Seinda Dobl

Seinda Dobl Geschlechts- und rollenspezifische Stärkung und Förderung der Entwicklung von Strategien zur selb Beziehungsarbeit steht im Fokus des Projektes „SEINDA“!

Gegenseitiger Respekt und Achtung gegenüber dem „anders sein“ ermutigt zum Hinterfragen von Vorurteilen und Rollenbildern. Wir schaffen einen vertrauten Rahmen, in dem Mädchen erzählen, reflektieren und erleben können. Ein sensiblerer Umgang mit alters- und geschlechtsrelevanten Themen kann so in einem geschützten Umfeld geübt werden - zu Fragen wie: private und berufliche Lebensplanung, Sexualitä

t, Verhältnis zu Körper und Schönheitsidealen, Sucht, Gewalt… wir wollen dabei waches Bewusstsein und Kompetenzen im Umgang mit Risiken und Gefahren aufbauen. Jugendliche Mädchen müssen sich vermehrt mit körperlichen Veränderungen auseinandersetzen und Körperakzeptanz entwickeln. Hinsichtlich der Körperaneignung fällt es Eltern oftmals schwer, eine positive, angstfreie Einstellung zum eigenen Körper zu vermitteln. Sie stellt jedoch einen wichtigen Teilbereich der Sozialisation von Jugendlichen dar und beinhaltet ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln, sich mit ihm vertraut zu machen sowie dessen Möglichkeiten und Grenzen zu testen. Individuen eignen sich ihren Körper und die damit verbundenen Vorstellungen und Praktiken in Auseinandersetzung mit der Umwelt und in Abhängigkeit von äußeren Einflüssen, aber auch von individuellen Voraussetzungen in Sozialisationsprozessen an. Nicht nur das Aussehen, sondern insgesamt der Umgang mit dem Körper, seine Präsentation, Körperethos und Körpertechniken sind dabei sozialen Normierungen unterworfen, die im Laufe der Sozialisationsprozesse internalisiert und dem Körper eingeschrieben werden. Mädchen werden insbesondere in dieser Entwicklungsphase dazu angehalten, sich ein Weiblichkeitskonzept anzueignen, welches eine außen-orientierte Sichtweise auf sich und den eigenen Körper beinhaltet. Schönheitsideale, die Fremdsexualisierung und Fremdbestimmung des Körpers, Abwertung und Ausgrenzung von Weiblichkeit werden von Mädchen schon frühzeitig in ihr Selbstbild internalisiert und führen zu einer Ablehnung des eigenen Körpers. Die aktuelle Bedeutung von Schönheitsidealen behindert diesen Prozess allerdings massiv. Das Projekt möchte dazu beitragen, Schönheitsideale zu relativieren sowie eine kritische In-Frage-Stellung dieser anregen indem wir Mädchen dabei unterstützen, Schönheitsideale zu reflektieren und einen ressourcenorientierten Blickwinkel hinsichtlich ihrer eigenen Körperlichkeit einzunehmen. Der Körper ist das wichtigste Darstellungsobjekt der eigenen Person und damit ein Stimulus für andere. Er bestimmt die Attraktivität einer Person und ist damit entscheidend auch für soziale Kontakte und soziale Erwartungen. Er dient der Identifizierung eines Menschen nach außen. Er fungiert sozusagen als „Visitenkarte“, welche die bedeutendsten Eckdaten eines Individuums preisgeben. Diese „Funktionalisierung“ des Körpers hat leider den Verlust von Individualität und andererseits eine höhere Bereitschaft sich Normen zu unterwerfen zur Folge. Werden Normen ohne diese zu hinterfragen, akzeptiert, so geht dies meist mit der Einstellung einher diesen auch selbst gerecht werden zu wollen. Auf die Konsum- und Mediengesellschaft, welche die ästhetischen Normen setzten und den eigenen Körper nicht selten als mangelhaft erscheinen lassen, wollen wir einen kritischen Blick werfen. Die Sendung Germany’s Next Topmodel spiegelt perfekt das normierte Schönheitsideal wider und lässt keinerlei individuelle ‚Geschmäcker‘ zu. Und das derzeitige Schönheitsideal in westlichen Kulturen ist eben das der schlanken stets jugendlichen Frau. Durch solch ein Fernsehformat wird den Mädchen die Verinnerlichung normierter Schönheit sowie die Notwendigkeit einer überaus strikten Bewertung hinsichtlich eigener körperlicher Makel vermittelt. Die Sendung transportiert Schönheitszwänge in die Öffentlichkeit und trägt zur Verstärkung der rigiden Geschlechternormen für den weiblichen Körper und Habitus bei. Die Selbstbestimmung bleibt auf der Strecke. Es wird ein sehr fremdbestimmtes Frauenbild vermittelt, da die Sendung einen Lernprozess darstellt, der die Ablösung von der Expertengeneration nicht vorsieht. So wird nicht nur ein Körperbild vermittelt, sondern eine Lebenseinstellung. Großen Wert legen wir auf Partizipation, bei der Gestaltung der Räumlichkeiten, bei der Ausrichtung unseres gesamten Angebotes bis hin zum Improvisationstheater. Die spielerische Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist das stärkende Element für mutige, engagierte, eigenverantwortliche, entscheidungs- und leistungsbereite, kreative junge Frauen. Die Geschichte der Kassandra in der griechischen Mythologie eignet sich hervorragend als Stoff für die Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen weiblich und männlich. Deshalb wird in Zusammenarbeit mit dem „theaterimfluss“ unter der Leitung von Mag. Regine Lepuschitz ein Theaterstück mit dieser Thematik erarbeitet: „kassandra, ein stück, licht“. Es ist der dritte Teil der Trilogie über antike Frauengestalten und ihre Aktualität - nach: „odisea oder die suche nach meer“ und „penthesilea. mourir d´aimer“. Das Stück spielt mit den Möglichkeiten, wie eine Frau, damals oder heute, mit dem Fluch des Gottes Apoll bzw. der kriegerischen Energie einer machtgierigen Welt umgeht. Unser Angebot wird in regelmäßigen Abständen (wöchentlich, jeden Freitag) stattfinden, um Kontinuität zu gewährleisten.

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Sendergebäude
Dobl
8143

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