IG24 Initiave für Gerechtigkeit in der Personenbetreuung in Österreich

👇Krank zu werden darf kein Luxus sein!!!!!83% der Personenbetreuer:innen welche in der von der IG24 durchgeführten Umfra...
17/06/2026

👇Krank zu werden darf kein Luxus sein!!!!!
83% der Personenbetreuer:innen welche in der von der IG24 durchgeführten Umfrage teilgenommen haben, können es sich nicht leisten, krank zu werden.

Personenbetreuer:innen gelten formal als Selbstständige, obwohl ihre Tätigkeit durch Abhängigkeitsverhältnisse geprägt ist. Selbständige tragen das volle Krankenstands- und Einkommensrisiko, ohne die arbeitsrechtlichen Schutzmechanismen eines klassischen Dienstverhältnisses zu haben! Vor allem “kurze” Erkrankungen führen in der Regel zu einem Einkommensausfall, die SVS Leistung greift erst ab dem 42. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Erschwerend hinzu kommt noch, dass bei länger andauernder Krankheit der Betreuungsplatz dauerhaft verloren gehen kann.

Kolleg:innen, die bei der SVS versichert sind, erhalten nicht automatisch ab dem ersten Krankenstandstag Geldleistungen. Für die Unterstützungsleistung bei längerer Krankheit gelten einige Voraussetzungen, die beachtet werden müssen. Beispielsweise erhalten selbstständige Betreuer:innen erst nach dem Ablauf der 42 Tage Unterstützungsleistung und zwar rückwirkend ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Die Leistung beträgt derzeit 40,04 € pro Tag und kann für maximal 20 Wochen pro Krankheit bezogen werden. Zudem muss der Krankenstand regelmäßig gemeldet werden.

Für Personenbetreuer:innen sind daher insbesondere kurze bis mittellange Krankenstände (1–6 Wochen) finanziell problematisch.Genau in diesem Zeitraum besteht oft der größte Einkommensverlust, während die SVS-Unterstützungsleistung noch gar nicht greift. Ebenso ist es für viele Betreuer:innen schwierig, die Frist von 42 Tagen des Krankenstandes ohne Einkommen zu überbrücken. Zudem beträgt die Unterstützungsleistung nur etwa die Hälfte des Tageshonorars, womit schwer auszukommen ist. Daher ist es nicht selten, dass Betreuer:innen trotz gesundheitlicher Probleme arbeiten müssen.

💪Geringe Pensionen und mangelnde Absicherung bei der Arbeitsunfähigkeit sind Gründe, weshalb wir am 23. Juni von 13-17 Uhr vor dem Sozialministerium protestieren werden! Zeigt euch solidarisch mit euren Kolleg:innen und den Personenbetreuer:innen in Österreich! SEID DABEI!

Wenn Schweigen zur Belastung wird...Jahrelange harte Arbeit, Verzicht und Verantwortung – und am Ende reicht die Pension...
12/06/2026

Wenn Schweigen zur Belastung wird...

Jahrelange harte Arbeit, Verzicht und Verantwortung – und am Ende reicht die Pension oft nicht zum Leben. Viele Personenbetreuer tragen die Folgen eines Systems, das ihre Arbeit zwar dringend braucht, aber nicht ausreichend anerkennt. Die daraus entstehende Enttäuschung, Wut und Ohnmacht begleitet viele Kolleg:innen täglich. Heute möchten wir die Gedanken einer Personenbetreuerin mit euch teilen. Ihre Worte stehen stellvertretend für die Erfahrungen vieler Betreuer:innen und zeigen, warum es Zeit ist, laut zu werden und gemeinsam für Veränderungen einzutreten.

“Bis jetzt haben wir viel über emotionalen Missbrauch, Kontrolle, Diskriminierung, Gewalt, Rassismus, Belästigung und sexuellen Missbrauch gesprochen. Über all die Formen von Demütigung und Missbrauch, die wir Betreuer:innen oft jahrelang ertragen mussten. Manche von uns haben jede einzelne Form des Missbrauchs am eigenen Leib oder Psyche erlebt. Und einige haben vielleicht gar nicht erkannt, wie sehr sie ausgebeutet, manipuliert und mit Füßen getreten wurden.

