16/10/2026
Geteiltes Leben: Politische Diskussion zur Personenbetreuung
Liebe Kolleg:innen,
die politische Diskussion zum Theaterstück über Personenbetreuung “Geteiltes Leben” fand am 29.09.26 statt. Diskutiert wurde nicht nur das Theaterstück selbst, sondern auch Verbesserungsvorschläge, die sich auf dringende Probleme in der Branche beziehen. Es wurde mit Nationalratsabgeordneten der Grünen und SPÖ, Vertreter:innen aus Sozialministerium, Wirtschaftskammer, Gleichbehandlungsanwaltschaft, Interessengemeinschaft der pflegenden Angehörigen, Amnesty international, Forschungsinstitut “Age & Care” (CIRAC Uni Graz) und IG24 diskutiert. Das Ziel dabei war, eine Einigung zur weiteren Zusammenarbeit in Bezug auf die diskutierten Vorschläge zu erreichen.
Das Theaterstück machte verschiedene Situationen und Probleme offenbar: Betreuung von einem demenzkranken Klienten, Konfrontation mit sexuellen Übergriffen, Aufstehen in der Nacht, fehlende Anerkennung und Unterstützung seitens der Familie, fehlende Unterstützung seitens der Agentur, Gewalt, geringe Bezahlung und geringe Pensionen, Gewalt, Sprachbarriere, etc. Es gab viel Resonanz zum Theaterstück. Die Besucher:innen und Diskutierenden haben gewisse Betroffenheit und Verständnis durch ihre Interventionen und Kommentare gezeigt.
In der Diskussion über die Maßnahmenvorschläge ist es jedoch nicht gelungen, Einigung an einer weiteren Kooperation zu den präsentierten Vorschlägen zu erzielen. Teilweise ging die Diskussion aus Sicht der IG24 und anwesender Kolleginnen in eine inakzeptable Richtung, da strukturelle Probleme ausgeblendet und Vorurteile bzw. Schuld und Verantwortung alleine den Betreuer:innen zugeschrieben wurden.
Die Maßnahmenvorschläge und Forderungen beinhalteten folgende Themen:
◼︎ Vermittlung von transparenten Informationen zu den Rahmenbedingungen, Verträgen und Matching in der Erstsprache und durch unabhängige Stellen;
◼︎ Entwicklung von Strategien zur Gewaltschutz- und Prävention, Erweiterung der Kompetenzen von Anlaufstellen (wie etwa die Gleichbehandlungsanwaltschaft) und Sanktionsmöglichkeiten;
◼︎ Bessere Bezahlung für Betreuer:innen;
◼︎ Förderung von Pensionsversicherung und Arbeitslosenversicherung;
◼︎ Anpassung der Regelungen für Unterstützungsleistung im Krankheitsfall;
◼︎ Mitwirkung von Betreuer:innen bei Reformen und Gesetzesänderungen;
◼︎ Bindung der Förderung des Sozialministeriums an Mindeststandards (Verpflegung, gewaltfreie Arbeitsplätze) und Sanktionierung von Übertretungen;
◼︎ Verbindliche gesetzliche Regelungen und Kontrollen.
Der Verein InterAct, der für den Entwurf und die Umsetzung dieser Veranstaltung zuständig war, wird in weiterer Folge neue Termine mit den Teilnehmer:innen der politischen Diskussion vereinbaren. Diese sollen dazu führen, dass an manchen Vorschlägen gearbeitet wird und diese auch den Entscheidungsträgern vorgelegt werden.
Von unserer Seite aus besteht Bereitschaft zur Mitwirkung. Ob die restlichen Teilnehmer:innen ebenso Interesse zeigen, bleibt abzuwarten. Wir werden Sie weiter informieren.
Photo credit: Rappel