Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik

Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik Netzwerk für kritische Entwicklungsforschung Ziel war es, ein Studium der Entwicklungsforschung in Österreich zu ermöglichen.

Der Mattersburger Kreis, gegründet 1981, versteht sich als Dachverband der entwicklungspolitischen Forschung und Lehre an den österreichischen Hochschulen. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, eine Mittlerposition zwischen Wissenschaft, Forschung und universitärer Lehre und dem Bereich der entwicklungspolitischen Praxis einzunehmen. Seine Aktivitäten tragen zur besseren Vernetzung, einer Intensivierun

g des Wissenstransfers, zu einer lebendigen Debattenkultur sowie in weiterer Folge zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis bei. Dies sind auch die Ziele des Paulo Freire Zentrums, das seit Anfang 2015 wieder im Mattersburger Kreis angesiedelt ist. Als "volksbildnerischer Arm" des Mattersburger Kreises betreibt es eine von Paulo Freire inspirierte entwicklungspolitische Bildungsarbeit, die Weltprobleme im Zusammenhang mit Vor-Ort-Problemen reflektiert und bearbeitet. Als wissenschaftsbasierte Einrichtung bietet das Freire Zentrum interessierten und (selbst-)kritischen Menschen Raum für die notwendige kritische Reflexion ihrer Arbeit an. Kern der Befassungen ist immer wieder im Sinne Freires die Frage nach Bildung und Politik, damit nach Ungleichheiten und Entwicklung, Konflikten und Ein- und Ausschlussmechanismen. Dies wird insbesondere an unserer gemeinsamen Veranstaltung, der Österreichischen Entwicklungstagung deutlich, die seit 2001 alle 2-3 Jahre veranstaltet wird. Bereits Ende der 1970er Jahre, in einer Zeit, als eine optimistische Entwicklungseuphorie eine Gründungsphase in der österreichischen EZA auslöste, schlossen sich eine Reihe von Studierenden und Lehrenden zusammen, um den Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik an den österreichischen Universitäten zu gründen. Die Namensgebung als Mattersburger Kreis erfolgte nach dem Ort der ersten Zusammenkünfte, der zweite Teil des Namens verweist auf den Anspruch, österreichweit zu wirken. Dies ist über lange Jahre teilweise gelungen und mündete schließlich 2010 in der Einrichtung des Instituts für Internationale Entwicklung an der Universität Wien. Die Rolle, die der Mattersburger Kreis als Netzwerk einschlägig interessierter WissenschafterInnen spielte war dabei eine sehr zentrale. Parallel zu den Bemühungen, ein Studium einzurichten, wurden Publikationsreihen gegründet, um Fragen der Entwicklung und Unterentwicklung einem breiteren Kreis Interessierter nahe zu bringen. Unsere Tätigkeitsfelder sind die aktuellen relevanten Themen der Internationalen Entwicklung. Dies reicht von Fragen nach der Rolle von Entwicklungsakteuren wie Staat, Unternehmen und Zivilgesellschaft, über zentrale Kategorien wie Politik, Bildung, Kultur oder Ökonomie bis zu konkreten Querschnittsthemen der Entwicklungsdebatte wie Menschenrechte, Gender, Wasser oder Rohstoffe. Wissen und Bildung befähigen zu handeln und mit einem nachhaltigen Blick auf die Welt zu schauen. Dies verändert und verbessert Praxis. Der Mattersburger Kreis ist ein Verein, dessen Mitglieder an unterschiedlichen Universitäten in und außerhalb Österreichs tätig sind und eine Idee gemeinsam haben: Es muss mehr wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der Internationalen Entwicklung an den Unis in Österreich geben! Ausgehend von Entwicklungsforschung möchten wir Lernräume schaffen, in denen über zentrale Probleme und Handlungsoptionen der internationalen Entwicklung gemeinsam nachgedacht wird. Die weltweite Ungleichheit, der Klimawandel, Migrationsströme wie auch die Entwicklungszusammenarbeit sind komplexe Fragen, die Entwicklungsforschung herausfordern. Zum einen können diese Fragen nicht mit den Methoden und Zugängen einer Wissenschaft alleine bearbeitet werden. Der Mattersburger Kreis praktiziert daher, ausgehend von kritischen Sozialwissenschaften, Interdisziplinarität als Form der engen und verschränkten Zusammenarbeit zwischen Angehörigen verschiedener Disziplinen. Darüber hinaus ist es das Ziel der Forschungsarbeit im Mattersburger Kreis, über die Grenzen der relevanten wissenschaftlichen Disziplinen hinaus transdisziplinär spezifische Herangehensweisen und theoretische Konzepte der Entwicklungsforschung zu finden. Forschung und Lehre sind auf gesellschaftlich besonders wichtige Probleme ausgerichtet; der ständige Dialog mit AkteurInnen im politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Raum ist dafür Voraussetzung und Rahmen. Zum anderen ist Entwicklungsforschung gefordert, sich inhaltlich und politisch zu positionieren. Der Mattersburger Kreis sieht sich als kritische Instanz in der Beschreibung von Zielen und Strategien globaler AkteurInnen der Weltentwicklung. Wissenschaftliches Wissen soll jenen zur Verfügung gestellt werden, die sich gegen Entfremdung und Kommodifizierung öffentlicher Güter und für eine gerechtere Gesellschaft engagieren.