Wir haben geschwiegen.
Wir haben Tränen, Angst und Ungerechtigkeit heruntergeschluckt.
Wir haben bis zur Erschöpfung gearbeitet, fern von unseren Kindern, Eltern und Familien – in der Hoffnung, nach einem Leben voller Opfer wenigstens ein würdiges Alter zu haben.

Doch dem ist nicht so! Nach jahrelanger harter Arbeit, schlaflosen Nächten und Leid werden wir mit Pensionen abgespeist, die oft nicht ausreichen und zu einem Leben an der Armutsgrenze verurteilt!

💪Es reicht! Wir wollen nicht länger schweigen! Wir akzeptieren nicht länger, ignoriert, ausgebeutet und wie wertlose Menschen behandelt zu werden! Unsere Stimmen müssen gehört werden! Die Wut, der Schmerz und die Verzweiflung, die sich über all die Jahre angesammelt haben, müssen endlich zu Taten werden!

📣Am 23. Juni gehen wir auf die Straße!
Für Gerechtigkeit!
Für Respekt!
Für unsere Zukunft!

📍Seid solidarisch und schließt euch dem Protest an!
Wenn wir auch jetzt schweigen, wird sich an den strukturellen Gegebenheiten NICHTS verändern!”

📣JETZT die Anliegen der Betreuer:innen unterstützen!Aufruf für Betreuungsfamilien!Qualitätsvolle Betreuung kann nur unte...
10/06/2026

📣JETZT die Anliegen der Betreuer:innen unterstützen!
Aufruf für Betreuungsfamilien!

Qualitätsvolle Betreuung kann nur unter passenden Rahmenbedingungen passieren. Derzeit sind diese in der Personenbetreuung in Österreich nur unzureichend gegeben - geringe Pensionen, kaum soziale Absicherung, - deshalb wollen wir, die IG24, am 23. Juni 2026 von 13:00-17:00 Uhr vor dem Sozialministerium protestieren!

Doch was können Angehörige von zu betreuenden Personen tun, um die Situation der Personenbetreuer:innen zu verbessern? Neben der Teilnahme am Protest können Angehörige eine E-Mail mit konkreten Forderungen an das Sozialministerium schicken - Kolleg:innen haben bereits eine Vorlage dafür verfasst, welche gerne verwendet werden darf. Damit können Sie einen wichtigen Beitrag leisten: Mit einer E-Mail an das Sozialministerium helfen Sie dabei, den Forderungen der Personenbetreuer:innen mehr Gewicht zu verleihen.

Liebe Kolleg:innen, wenn ihr eine gute Beziehung mit ihren Klient:innen und ihren Angehörigen habt, wenn ihr bei denen auf Verständnis betreffend diese Situation stößt, sprecht eure Betreuungsfamilien auf die Möglichkeit an, eine E-Mail ans Sozialministerium zu schicken und unsere Forderungen damit zu unterstützen!

📧Vorlage:
Betreff: Personenbetreuung in Österreich – Forderung nach angemessenen Arbeitsbedingungen und Pensionen

Guten Tag,
mein Name ist [Vorname und Nachname], ich bin [Tochter/Sohn/Verwandte:r] von [Name der betreuten Person].

Seit [Zeitraum] unterstützt die Betreur:in [Name] unsere Familie und kümmert sich täglich um unseren Angehörigen. Ihre/seine Arbeit ist unerlässlich für dessen Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden.

Mit dieser Nachricht möchte ich auf einige wichtige Probleme im System der Personenbetreuung aufmerksam machen:
- Unzureichende Pensionen nach jahrelanger Berufstätigkeit in Österreich.
- Anerkennung der häuslichen Pflege als Schwerarbeit.
- Prekariat im Krankenstand: Unterstützungsleistung erst nach 42 Tagen der Krankheit
- Pflicht zur Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen während einer andauernden Krankheit.
Ich bitte Sie, sich dieser Probleme ernsthaft anzunehmen, konkrete Lösungen zu erarbeiten und uns mitzuteilen, welche Maßnahmen Sie planen, um die Arbeitsbedingungen von Personenbetreuer:innen ("24-Stunden Betreur:innen") in Österreich zu verbessern.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf Ihre Antwort.
Mit freundlichen Grüßen,
[Vorname und Nachname]

Adresse: [email protected]
CC: [email protected]

💪Mit jeder E-Mail und jeder Teilnahme am Protest machen wir sichtbar, dass faire Betreuung nur mit fairen Arbeitsbedingungen möglich ist. Machen Sie mit - VIELEN DANK!
Nähere Infos finden Sie unter www.ig24.at oder schreiben Sie uns unter [email protected]

05/06/2026

Call to Action!

