Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen

Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück & FreundInnen Die OELGR_F wurde 1947 von Überlebenden des Frauen-KZ Ravensbrück gegründet. Aufgaben: Bildungs- und Erinnerungsarbeit zum Thema Nationalsozialismus

17/09/2025

In Erinnerung an die antifaschistische Widerstandskämpferin und Kommunistin Maria Cäsar, die unsere Partei über Jahrzehnte geprägt und ihre Erfahrungen aus dem Widerstand gegen die Nazi-Diktatur an tausende Jugendliche in Zeitzeugengesprächen weitergegeben hat.

24/05/2025

Lotte Brainin hat als Jüdin seit ihrer Jugend Hetze erlebt und kämpfte schon in jungen Jahren mit unendlichem Mut gegen die N***s. Sie überlebte Folter und Konzentrationslager, es gelang ihr die Flucht aus dem KZ – und sie bewahrte sich ihre Haltung und ihren Einsatz für Menschlichkeit.

Dieser außerordentlich mutigen Frau wurde der Gemeindebau NEU in der Mela-Köhler-Gasse 7 im 22. Bezirk gewidmet.

Um dem Vergessen entgegenzuwirken, gibt es von Wiener Wohnen organisierte Rundgänge. Diese machen das Schicksal jüdischer Mieter*innen sichtbar, die während der NS-Zeit systematisch aus ihren Gemeindewohnungen vertrieben wurden. Die Touren finden aktuell in 10 Bezirken statt: nievergessen.wienerwohnen.at

Wer mehr über Lotte Brainin erfahren möchte, findet hier eine digitale Ausstellung mit zahlreichen Bild-, Text- und Tondokumenten: https://www.brainin.at/lotte/

24/05/2025

Lotte Brainin wurde in Wien Brigittenau als das jüngste von fünf Kindern des jüdischen Ehepaares Sontag geboren. Die Kindheit war von Armut geprägt. Lotte Brainin arbeitete als Fabrikarbeiterin und später in einem chemischen Labor. Lotte engagierte sich zuerst bei den Roten Falken und schloss sich nach den Februarkämpfen 1934 dem Kommunistischen Jugendverband an. Mit 15 Jahren wurde sie zum ersten Mal verhaftet.
Als Komunistin und Jüdin war sie zur Zeit des Nationalsozialismus doppelt gefährdet. Sie flüchtete über Deutschland nach Belgien. Dort schloss sich Lotte Brainin einer kommunistischen Widerstandsgruppe, der Österreichischen Freiheitsfront (ÖFF), an. Lotte begann die Wehrmacht zu unterwandern indem sie sich mit deutschen Soldaten anfreundete und sie mit antinationalsozialistischen Infomaterial versorgte. Lotte wurde 1943 von einem Soldaten verraten, festgenommen, verhört und misshandelt. Nach mehreren Monaten Haft wurde sie nach Auschwitz deportiert.
Lotte wurde zur Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik verpflichtet. Sie schloss sich dort erneut einer Widerstandsgruppe an, auch wurde sie österreichische Repräsentantin in der Internationalen Kampfgruppe Auschwitz. Lotte Brainin überlebte 1945 den Todesmarsch von Auschwitz in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Kurz vor Kriegsende gelang ihr die Flucht.
Im Juli 1945 kehrte sie nach Wien zurück. Ihre vier Geschwister überlebten die Shoah, nicht jedoch ihre Eltern. Lotte engagierte sich hier ein Leben lang wider das Vergessen. Sie sagte 1947 im Hamburger Ravensbrück-Prozess aus, war Gründungsmitglied der Lagergemeinschaft Ravensbrück sowie der Lagergemeinschaft Auschwitz und war viele Jahrzehnte lang im Bundesverband österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandkämpferInnen und Opfer des Faschismus ("KZ-Verband") aktiv.
Lotte Brainin arbeitete als Sekretärin in der Redaktion der Tageszeitung der KPÖ, der Volksstimme. 1968 brach sie mit der KPÖ, sie blieb in Freundschaft verbunden. Sie war jahrzehntelang aktives Mitglied der KPÖ in Wieden. Bis ins hohe Lebensalter trat Lotte Brainin als engagierte Zeitzeugin in Schulen und bei Veranstaltungen auf. Lotte Brainin starb wenige Wochen nach ihrem 100. Geburtstag in Wien.
Das Leben und Wirken Lotte Brainins ist gut dokumentiert und für die Nachwelt festgehalten. In Wien erinnern die Lotte-Brainin-Straße und der Lotte-Brainin-Hof an die Widerstandskämpferin und Zeitzeugin.
Dein Mut und die Art, wie du dein Leben gelebt hast, ist unser Vorbild und wird nicht vergessen. Möge dir die Erde leicht sein, Lotte 🖤

11/04/2025

Ab 11. April haben wir wieder geöffnet: Mittwoch bis Sonntag & Feiertage von 10:00 bis 17:00 Uhr.
Führungen finden immer am 2. und 4. Sonntag des Monats um 15:00 Uhr statt. Alle Ausstellungen sind barrierefrei zugänglich.

Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Empfehlung!
03/04/2025

Empfehlung!

Die „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling im Nationalsozialismus. Neue Forschungsergebnisse
Philipp Mettauer, Tanja Wünsche

Dienstag, 8. April 2025, 17:00 Uhr
NÖ Landesbibliothek, Kulturbezirk 4, St. Pölten

Anmeldung erbeten unter: [email protected]| oder 02742/9005-12835

Mit dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 entwickelte sich Mauer-Öhling zu einem Ausgangspunkt und einer Drehscheibe von Transporten in die Vernichtungsanstalt Hartheim bei Linz und zu einem Tatort innerhalb des nationalsozialistischen Terrorapparats zur Tötung von „erbkranken“, geistig oder körperlich behinderter sowie psychisch beeinträchtigter Patientinnen und Patienten. Die interne Sterberate verdreifachte sich, der Anstaltsfriedhof gelangte an seine Kapazitätsgrenzen, außerhalb der Friedhofsmauer wurden Massengräber angelegt.
Im Zuge der wissenschaftlichen Begleitforschung zur niederösterreichischen Landesausstellung 2026 im heutigen Landesklinikum Mauer wurden alle Opfer der NS-„Euthanasie“ Mauer-Öhlings in einer Datenbank namentlich erfasst und der Friedhof mittels Bodenradar untersucht. Die Auswertungen und ersten Forschungsergebnisse werden im Vortrag präsentiert.

Philipp Mettauer, Dr. phil., ist Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für jüdische Geschichte Österreichs in St. Pölten und forscht seit vielen Jahren in unterschiedlichen Projekten über die „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling im Nationalsozialismus.
Tanja Wünsche, MA, geb. 1982, studierte Geschichte an der Universität Wien. Sie ist Kulturvermittlerin, Historikerin und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin.

Foto: T4-Stempel im Standesprotokoll © Ostfilm/Alexander Millecker

Adresse

Lassallestraße 40/2/6
Wien
1020

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