03/04/2025
Empfehlung!
Die „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling im Nationalsozialismus. Neue Forschungsergebnisse
Philipp Mettauer, Tanja Wünsche
Dienstag, 8. April 2025, 17:00 Uhr
NÖ Landesbibliothek, Kulturbezirk 4, St. Pölten
Anmeldung erbeten unter: [email protected]| oder 02742/9005-12835
Mit dem „Anschluss“ Österreichs im März 1938 entwickelte sich Mauer-Öhling zu einem Ausgangspunkt und einer Drehscheibe von Transporten in die Vernichtungsanstalt Hartheim bei Linz und zu einem Tatort innerhalb des nationalsozialistischen Terrorapparats zur Tötung von „erbkranken“, geistig oder körperlich behinderter sowie psychisch beeinträchtigter Patientinnen und Patienten. Die interne Sterberate verdreifachte sich, der Anstaltsfriedhof gelangte an seine Kapazitätsgrenzen, außerhalb der Friedhofsmauer wurden Massengräber angelegt.
Im Zuge der wissenschaftlichen Begleitforschung zur niederösterreichischen Landesausstellung 2026 im heutigen Landesklinikum Mauer wurden alle Opfer der NS-„Euthanasie“ Mauer-Öhlings in einer Datenbank namentlich erfasst und der Friedhof mittels Bodenradar untersucht. Die Auswertungen und ersten Forschungsergebnisse werden im Vortrag präsentiert.
Philipp Mettauer, Dr. phil., ist Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für jüdische Geschichte Österreichs in St. Pölten und forscht seit vielen Jahren in unterschiedlichen Projekten über die „Heil- und Pflegeanstalt“ Mauer-Öhling im Nationalsozialismus.
Tanja Wünsche, MA, geb. 1982, studierte Geschichte an der Universität Wien. Sie ist Kulturvermittlerin, Historikerin und wissenschaftliche Projektmitarbeiterin.
Foto: T4-Stempel im Standesprotokoll © Ostfilm/Alexander Millecker