Wir, die IG24, veranstalten am 23. Juni 2026 von 13:00–17:00 Uhr einen Protest vor dem Sozialministerium in Wien. Gemeinsam gehen wir auf die Straße für faire Pensionen, gerechte soziale Absicherung und bessere Arbeitsbedingungen.

Sei auch DU dabei! Denn Verbesserungen passieren nicht einfach so – sie werden erkämpft. Nur wenn wir uns zusammenschließen, solidarisch handeln und unsere Stimmen laut hörbar machen, können wir politischen Druck aufbauen und Verbesserungen in der Personenbetreuung erreichen.

Wir sind viele. Wir sind unverzichtbar. Und wir lassen nicht zu, dass unsere Arbeit weiterhin unsichtbar gemacht wird. Gemeinsam setzen wir ein starkes Zeichen für Respekt, Anerkennung und soziale Gerechtigkeit!

Du möchtest dich einbringen – zum Beispiel in Form eines Redebeitrags oder einer kreativen Aktion? Schreib uns gerne unter [email protected].

Wenn Menschenrechte nicht gewahrt werden…In Österreich ist das Recht auf Privatsphäre ein verfassungsmäßig verankertes G...
02/06/2026

Wenn Menschenrechte nicht gewahrt werden…

In Österreich ist das Recht auf Privatsphäre ein verfassungsmäßig verankertes Grundrecht, das in mehreren Gesetzen geregelt ist. Trotzdem haben Personenbetreuer:innen kaum Privatsphäre. Wir möchten im heutigen Beitrag einen Text einer Kollegin veröffentlichen, den sie zu diesem Thema geschrieben hat.

“Wir, die in der Personenbetreuung mit Wohnmöglichkeit arbeiten, stehen oft vor einem großen Problem: Wir haben keinen wirklich privaten Raum. Wir widmen unsere Zeit und unsere Energie den Menschen, die wir betreuen, damit sie Komfort und Würde haben — aber unsere eigene Würde wird manchmal völlig ignoriert.

Eines der Dinge, die mich am meisten belastet haben, ist, dass jederzeit jemand in mein Zimmer kommen kann, ohne anzuklopfen, ohne um Erlaubnis zu fragen, ohne Rücksicht darauf, dass ich dort wohne. Klient:innen oder sogar ihre Angehörige betreten das Zimmer, als wäre es einfach ein Abstellraum oder ein neutraler Teil des Hauses. Nicht überall passiert das — aber es passiert, und häufiger, als es sollte.

Und es gibt noch etwas, das die Situation zusätzlich erschwert: In meinem Zimmer befinden sich oft Schränke mit Kleidung oder persönlichen Gegenständen der Klient:innen. Das bedeutet, dass der Raum, in dem ich mich ausruhen und eigentlich zuhause fühlen sollte, gleichzeitig ein Lagerplatz für Dinge ist, die mir nicht gehören. Dadurch gibt es immer einen Grund, einen Vorwand, damit jemand hereinkommt. Ich kann die Tür hinter mir nie wirklich schließen, ich kann nie ganz abschalten und mich in dem mir zugewiesenen Raum nicht sicher fühlen.

Dabei ist das Recht auf Privatsphäre kein Privileg — es ist ein grundlegendes Menschenrecht, unabhängig davon, welchen Beruf jemand ausübt oder wo man vorübergehend lebt. Das österreichische Recht, einschließlich arbeitsrechtlicher Vorschriften und des Zivilrechts, erkennt das Recht auf Würde und Schutz der Privatsphäre an. Das Betreten des persönlichen Raumes ohne Zustimmung verletzt diese Prinzipien — besonders dann, wenn es regelmäßig geschieht.

