17/06/2026
👇Krank zu werden darf kein Luxus sein!!!!!
83% der Personenbetreuer:innen welche in der von der IG24 durchgeführten Umfrage teilgenommen haben, können es sich nicht leisten, krank zu werden.
Personenbetreuer:innen gelten formal als Selbstständige, obwohl ihre Tätigkeit durch Abhängigkeitsverhältnisse geprägt ist. Selbständige tragen das volle Krankenstands- und Einkommensrisiko, ohne die arbeitsrechtlichen Schutzmechanismen eines klassischen Dienstverhältnisses zu haben! Vor allem “kurze” Erkrankungen führen in der Regel zu einem Einkommensausfall, die SVS Leistung greift erst ab dem 42. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Erschwerend hinzu kommt noch, dass bei länger andauernder Krankheit der Betreuungsplatz dauerhaft verloren gehen kann.
Kolleg:innen, die bei der SVS versichert sind, erhalten nicht automatisch ab dem ersten Krankenstandstag Geldleistungen. Für die Unterstützungsleistung bei längerer Krankheit gelten einige Voraussetzungen, die beachtet werden müssen. Beispielsweise erhalten selbstständige Betreuer:innen erst nach dem Ablauf der 42 Tage Unterstützungsleistung und zwar rückwirkend ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Die Leistung beträgt derzeit 40,04 € pro Tag und kann für maximal 20 Wochen pro Krankheit bezogen werden. Zudem muss der Krankenstand regelmäßig gemeldet werden.
Für Personenbetreuer:innen sind daher insbesondere kurze bis mittellange Krankenstände (1–6 Wochen) finanziell problematisch.Genau in diesem Zeitraum besteht oft der größte Einkommensverlust, während die SVS-Unterstützungsleistung noch gar nicht greift. Ebenso ist es für viele Betreuer:innen schwierig, die Frist von 42 Tagen des Krankenstandes ohne Einkommen zu überbrücken. Zudem beträgt die Unterstützungsleistung nur etwa die Hälfte des Tageshonorars, womit schwer auszukommen ist. Daher ist es nicht selten, dass Betreuer:innen trotz gesundheitlicher Probleme arbeiten müssen.
💪Geringe Pensionen und mangelnde Absicherung bei der Arbeitsunfähigkeit sind Gründe, weshalb wir am 23. Juni von 13-17 Uhr vor dem Sozialministerium protestieren werden! Zeigt euch solidarisch mit euren Kolleg:innen und den Personenbetreuer:innen in Österreich! SEID DABEI!