03/11/2025
„Erfolgreiche Primärversorgung braucht beides: Herz und Haltung – Medizin und Management“
Ein Primärversorgungszentrum kann nur dann nachhaltig funktionieren, wenn ärztliche und kaufmännische Verantwortung in Balance stehen. Medizinische Qualität und betriebswirtschaftliche Führung müssen sich ergänzen, um eine stabile und patientenorientierte Versorgung sicherzustellen.
Politik auf Landes-, Bundes- und Gemeindeebene sowie die zuständigen Institutionen, Interessensvertretungen und die Wirtschaft sind gefordert, nicht nur gute Rahmenbedingungen für die Primärversorgung zu schaffen, sondern diese auch sichtbar und wirksam zu kommunizieren. Zahlreiche bestehende öffentliche, bundesweite Förderungen und Unterstützungsangebote der Länder und Krankenkassen (übrigens auch von Banken) erreichen Ärztinnen und Ärzte derzeit nicht gezielt oder nur teilweise.
Um das volle Potenzial der Primärversorgung zu entfalten, braucht es neue, koordinierte Wege der Information und Kommunikation – getragen von allen relevanten Akteuren im Gesundheitswesen.
ZUSAMMENARBEIT ist dabei der Schlüssel zum Erfolg: Nur durch gemeinsames Handeln können Chancen erkannt, Ressourcen gezielt genutzt und nachhaltige Strukturen geschaffen werden, die das Gesundheitssystem langfristig stärken.
Gleichzeitig braucht es mehr unternehmerisches Denken in der Medizin: Management- und Wirtschaftskompetenzen sollten schon im Studium vermittelt werden. Wer eine Gruppenpraxis oder ein PVE gründet, übernimmt auch Geschäftsführungsverantwortung – Rechte, Pflichten und betriebliche Risiken inklusive.
Eine qualifizierte Managementkraft kann die Ärzteschaft in der Primärversorgung entlasten, indem organisatorische Verantwortung an eine PVE-Managerin oder einen PVE-Manager delegiert wird.
Nur durch das Zusammenspiel von Medizin, Management und Unternehmertum kann Primärversorgung langfristig erfolgreich sein.
Mit vereinten Kräften ist dies jedenfalls zu schaffen.
Das Ziel der Primärversorgungseinheiten (PVE) war von Beginn an klar:
Ärztinnen und Ärzte sollen sich zusammenschließen, um wohnortnahe, umfassende Versorgung zu sichern. Das Modell lebt von der ärztlichen Eigenverantwortung und der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams – nicht von großen institutionellen Strukturen. Krankenhäuser oder Verbände können wichtige Partner sein, sollen aber nicht selbst Träger dieser Einheiten werden.
Nur wenn sich – trotz intensiver Bemühungen – keine Ärztinnen und Ärzte finden lassen, sollten etablierte Institutionen vorübergehend einspringen, um Versorgungslücken zu vermeiden. Sobald jedoch Ärztinnen und Ärzte bereitstehen, die die Einheit übernehmen wollen, muss der Übergang zurück in ärztliche Selbstständigkeit möglich sein. Denn Primärversorgung heißt: ärztlich geführt, eigenverantwortlich organisiert und im Sinne unternehmerischer Freiheit gestaltet.