Das ist ein Missbrauch — nämlich der Missbrauch durch Verletzung der Privatsphäre. Dass dies in einem beruflichen Umfeld geschieht, macht es nicht weniger schlimm, sondern im Gegenteil: Es wird zu einer subtilen Form Gewalt, die nach und nach das Selbstwertgefühl, das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Betreuungskräfte zerstört. Die Dinge beim Namen zu nennen, ist der erste Schritt zur Veränderung.”

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Schreibt es in die Kommentare — jede Geschichte zählt, und gemeinsam können wir dieses Thema sichtbarer machen. 👇

🤧🤒Krank arbeiten, weil es keine soziale Absicherung gibt?Für viele Personenbetreuer:innen in Österreich ist das Realität...
29/05/2026

🤧🤒Krank arbeiten, weil es keine soziale Absicherung gibt?

Für viele Personenbetreuer:innen in Österreich ist das Realität. 84% der Kolleg:innen, die an der von der IG24 kürzlich durchgeführten Umfrage mitgemacht haben, gaben an, dass sie sich ihr Leben nicht mehr leisten können, wenn sie krank werden!

Während Arbeitnehmer:innen in Österreich im Krankheitsfall weiterhin Lohn erhalten und zusätzlich Anspruch auf Krankengeld haben, sieht die Situation für Personenbetreuer:innen anders aus:

Arbeitnehmer:innen bekommen Entgeltfortzahlung durch Arbeitgeber:innen - Personenbetreuer:innen arbeiten hingegen selbständig und erhalten erst nach 42 Tagen Unterstützung. Eine ausreichende Absicherung im Krankheitsfall ist somit nicht gegeben. Das bedeutet: Viele Kolleg:innen gehen krank arbeiten, da sie es sich nicht leisten können, zuhause zu bleiben.

“Fehlender Schutz bei Krankheit oder Arbeitsausfall führt dazu, dass wir Angst vor Krankheit und fehlender Absicherung im Krankenstand haben!” - Georgiana S. (rumänische Personenbetreuerin, *Name geändert)

📣Wir sorgen uns um alle - wer sorgt sich um uns?
Am 23. Juni möchten wir für soziale Absicherung im Krankheitsfall, fairen Pensionen und bessere Arbeitsbedingungen in der Personenbetreuung protestieren! Viele Kolleg:innen können nicht selbst vor Ort sein, weil sie arbeiten oder im Herkunftsland sind. Umso wichtiger ist jede Stimme, die sichtbar wird - solidarisiere dich mit uns!

🕥Wann: 23. Juni 13:00–17:00 Uhr
📍Wo: Sozialministerium Stubenring 1, 1010 Wien

👇Du möchtest mitmachen und uns unterstützen? Dann teile diesen Beitrag, komm zu unserem Protest oder bringe dich gerne mit ein!
Kontaktiere uns unter [email protected]

📣💪JETZT das neue Betreuungsvertrag-Muster downloaden und Selbstbestimmter Arbeiten!In den vergangenen Beiträgen haben wi...
27/05/2026

📣💪JETZT das neue Betreuungsvertrag-Muster downloaden und Selbstbestimmter Arbeiten!

In den vergangenen Beiträgen haben wir euch die wichtigsten Punkte im Betreuungsvertrag (Vertrag zwischen Betreuer:innen und Familien) vorgestellt, den wir gemeinsam mit juristischer Unterstützung für unsere Kolleg:innen ausgearbeitet haben. Jetzt ist es soweit - das Vertragsmuster ist fertig!

Die meisten unserer Kolleg:innen arbeiten auf selbstständiger Basis - aber nicht selbstbestimmt! Am Beispiel des Betreuungsvertrags bedeutet das konkret, dass dieser bereits zum Unterschreiben vorliegt, die Vertragsbedingungen bereits bestimmt wurden und wir keinen Handlungsspielraum haben, um sie auch zu unseren Gunsten zu gestalten.

👉Oftmals werden wir auch unter Druck gesetzt, den Betreuungsvertrag schnell zu unterschreiben. Unter solchen Umständen ist es leicht möglich, dass wir mit unserer Unterschrift Bedingungen akzeptieren, mit denen wir gar nicht einverstanden sind. Wir haben also keine Möglichkeit, die Vertragsbedingungen zu besprechen und auszuverhandeln und sehr oft auch keine Zeit, sie überhaupt zu lesen!

