte selbst Ritter Michael von Thyria mit uns mit und nach kurzem, aber intensivem Kampf konnten wir zwei Punkte in Folge für uns zu Buche schreiben lassen. Die Sonne brannte auf das trockene und steinige Feld und nach dem die Knappen und Knechte ihrerseits einen Punkt hart erkämpfen konnten, einigten sich die Hauptleute auf ein Unentschieden. Die edlen Grafen und Damen waren entzückt von unserem heroischen Kampf in Bruche und entlöhnten uns fürstlich.
Gut aufgewärmt stand anschliessend die Disziplin Schwert und Schild an der Tagesordnung, gerüstet in Kette und Platte, gewappnet mit Schild und Schwert begaben sich Hauptmann Uwe, Leutnant Edgar und Waffenknecht Nicola in die Arena und zogen per Losentscheid ihre Gegner für die erste Kampfrunde. Edgar kreuzte als erste seine Klinge mit dem Grafen von Klingen und ging als Sieger aus diesem Duell. Für Hauptmann Uwe und Nicola endete es leider wieder arg und beide musste ihren Gegnern eingestehen, dass sie besser waren. Freiherr Johann zu Bech stand als nächsten Kontrahenten dem Leutnant gegenüber, nach hartem und schnellem Kampf konnte Edgar seine Waffen hochreissen und über seinen zweiten Sieg jubeln. Doch auch war dann das Ende gekommen für den wackeren Leutnant, Horst von den Kölner Rittern stellte sich nach intensivem und wohlgefälligem Duell als zu harten Brocken dar.
Glücklicher verlief der Wettkampftag für Hauptmann Stefan von Wilchingen und Ritter Andreas von Schwarzenburg, sie konnten sich den zweiten und dritten Platz ergattern. Erneut verneigen wir uns und gratulieren herzlich. Was blieb da anders zu erwarten, als dass am Abend in den verschiedenen Lager zünftig gefeiert wurde.

Die Messe in der Burgkapelle am frühen Morgen des 22. Tages im Monat Juni wurde ohne grösseres Bedauern ausgelassen, dafür bereiteten sich Hauptmann Uwe und Waffenknecht Nicola sich auf die vierte Runde des Wettstreits vor. Leicht gerüstet mit Schild und Schwert wurde das Helmzierschlagen begangen. In der ersten Runde verlor Nicola seine Rose vom Helm, den Hauptmann erwischte es schlussendlich in der dritten Runde. Wir gratulieren aber wieder einem Freund, Ritter Manuel von Bodega zum dritten Platz.
Die letzte Disziplin war das Speerwerfen, ach ja…. Wir verzichten an dieser Stelle auf eine ausführliche Berichterstattung, nur so viel hiervon die erste Runde was das Ende des Turnieres für uns Weisse Wölfe.

Langsam näherte sich der Abend und es wurde noch der Gesamtsieger des Turniers auserkoren, wie könnte es auch anders sein, Hauptmann Stefan von Wilchingen strahlte über das ganze Gesicht, als der Graf seinen Namen verlauten liess. Ein Hurra auf den wahrlich tapferen Recken und seine edlen Taten…. HURRA!! Die Wagen wurden anschliessend beladen und zügig wurde die Reise gen Süden angetreten. Nach langer Wegestrecke nun wieder in heimischen Gefilden, die Erinnerungen noch frisch an das ritterliche Turnier, die Gelage unter Freunden und die herrliche Keilerei vor des Grafen Augen bedanken wir uns noch einmal für die Einladung des Marschalls Georg von Ehrendingen.

Auf Bald Freunde, eure Weissen Wölfe.

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