21/01/2025
Die 16. Stunde der Wintervögel ist vorbei - es gab neue Teilnehmer:innenrekorde und die Kohlmeise ist wie im letzten Jahr auf Platz 1!🏆
Detaillierte Ergebnisse findet ihr hier👇 und hier: https://stunde-der-wintervoegel.at/
BirdLife Österreich
Stunde der Wintervögel 2025: Das ist die Top 10 Österreichs 🩵
26.897 Menschen haben an der Wintervogelzählung teilgenommen und 645.540 Vögel gemeldet – Danke!
🏆 Die Kohlmeise war am Zählwochenende wieder der häufigste Wintervogel, gefolgt vom Haussperling und dem Feldsperling. Mit durchschnittlich 4,7 Individuen pro Garten lag ihr Ergebnis etwas unter jenem des Vorjahres, aber nach wie vor zeigt sie sich am verlässlichsten an den Futterstellen: Sie war etwa an neun von zehn Zählorten vertreten.
👩👩👧 Die Beteiligung war erneut beachtlich hoch, in Wien und Oberösterreich konnten sogar neue Teilnahmerekorde erzielt werden.
📉 Durchschnittlich waren knapp 31 Vögel pro Zählort zu beobachten – fast so viele wie im Vorjahr. Die Gesamtzahlen blieben über die letzten fünf Jahre stabil, im langfristigen Vergleich nimmt die Anzahl der Wintervögel in den Gärten jedoch ab.
Das winterliche Auftreten der Vögel in unseren Städten und Dörfern wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst, welche sowohl die für Vögel typischen Bestandsschwankungen als auch den langfristig negativen Trend erklären können:
1️⃣. Milder werdende Winter spielen dabei eine zentrale Rolle: Vor allem in Tieflagen bleiben geschlossene Schnee- und Eisdecken über längere Zeiträume aus. Dadurch finden viele Vogelarten weiterhin ausreichend Nahrung in Wäldern. Dies betrifft insbesondere samenfressende Waldvogelarten wie Buchfink, Tannenmeise oder Kleiber.
2️⃣. Häufiger auftretende Baummastjahre: Durch die Klimakrise häufen sich Baummastjahre – das sind Jahre, in denen bestimmte Baumarten besonders viele Samen tragen. Sie sind als Stressreaktion der Bäume zu deuten. Während Baummastjahre meist dazu führen, dass die Vögel in den Wäldern viel Nahrung finden und deshalb in geringeren Zahlen zu den Futterstellen kommen, kann sich in manchen Jahren der gegenteilige Effekt ergeben: Die vielen Samen im Wald können nämlich Gäste aus dem Norden anlocken. So dürfte das heurige Buchenmastjahr in den nordwestlichen Teilen des Landes zu den hohen Zahlen an Bergfinken in dieser Region geführt haben.
3️⃣. Der Zuzug von Vö**ln aus dem Norden spielt bei vielen Arten, darunter auch beim heurigen „Siegervogel“, der Kohlmeise, eine wesentliche Rolle. Dieser kann Jahr für Jahr sehr unterschiedlich ausfallen. Die Schwankungen hängen stark vom Nahrungsangebot, den Wetterbedingungen und dem Bruterfolg in den nördlichen Herkunftsregionen ab. Besonders auffällig war in diesem Jahr der Einflug des Bergfinks.
4️⃣. Lebensraumverschlechterungen für Vögel in den Städten und Dörfern, wie die zunehmend naturfern gestalteten Gärten, der Verlust alter Baumbestände und die ungebremste Verbauung, dürften sich ebenso negativ auf die Bestände der Siedlungsvögel auswirken. Eine davon besonders betroffene Art ist der Haussperling, dessen Zahlen über die Jahre stetig zurückgegangen sind. Er hält sich ganzjährig in Städten und Dörfern auf und sein Vorkommen wird nicht durch Witterungsverhältnisse, Samenangebot im Wald oder Zuzug aus dem Norden beeinflusst.