Als Selbstständige haben wir jedoch sehr wohl das Recht, unser eigenes Vertragsmuster zu verwenden und somit die Ausverhandlung von Arbeitsbedingungen in eigene Hand zu nehmen!! Der Betreuungsvertrag ist daher das wichtigste Instrument für selbständige Betreuer:innen, denn durch ihn kann man alles bis zum kleinsten Detail vereinbaren. Durch den Betreuungsvertrag werden die Arbeitsbedingungen in den Haushalten festgelegt.

Das Vertragsmuster ist so konzipiert, dass es wichtige Punkte detailliert regelt und dadurch ein gewisser Schutz gegeben werden soll, der ansonsten gesetzlich nicht gewährleistet ist. Im Falle, dass die Vertragsbedingungen von der Familie nicht eingehalten werden, hat man mit dem Betreuungsvertrag eine gute Grundlage, auf welche sich gestützt werden kann.

Wenn ihr ein eigenes Vertragsmuster verwenden und direkt mit euren Klienten:innen den Vertragsinhalt besprechen und euch einig werden könnt, sollten keine unangenehmen Überraschungen eintreten. Daher ist es wichtig, am Anfang an die Arbeitsbedingungen gut zu klären - und dazu dient das Betreuungsvertragsmuster!

📣Wichtiger Hinweis: Das Vertragsmuster wurde mit Sorgfalt erstellt und von Jurist:innen geprüft - wir übernehmen jedoch KEINE Haftung für inhaltliche Fehler oder zwischenzeitliche Änderungen in der Rechtslage. Das Muster des Betreuungsvertrages (deutschsprachig) ist bereits auf unserer Website und kann KOSTENLOS heruntergeladen und verwendet werden. Wir planen, den Betreuungsvertrag in naher Zukunft übersetzen zu lassen.

👇Hier geht es direkt zum Vertrag:
ig24.at/wp-content/uploads/2026/05/Betreuungsvertrag.pdf

👇Ihr findet das Muster auch bei unseren Downloads unter
ig24.at/de/thema/downloads/ (letzter Abschnitt: “Pflege | 24h- Betreuung”) → ig24.at/de/thema/downloads/

👉Kontrolle hinterlässt keine (sichtbaren) SpurenPersonenbetreuer:innen tragen jeden Tag Verantwortung, Fürsorge und emot...
22/05/2026

👉Kontrolle hinterlässt keine (sichtbaren) Spuren

Personenbetreuer:innen tragen jeden Tag Verantwortung, Fürsorge und emotionale Last. Doch hinter der Arbeit, die oft als „selbstverständlich“ gesehen wird, steckt eine Realität aus ständiger Verfügbarkeit, Überwachung und dem Verlust der eigenen Privatsphäre. Im heutigen Beitrag möchten wir euch einen Einblick in die Gefühlswelt der Betreuer:innen geben:

Wenn wir nach Österreich kommen, um als Betreuerinnen zu arbeiten, betreten wir nicht nur ein Haus. Wir treten in ein Leben ein, das nach und nach nicht mehr unser eigenes ist. Das Zuhause der betreuten Person wird zu unserem Arbeitsplatz, unserem Schlafzimmer, unserer Küche – und manchmal zu einem Ort, an dem wir kaum noch Luft bekommen. Es gibt keine Tür, die wir wirklich hinter uns schließen können. Keinen Feierabend, der sagt: „Für heute ist Schluss.“ Wir sind immer da. Tag und Nacht.

In vielen Haushalten gibt es Kameras. Manchmal wird es uns gesagt, manchmal nicht. Selbst wenn wir nicht in unserem Zimmer sind, wissen wir, dass jederzeit kontrolliert werden kann, was wir tun. Die Familie ruft oft an, fragt, wo wir sind, was die zu betreuende Person macht, ob sie gegessen hat, ob sie Medikamente genommen hat. Manchmal müssen wir jede Minute unseres Tages erklären.
Uns wird gesagt, wir sollen nicht zu viel telefonieren. Nicht in unserer Herkunftssprache sprechen, wenn wir nicht alleine sind. Nicht hinausgehen, ohne Bescheid zu geben. Selbst in unserer freien Zeit fühlen wir uns, als müssten wir um Erlaubnis bitten.