📌 Buchpräsentation und Diskussion mit den Herausgeber:innen Lucile Dreidemy, Johannes Knierzinger, David Mayer und Cleme...
28/04/2025

📌 Buchpräsentation und Diskussion mit den Herausgeber:innen Lucile Dreidemy, Johannes Knierzinger, David Mayer und Clemens Pfeffer. Kommentar von Claudia Kraft.

😮 Zur Präsentation:

Die Geschichte des Antikolonialismus ist so alt wie die Geschichte der kolonialen Expansionen. Neben dem „praktischen“ Widerstand gegen ihre Unterwerfung stemmten sich die Kolonisierten auch gegen die ideologischen Fundamente der Fremdherrschaft.

Dabei schufen sie Zeugnisse unterschiedlicher Genres. Diese von den Kolonisierten geschaffenen antikolonialen Texte stehen im Zentrum einer neuen, kommentierten Quellensammlung, die einen global wie historisch breiten Bogen vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg spannt.

Die Präsentation gibt Einblicke in die vielfältigen im Buch dokumentierten Positionen. Sichtbar wird dabei nicht nur das Vermächtnis antikolonialer Stimmen, sondern auch der Anteil anderer Weltregionen an der globalen Ideengeschichte der Moderne.

🥰 Zu den Personen:

Lucile Dreidemy
ist Professorin für Zeitgeschichte am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.

Johannes Knierzinger
ist Senior Lecturer am Institut für Internationale Entwicklung der Universität Wien.

David Mayer
ist Historiker und Associate Researcher am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien.

Clemens Pfeffer
ist Publikationsmanager des Mattersburger Kreises und lehrt an der Universität Wien sowie an der Johannes Kepler Universität Linz.

Claudia Kraft
(Kommentar) ist Professorin für Kultur-, Wissens- und Geschlechtergeschichte am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien.

Vortrag und Diskussion finden auf Deutsch statt.

Die Veranstaltung ist kostenlos.

29. April 2025, 18:30 Uhr
Bibliothek der Arbeiterkammer,
Prinz-Eugen-Straße 20-22
1040 Wien

Hier registrieren:
https://veranstaltung.akwien.at/de/stimmen-des-antikolonialismus/registration

What is Freire’s notion of transformation? How can connectivity serve as research principle? In how far can we integrate...
23/04/2025

What is Freire’s notion of transformation? How can connectivity serve as research principle? In how far can we integrate affectivity as important dimension of research? These are some of the questions we discuss around the concept of transformation itself with editors and contributors of the special edition.

Join us! Sharing Experiences and Reflections - Presentation of JEP 4/2024 – Hybrid Event.
This is the Zoom-Link for Participation on 28.4.2024:
https://us06web.zoom.us/j/86095366102?pwd=HBjkQj0uNEfi2n18ZEt03jMT4A4SSr.1

Foto: Alex Mak, São Paulo: Paulo Freire, 2023

Peace&Justice-Talk  #2: Der große Umbruch.Wie wirkt sich die aktuelle Geopolitik auf Entwicklungsfinanzierung aus und in...
08/04/2025

Peace&Justice-Talk #2: Der große Umbruch.