Und das schwierigste ist: Wir haben keinen Ort, wohin wir gehen können. Wenn wir sagen, dass wir nicht mehr können, bekommen wir oft nur die Antwort: „Dann finden wir jemand anderen.“ Es gibt immer andere:n verzweifelte Kolleg:innen, die diese Bedingungen akzeptieren. Also schweigen wir. Weil wir das Geld brauchen. Weil zuhause jemand von uns abhängig ist.

Mit der Zeit vergessen wir, wie es sich anfühlt, ein eigenes Leben zu haben. Wir wachen nachts bei jedem Geräusch auf. Wir schlafen leicht, als wären wir ständig im Dienst. Es gibt keine „unsere Zeit“ mehr. Es gibt nur noch die Zeit der zu betreuenden Personen, die Zeit der Familie, die Zeit der Verpflichtungen.Manchmal können wir nicht einmal in Ruhe weinen. Es gibt keinen Ort, der nur uns gehört.
Wenn wir nach Hause zurückkehren, brauchen wir Tage, um zu begreifen, dass wir emotional herunterfahren können, ohne das Gefühl, “gerufen” zu werden. Dass wir hinausgehen können, ohne erklären zu müssen, wohin wir gehen. Dass wir schlafen können, ohne Angst.

Wir, die Personenbetreuerinnen, kümmern uns um Menschen anderer Familien. Aber wer kümmert sich um uns?
💪Wir verlangen kein Mitleid.
💪Wir verlangen Respekt.
💪Wir verlangen das Recht auf Privatsphäre.
💪Wir verlangen echte Freizeit.
💪Wir verlangen soziale Absicherung und eine würdige Pension.
💪Wir verlangen, als Menschen gesehen zu werden – nicht als

Arbeitskräfte, die rund um die Uhr verfügbar sein müssen.
Denn auch wir werden müde.
Auch wir weinen.
Auch wir verdienen es, in Würde zu leben.

Und das, was wir Tag für Tag erleben, hat einen Namen: Kontrolle.
Kontrolle bedeutet nicht nur Regeln und Überwachung. Es bedeutet, ständig verfügbar sein zu müssen. Angst zu haben, „Nein“ zu sagen. Das Gefühl zu haben, dass jeder Fehler dich Arbeit, Geld und Sicherheit kosten kann. Es bedeutet, immer aufmerksam, immer angespannt, immer für andere verfügbar zu sein.
Diese Kontrolle hinterlässt keine Spuren am Körper - aber sie hinterlässt Spuren in unserem Kopf, in unserer Seele und in unserem Leben!

📣„Wir kümmern uns um alle! Wer kümmert sich um uns?“💪Unter diesem Motto werden  wir am 23. Juni von 13:00-17:00 vor dem ...
21/05/2026

📣„Wir kümmern uns um alle! Wer kümmert sich um uns?“

💪Unter diesem Motto werden wir am 23. Juni von 13:00-17:00 vor dem Sozialministerium in Wien protestieren!

Rund 57.000 Personenbetreuer:innen arbeiten in Österreich. Sie verlassen ihre Familien, um mit ihrer Arbeit einen wichtigen Teil zum österreichischen Gesundheitssystem beizutragen. Doch die Lebens- und Arbeitsrealitäten unserer Kolleg:innen sind prekär: Sie arbeiten oft ohne Pause, ohne ausreichende soziale Absicherung, arbeiten isoliert, oft bis zur völligen Erschöpfung. Mit unserer Protestaktion machen wir auf die sehr geringen Pensionen und die daraus folgende Altersarmut von Betreuer:innen aufmerksam und fordern wir verbesserte Pension- und Krankenstandsegelungen, vergleichbar mit angestellten Personen.

Das aktuelle System drängt uns in eine Scheinselbstständigkeit ohne arbeitsrechtlichen Schutz und vollen Zugang zu Sozialrechten. Wir wollen soziale Sicherheit, nicht nur Überleben!

📣Unsere Botschaft an die Politik ist klar: Eine qualitätsvolle Betreuung gibt es nur mit guten, sicheren und fairen Arbeitsbedingungen!

Dieser Protest lebt von unserer gemeinsamen Stärke. Viele Kolleg:innen können nicht selbst vor Ort sein, weil sie im privaten Haushalt unabkömmlich sind oder sich im Herkunftsland aufhalten – umso mehr braucht es jede einzelne Stimme vor Ort!