Wie wirkt sich die aktuelle Geopolitik auf Entwicklungsfinanzierung aus und inwiefern sind Frieden und Konflikttransformation davon betroffen?

m Gespräch mit Gerald Faschingeder benennt Lukas Schlögl die aktuellen Herausforderungen im Feld der internationalen Entwicklungsfinanzierung und geht dabei auf globale, wie auch auf nationale Trends ein.

Unser Gast Lukas Schlögl ist Senior Researcher der ÖFSE – Österreichische Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung mit Schwerpunkt Entwicklungsfinanzierung

Eine neue Unruhe hat die Welt der Entwicklungspolitik erfasst: Seit Donald Trumps Ankündigung, die US-Entwicklungsagentur US-Aid zu schließen, ist so manche Gewissheit ins Wanken geraten. Auch Großbritannien und die Niederlande haben beschlossen, Gelder der Entwicklungszusammenarbeit direkt für Rüstung umzuwidmen. Das Prophetenwort von den „Schwertern, die zu Pflugscharen gemacht werden“, wird derzeit in sein Gegenteil umgekehrt.

Für die Umsetzung der Sustainable Development Goals verheißt dies nichts Gutes, war zuletzt ohnehin bereits abzusehen, dass die 17 Ziele nicht erreicht werden können. Insbesondere das SDG 16 wirkt aktuell etwas aus der Zeit gefallen. Wird es EZA-finanzierte Prozesse der Konflikttransformation in Zukunft noch geben? Und was wird aus den österreichischen UN-Blauhelmmissionen, ein ohnehin umstrittener Teil der EZA-Ausgaben?

Der ganze Talk ist auch auf YouTube zu sehen:
https://youtu.be/807Mhzxxzyk

#2

Wie wirkt sich die aktuelle Geopolitik auf Entwicklungsfinanzierung aus und inwiefern sind Frieden und Konflikttransformation davon betroffen?Im Gespräch mit...

Cooler Bericht zu spannendem Thema! 🧐😎
15/01/2025

Cooler Bericht zu spannendem Thema! 🧐😎

Während Universitäten oft von Internationalisierung sprechen, bleibt ihre Einbettung in koloniale Strukturen und die damit zusammenhängenden Mechanismen der Marginalisierung meist unreflektiert. Wie sind Universitäten des globalen Nordens mit Blick auf globale bildungspolitische Zusammenhänge h...

17/12/2024
Das Journal für Entwicklungspolitik feiert sein 40. Jubiläum. Dazu gibt es jetzt im C3-Radio eine Folge zur Geschichte u...
26/11/2024

Das Journal für Entwicklungspolitik feiert sein 40. Jubiläum. Dazu gibt es jetzt im C3-Radio eine Folge zur Geschichte und Entwicklung des Journals 🙂

Hier geht es zur Folge:
https://www.centrum3.at/bestaende-medien/c3-radio/

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Unter folgendem Link erhaltet Ihr weiter Infos:
https://www.mattersburgerkreis.at/.../publikationen/jep/abo




Ihr plant eine Veranstaltung, einen Workshop oder ein Seminar? Ihr wollt ein Hybrid- oder Onlineevent organisieren? So e...
11/11/2024

Ihr plant eine Veranstaltung, einen Workshop oder ein Seminar? Ihr wollt ein Hybrid- oder Onlineevent organisieren? So einfach geht´s 🙃

15 Jahre - 15 Bücher!15 Jahre - 15 Bücher!Wir haben für Euch fünfzehn Werke ausgesucht, die am meisten entlehnt und genu...
11/11/2024

15 Jahre - 15 Bücher!
15 Jahre - 15 Bücher!
Wir haben für Euch fünfzehn Werke ausgesucht, die am meisten entlehnt und genutzt werden 😍

08/11/2024

40 Jahren und kein bisl müde - das C3-Radio hat ein coole Sendung über das weiterhin putzmuntere Journal für Entwicklungspolitik (JEP) gemacht! 😄🤓📖

Mit Walter Sauer (Sadocc - Southern Africa Documentation and Cooperation Centre), Karin Fischer ( ) und Clemens Pfeffer (Editor in Chief of JEP)

Über die Links unten sowie über spotify zu hören: https://open.spotify.com/episode/580LeCAA5JKwggUEb1E97P

05/11/2024

Adresse

Sensengasse 3
Wien
1090

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 17:00
Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 17:00
Donnerstag 10:00 - 17:00

Telefon

00431/3174017

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