👇Zeige dich solidarisch und schließ dich unserer Protestaktion an, denn nur GEMEINSAM können die Arbeitsbedingungen verbessern!
Wann: 23. Juni, 13:00 – 17:00 Uhr
Wo: Vor dem Sozialministerium, Wien

Die Vertragsunterzeichnung - auf was muss besonders geachtet werden? 🔎Im heutigen Beitrag möchten wir unsere Kolleg:inne...
15/05/2026

Die Vertragsunterzeichnung - auf was muss besonders geachtet werden? 🔎

Im heutigen Beitrag möchten wir unsere Kolleg:innen zu einem besonders wichtigen Thema informieren - die Unterzeichnung eines Vertrages! Eine Unterschrift ist schnell gesetzt, doch die Folgen wiegen oft schwer. Wer einen Vertrag ungelesen oder ohne tiefere Prüfung unterzeichnet, begibt sich in ein vermeidbares Risiko.

Wichtig ist:
👉Niemals unterschreiben, wenn Vertrag nicht vollständig gelesen und verstanden wurde.
👉Bei nicht ausreichenden Deutschkenntnissen unbedingt den Vertrag in Muttersprache verlangen.
👉Die Liste mit den Aufgaben: In Verträgen gibt es in der Regel eine lange Liste von Tätigkeiten, aber nur die angekreuzten Aufgaben gehören tatsächlich zu den Pflichten. Tipp: Liste sorgfältig durchlesen und nur Aufgaben ankreuzen/annehmen, die wirklich übernommen werden können!
👉Pausenzeiten: müssen KLAR definiert sein und nicht vage formuliert (zum Beispiel „nach Absprache mit der Familie“). Wenn die Pausen nicht eindeutig geregelt sind, besteht die Gefahr, dass sie nicht eingehalten werden. Deshalb gilt: Ruhezeiten klar festlegen!
👉Vor der Unterzeichnung soll überprüft werden, ob im Vertrag eine zusätzliche Bezahlung für Nachtarbeit vorgesehen ist und gesetzliche Feiertage extra bezahlt werden. Falls nicht, sollte dieser Punkt UNBEDINGT ergänzt werden!
👉Wenn die Arbeit aus Gründen, die nicht in der Verantwortung der Personenbetreuer:in liegen (zb. Krankenhausaufenthalt der betreuten Person) nicht ausgeübt werden kann, sollte dies dementsprechend im Vertrag geregelt sein und bei Bedarf selbst hinzugefügt werden! Betreuer:innen haben in solchen Fällen Anspruch auf das ursprünglich vereinbarte Honorar!

👉Überprüfung der Bedingungen für die Beendigung des Vertrags (Kündigung) und in welchen Fällen Sie den Turnus vorzeitig beenden können (z. B. aus gesundheitlichen Gründen oder bei familiären Notfällen).
👉Bei einem Todesfall der betreuten Person sollten vertraglich mindestens 48 Stunden Zeit für das organisieren der Abreise eingeräumt sein!
👉Der Betrag für die tägliche Verpflegung der Betreuer:in ist ein wichtiger Punkt. Dies kann mit den Angehörigen ausverhandelt werden.

Alle genannten Punkte sollten im Vertrag festgehalten werden - wir raten euch dringend, den Vertrag vor dem Unterschreiben aufmerksam durchzulesen.

📣Bei Fragen steht euch unser Beratungsteam KOSTENFREI in Erstsprache zur Verfügung.

👇Ihr möchtet euch beraten lassen?
Schickt uns eine Beratungsanfrage hier: beratung.ig24.at/de/cases/open/

Wichtig! Das neue Muster des Betreuungsvertrags mit allen wichtigen Punkten wird bald kommen!

Wenn wir unsere Interessen nicht selbst schützen, wird es niemand für uns tun!!

💪Gemeinsam sind wir stark - und durch deine Mitgliedschaft wird die IG24 noch stärker.

👇JETZT kostenlos Mitglied werden und gemeinsam mit Kolleg:innen für eine strukturelle Verbesserung in der Personenbetreuung kämpfen.
www.ig24.at/de/mitglied-werden-2/

Adresse

Schottengasse 3a
Vienna
1100

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